Am Samstag erklingt „Et letzte Leedche“

Nach 33 Jahren auf der Bühne spielen „De Karamba Männcher“ ihr Abschiedskonzert.

Foto: B. Zilkens
Foto: B. Zilkens

Als die Band im September des vergangenen Jahres bekannt gab, dass 2017 das letzte Jahr der „Karamba Männcher“ sein werde, dürften bei so manchem Stadtfest- und Karnevalssitzungsplaner die Ohren geschlackert haben. Eine Veranstaltung ohne Stolbergs älteste Mundart-Band? Undenkbar! Und doch ab Sonntag traurige Realität, denn dann ist Schluss. „Endgültig“, sagt Manni Kern, Gründungsmitglied der Formation, die 1985 aus dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg I hervorging.

Ganz ohne Groll

 

„Wir haben uns vor etwa anderthalb Jahren zusammengesetzt, alles Revue passieren lassen und für uns beschlossen, dass der Weg nach 33 Jahren endet. Ganz ohne Groll“, versichert Kern. Schließlich seien die Band-Mitglieder mehr als nur Musiker, die einem gemeinsamen Hobby nachgingen, sondern über die Jahre Freunde geworden. Lustlosigkeit sei es auch nicht, sondern vielmehr die Summe an Kleinigkeiten und unterbewusst vielleicht auch ein wenig Verschleiß, gibt der Schlagzeuger zu. Der uralte, nicht nachrüstbare Tour-Bus, der Auftritte in Aachen und Eschweiler wegen Umweltauflagen erschwere. Der Stress vor allem in der Karnevalszeit, der zwar nicht unerwartet komme, durch den man aber auch merke, dass das Alter seinen Tribut fordere. Nachvollziehbare Gründe, und doch: „Wir sind natürlich oft angesprochen worden, weil viele Menschen diesen Schlussstrich nicht verstanden haben. Uns wurden so viele Dinge angedichtet, die Gerüchteküche brodelte, aber gegen solche Spekulationen kommt man letztendlich nicht an“, sagt Manni Kern. „Umgekehrt begegneten uns nochmals unheimlich viele Sympathien, so dass wir eine wunderbare Abschiedstour mit vielen schönen Auftritten hatten.“

 

Weit mehr als 2000 Mal standen „De Karamba Männcher“ auf den Brettern, die vor allem Künstlernaturen die Welt bedeuten. Zum ersten Mal beim Karnevalsabend des Spielmannszugs im Januar 1985. Dort begann die Erfolgsgeschichte, die die Band zunächst auf Bühnen in Stolberg und Eschweiler hievte. Später kamen auch die Belgier und Niederländer in den Genuss der gesungenen Mundart. Und sogar in der Karnevalshochburg Köln lernten die Jecken „De Karamba Männcher“ kennen. Fast genau zehn Jahre nach der Gründung schaffte es die Band im Januar 1995 als eine der ersten aus der Umgebung zu einem Live-Auftritt in die närrische Hitparade des WDR in der Kölner Rheinhalle. „Neben der Österreich-Tour im Jahr 2008 war das sicherlich einer der Höhepunkte in unserer Musikerkarriere“, sagt Manni Kern. Sechs veröffentlichte Alben zeugen ebenfalls davon, dass „De Karamba Männcher“ zu jeder Zeit ihr Publikum gefunden und unterhalten haben.

 

Wie auch im echten Leben in mehr als 33 Jahren nicht immer alles vorwärts geht und nach Plan verläuft, mussten „De Karamba Männcher“ immer wieder mit Rück- und Schicksalsschlägen umgehen. Mit Helmut Pauls stirbt 1996 ein Gründungsmitglied, zwei Jahre später verabschiedet sich Gitarrist Rainer Peitsch aus zeitlichen Gründen von der Band. Sein Nachfolger – Stimmungskanone Theo Müller – verstirbt 2001 plötzlich und unerwartet, und Günter Hagen gründet mit ‚Halunke‘ eine eigene Band. „Für uns war das eine schwere Zeit, es hing alles am seidenen Faden“, beschreibt Manni Kern rückblickend. Eher zufällig kommt 2003 der Kontakt zum Bonner Gitarristen Dirk Lüdtke zustande. Seitdem sind „De Karamba Männcher“ – Dirk Lüdtke, Manni Kern sowie Börnie und Hardy Pauls – wieder gefestigt als Quartett unterwegs. Allerdings nicht mehr lange.

 

Der letzte Auftritt am Samstag in der alten Brennerei – selbstverständlich wird er ein ganz besonderer. Einer mit einem Kloß im Hals, einer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich merke, dass ich langsam hibbelig werde“, sagt Manni Kern. „Die letzte Viertelstunde wird sicher verdammt schwer werden.“ Zum Abschluss dann natürlich „Et letzte Leedche“, ein Song, extra geschrieben für den emotionalen Abschied. Und dann der Schritt hinunter von der Bühne.

 

Aus den Augen verlieren wollen sich „De Karamba Männcher“ nicht, ab Januar soll es einen regelmäßigen Stammtisch geben. „Gewisse Sachen wollen wir beibehalten und auch gemeinsam noch etwas unternehmen“, sagt Manni Kern. Der Weg zurück auf die Bühne ist aber versperrt, das Equipment wird verkauft. „Wir gehören nicht zu denen, die alle zwei Jahre auf Abschiedstour gehen“, verdeutlicht er noch.

 

Wie er am Sonntagmorgen aufwachen werde? „Hoffentlich mit dem Gefühl, einen guten Abschluss gehabt und viele alte Bekannte noch einmal gesehen zu haben. Wenn wir am Sonntag die Anlage einpacken, wird uns wohl erst bewusst werden, dass es das war.“

 

Ein letztes Mal

  • Das Abschiedskonzert der „Karamba Männcher“ beginnt am Samstag, 9. Dezember, um 20 Uhr (Einlass 18 Uhr) in der Gaststätte „Alte Brennerei“, Eschweilerstraße 104. Der Eintritt ist frei.

 

Quelle: Super Mittwoch

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