Wichtige Tipps rund um das Thema Geburt

Die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen wird immer häufiger in Anspruch genommen. Ängste nehmen und beraten.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Schwanger und dann? Nicht immer wissen Frauen, wie sie mit finanziellen oder partnerschaftlichen Problemen umgehen können und welche Art der Unterstützung ihnen zusteht – auch in Stolberg. Bei Tanja Dreher, Katja Bock und Claudia Blau ist man an der richtigen Adresse. Die Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen arbeiten in der Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Schon seit rund 30 Jahren erfahren Frauen dort Unterstützung bei allen Fragen rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

 

Mit Erfolg. „Wir haben einen guten Zulauf“, sagt Claudia Blau. In Zahlen bedeutet das, dass sie und ihre beiden Kolleginnen alleine im vergangenen Jahr 552 Ratsuchenden helfen konnten. Unterstützt werden nicht nur Schwangere, sondern auch Mütter bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

 

Was auffällt: „Fast alle, die zu uns kommen, haben auch finanzielle Probleme“, sagt Katja Bock. Der Grund: Viele Familien, die die Beratung aufsuchen, müssten mit sehr geringen Einkommen haushalten. Oft würden diese Gehälter durch öffentliche Mittel wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Arbeitslosengeld II aufgestockt, um überhaupt über die Runden zu kommen.

 

Andererseits sei die Anschaffung von Baby Bett, Kinderwagen & Co. recht kostspielig. Auch gebrauchte Sachen seien für die werdenden Mütter oft nicht zu stemmen. Im vergangenen Jahr konnten Dreher, Blau und Bock für 284 Frauen eine finanzielle Hilfe ermöglichen. Als anerkannte Schwangerschaftsberatungsstelle habe man nämlich Zugriff auf Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ sowie auf den Bischofsfonds, ein Hilfsfonds auf den katholische Beratungsstellen Zugriff haben.

 

Doch nicht nur finanzielle Probleme gilt es oft zu lösen. Auch bei rechtlichen und behördlichen Fragen und bei partnerschaftlichen Problemen stehen Tanja Dreher, Katja Bock und Claudia Blau den Frauen zur Seite. „In den vergangenen Jahren hatten wir häufig sehr junge werdende Mütter in der Beratung. Sie haben oft ohnehin Angst vor dem Leben mit einem Baby. Außerdem ist es keine Seltenheit, dass die Partner sich von ihnen trennen und später die Vaterschaft anzweifeln. Zum Teil haben die jungen Frauen auch Probleme mit ihren Eltern und erfahren dort keine Unterstützung“, sagt Bock.

 

Oft sei es so, dass die Frauen ihr Kind gerne zur Welt bringen würden, von ihren Partnern oder Eltern aber sehr unter Druck gesetzt würden. „Alleine darin besteht schon ein riesen Konfliktpotenzial“, sagt Bock. So sei es besonders wichtig, dass gerade junge Alleinerziehende sich nicht alleine fühlen.

 

Im vergangenen Jahr kümmerten sich Blau, Dreher und Bock zudem vermehrt um schwangere Flüchtlingsfrauen. „Das war für uns eine besondere Herausforderung. Alleine schon wegen der Sprache“, sagt Blau. Da die Hilfesuchenden zunächst die deutsche Sprache nicht beherrschten, waren die Beratungsgespräche sehr zeitintensiv und der Verwaltungsaufwand ebenfalls höher. Zudem musste man den meisten Frauen erst einmal das deutsche Gesundheitssystem näher bringen, über Anmeldung im Krankenhaus, über Nachsorge und Untersuchungen beim Kinderarzt und erklären, wie was hier funktioniert.

 

Im vergangenen Jahr wurden deshalb gemeinsam mit Ehrenamtlern Deutschkurse eingerichtet. Schwangere oder Mütter mit Kindern bis zu einem Jahr können daran teilnehmen und lernen niederschwellig Deutsch für den Alltagsgebrauch, die sie beispielsweise beim Einkaufen oder Busfahren brauchen. Auch der Austausch und das Knüpfen von Kontakten stünden im Vordergrund. Die Kurse werden von den Frauen gut angenommen. Schließlich befinden sich die Frauen in einem geschützten Raum ohne Männer.

 

Ein Problem, mit dem sich alle Frauen und Familien auseinandersetzen müssen: die Suche nach einer geeigneten Wohnung. „Gerade bei Familien, die Hartz IV beziehen, mehrere Kinder haben, oder Mütter, die alleinerziehend sind, oder bei denen alles zusammenkommt, ist das ein zunehmendes Problem und das in allen Städten“, sagt Bock.

 

Ein weiteres Problem: Es gibt zu wenige Nachsorge-Hebammen. „Das führt zu einer Notsituation“, sagt Blau, „denn insbesondere beim ersten Baby gibt es viele Fragen, und da ist die Unterstützung durch eine Hebamme oft sehr hilfreich. Aber auch bei Folgegeburten sind viele Eltern froh, wenn die Nachsorge-Hebamme beispielsweise das Gewicht vom Baby regelmäßig prüft und viele Fragen rund um das Baby beantworten kann.“

 

Man muss sich immer früher in der Schwangerschaft darum kümmern. Auch in diesem Punkt besteht eine gute Zusammenarbeit mit dem Bethlehem-Gesundheitszentrum. Eine enge Vernetzung zwischen der Schwangerschaftsberatung und der Familienhebamme der Frühen Hilfen des SkF ermöglicht eine frühzeitige Unterstützung. So können schwangere Frauen bei Bedarf unkompliziert in die Frühen Hilfen des SkF vermittelt werden und erhalten dort eine qualifizierte Begleitung bis zum ersten Lebensjahr ihres Kindes.

 

So werden beispielsweise auch schwangere Flüchtlingsfrauen bei der Anmeldung zur Geburt im Krankenhaus begleitet. Kooperationen gibt es auch zwischen der Beratungsstelle und einigen Stolberger Schulen in den Bereichen Sexualpädagogische Angebote zum Thema: Aufklärung, Familienplanung, erste Liebe oder auch Projekt bezogen „Vor dem Anfang starten“, indem es um frühe Elternschaft geht. Ziel ist hier mit Hilfe von Informationen, sich verantwortungsvoll mit dem Thema frühe Elternschaft auseinander zusetzen. Die Schüler besuchen dann in Gruppen die Beratungsstelle.

 

Dies ist jedoch nicht das einzige Projekt, das den drei Frauen am Herzen liegt. Aufmerksam machen möchten sie auch auf das Beratungsangebot rund um die so genannte vertrauliche Geburt. Was sich dahinter verbirgt? Seit dem 1. Mai 2014 können schwangere Frauen in Deutschland medizinisch versorgt und ambulant wie stationär medizinisch begleitet ein Kind zur Welt bringen, ohne dabei ihre Identität preis zu geben. Sie soll eine Alternative zur Babyklappe sein und Frauen davor schützen, ihr Kind alleine zur Welt zu bringen. Gibt es keine schwerwiegenden Gründe, die dagegen sprechen, hat das Kind übrigens nach 16 Jahren das Recht zu erfahren, wer seine leibliche Mutter ist. Im Jahr 2017 fand in Stolberg eine vertrauliche Geburt statt.

 

Neben der Beratung in Stolberg werden auch Außensprechstunden angeboten. So findet jeden ersten und dritten Donnerstag und einmal im Monat montagnachmittags eine Beratung in der Kindertagesstätte in der Florianstraße 38 in Alsdorf statt. In Baesweiler findet die Beratung jeden zweiten und vierten Donnerstag im Familienzentrum Sonnenschein in der Mariastraße 4 statt und in Eschweiler jeden ersten und dritten Dienstag beim SkF in der Peilsgasse 1-3.

 

Gebraucht werden auch gut erhaltene Kinderwagen und Kinderbetten, die gespendet werden können und dann vom SkF an bedürftige Familien weitergegeben werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.