Offenheit, Ehrlichkeit und keine Lügen

Das wünschen sich Mitarbeiter des Seniorenzentrums am Amselweg . Bürgermeister bezieht auf Mitarbeiterversammlung Stellung.

Foto: Gilles Lougasse
Foto: Gilles Lougasse

Haben die Diskussionen um das Seniorenzentrum auf der Liester nun ein Ende? Gestern fand eine mehrstündige Mitarbeiterversammlung statt. Dabei bezogen Mitarbeiter, Betriebsrat, Verdi und natürlich auch Geschäftsführerin Gabriele Makola und Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier Stellung.

 

Das Ergebnis: Makola und Grüttemeier machten deutlich, dass die Einrichtung nicht von einer Insolvenz bedroht sei und die Mitarbeiter forderten, dass man künftig offen und ehrlich mit ihnen umgehe. Damit die finanzielle Situation der Einrichtung auch in Zukunft gesichert ist, will die Stadt weitere 600 000 Euro investieren. Darüber entscheidet der Rat in seiner Sitzung am 12. Dezember. Doch von vorne.

 

In den vergangenen Wochen berichteten wir in unserer Zeitung mehrfach über die Situation in der Einrichtung. Von Insolvenz, unbezahlten Überstunden sowie zahlreichen Langzeitkranken war die Rede. Themen, die natürlich auch in der Mitarbeiterversammlung angesprochen wurden. Klärungsbedarf gab es vor allem bei der wirtschaftlichen Situation der Einrichtung. Das Jahr 2017 wird das Seniorenzentrum auf der Liester voraussichtlich mit einem Defizit von 376 000 Euro abschließen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag dieses Minus bei 101 000 Euro.

 

Was sich seitdem geändert hat? Der Umsatz ist gesunken. Von fast 3,7 Millionen Euro auf 3,1 Millionen Euro. Insolvent sei man deshalb allerdings nicht, betonte Grüttemeier. „Ich habe hier nie gesagt, dass diese Einrichtung vor der Insolvenz steht. Es gibt keine Insolvenzgefahr“, so der Bürgermeister. Und auch Makola meinte: „Es wird uns auch noch im Jahr 2030 geben.“

 

Ganz so einfach wollte Verdi-Gewerkschaftssekretär Harald Meyer Bürgermeister und Geschäftsführung allerdings nicht davonkommen lassen. „Wir können zwar einen Strich unter das Thema ziehen, aber sollten auf keinen Fall einen Deckel drauf machen. Er verwies darauf, dass Überstunden ausgezahlt werden müssten, wenn diese geltend gemacht würden. Auch dazu bezog Grüttemeier klar Stellung: „Wenn Sie Überstunden ausbezahlt haben wollen, kriegen Sie sie ausgezahlt.“

 

Und auch das Weihnachtsgeld würde mit dem Novembergehalt ausgezahlt, versicherte der Bürgermeister.

 

Dennoch müsse das Defizit, das auch Rückstellungen wie beispielsweise Überstunden beinhaltet , ausgeglichen werden. Der Vorschlag des Bürgermeisters: „Wir bilden eine Kapitalrücklage von 600 000 Euro für die Seniorenzentrums-GmbH.“ Diese könne aus dem investiven Haushalt finanziert werden. „So können die Defizite der kommenden Jahre kompensiert werden.“ In diesem Jahr bezuschusste die Stadt die Einrichtung bereits mit 270 000 Euro. Diesen Betrag soll es auch im kommenden Jahr wieder geben. In seiner Sitzung am 12. Dezember berät der Rat über diesen Vorschlag. In dieser Sitzung stellt Gabriele Makola den Ratsmitgliedern, die auch gleichzeitig Gesellschafter der Einrichtung sind, die Wirtschaftspläne für die Jahre 2018 bis 2021 vor.

 

Sie hat die klare Aufgabe, die Defizite ab dem Jahr 2020/2021 zu reduzieren. Trotz dieser hohen Summe sicherten die anwesenden Fraktionsvorsitzenden den Mitarbeitern und der Einrichtung auch weiterhin ihre Unterstützung zu. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es hier nie eine Insolvenz geben wird“, sagt Mathias Prußeit von den Stolberger Linken. Die Unterstützung von Seiten der Stolberger Politik beeindruckte auch Meyer. „Es ist bemerkenswert, dass alle Fraktionen zu dem Haus stehen“, sagte er.

 

Nach mehreren Stunden war die finanzielle Situation besprochen. Dann stand allerdings noch ein weitaus sensibleres Thema auf der Tagesordnung: die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter. Der Gesundheitszustand der Mitarbeiter solle verbessert werden. Wie das umgesetzt werden soll? Mit einer Analyse der Arbeitsplatzbelastung, die ein externer Anbieter durchführen soll, will man die Situation vor Ort darstellen. Betriebsrat und Mitarbeiter sowie die Geschäftsführung haben nun die Aufgabe, einen entsprechenden Fragenkatalog zusammenzustellen. Auf der Mitarbeiterversammlung wurde allerdings bereits deutlich, dass man damit auch der personellen Situation auf den Grund gehen wolle. Für das kommende Jahr stehen also einige Aufgaben für Mitarbeiter und Betriebsrat, die Anfang August 2018 auch noch den Umzug in den Neubau vor der Brust haben (wir berichteten), aber auch für Geschäftsführung und Verwaltung auf dem Programm. Auch Harald Meyer prophezeite einen arbeitsreichen Weg, den man vor sich habe und gab den Tipp: „Es stehen drei Betriebsvereinbarungen an. Da sind Schulungen wichtig und es muss ein Fahrplan festgelegt werden. Es kann gut sein, dass das noch bis zum nächsten Sommer dauert.“

 

Am Ende waren sich allerdings alle Anwesenden sicher, dass man am gemeinsamen Weg in die Zukunft weiter arbeiten wolle. In Zukunft soll es übrigens mindestens ein Mal im Jahr eine Mitarbeiterversammlung geben, auf der sich Mitarbeiter, Geschäftsführung und Gesellschafter austauschen können. „Damit es in der Kommunikation künftig keine Defizite mehr gibt“, so Grüttemeier.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.