„Geschichte ist für mich immer auch Wandel“

Katharina und Helmut Schreiber legen den zweiten Teil über die Geschichte des Steinwegs vor.

Foto: B. Zilkens
Foto: B. Zilkens

Wer im Steinweg von der Hausnummer 42 an der Wurstgasse bis zur Hausnummer 83 gegenüber der Sonnentalstraße spaziert, braucht dafür in der Regel nur wenige Minuten. Die Distanz beträgt nicht einmal 300 Meter. Und wenn die auf dem unteren Steinweg entlang der Strecke gelegenen Häuser sprechen könnten, hätten sie sicherlich ein paar ganz besondere Geschichten auf Lager. Aber da sich Gebilde aus Putz und Stein bekanntlich nicht äußern können, werden diese Erzählungen wohl für immer verschollen bleiben…

 

Weit gefehlt! Denn die Gebäude haben das Ehepaar Helmut und Katharina Schreiber zu ihrem Sprachrohr erwählt. Unter dem Titel „Von der Stielsgasse zur Rathausstraße, die Geschichte des unteren Steinwegs“ haben die beiden nun Teil 3b der Reihe „Werden und Wachsen – Handel und Wandel in Stolbergs Mitte“ vorgelegt. Auf 336 Seiten portraitieren die Schreibers jedes einzelne Haus und erzählen von den Familien, die einst in diesem Teil Stolbergs gelebt haben oder bis heute leben. Das liest sich überaus abwechslungsreich und unterhaltsam, bietet das Werk doch viele historische Aufnahmen und Zeitungsausschnitte.

 

„Spätestens ab 1900 pulsierte im Steinweg das Leben“, beschreibt Katharina Schreiber. „Besonders spannend sind für mich die Geschichten der Menschen und der Wandel der gesamten Geschäftswelt.“ Es sei erstaunlich, wie der Wechsel des Grundeigentums der alten Stolberger Familien im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert dazu geführt habe, dass die Straße immer mehr bebaut wurde. „Für die damalige Zeit war der Steinweg eine sehr moderne Straße.“

 

Katharina Schreiber ist im Steinweg aufgewachsen und hat bis zur Hochzeit 1965 dort gewohnt – wenn auch im oberen Teil. „Dennoch habe ich das Geschehen natürlich aus nächster Nähe mitbekommen, es gab jede Menge Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe“, erzählt sie. „Durch meinen Vater, der eine Versicherungsagentur im Steinweg hatte, bin ich viel mit Kunden in Kontakt gekommen und habe Verbindungen geknüpft.“ Von diesen Verbindungen lebt auch das Buch. Denn das Ehepaar Schreiber hat nicht nur öffentliche und private Archive, Sammlungen, Zeitungsartikel sowie viele andere Bücher und Aufsätze ausgewertet, sondern auch die Menschen aus dem Steinweg befragt und deren Augenzeugenberichte verwertet

 

Eigentlich sollte die Geschichte des Steinwegs in einem Band erscheinen. „Aber aufgrund der Fülle des Materials, das wir am Schluss zusammen hatten, mussten wir aufteilen“, erklärt Helmut Schreiber, der zugleich Vorsitzender des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins ist und sich die Arbeit an den Büchern zur Geschichte der Kupferstadt mit seiner Frau teilt: Sie schreibt die Texte, er ist für Gestaltung und Satz der Werke verantwortlich. „Die Arbeit an der Geschichte Stolbergs ist für uns zum Lebensinhalt geworden“, gibt er zu. Und die ist keineswegs schon zu Ende erzählt. Im kommenden Jahr wollen die Schreibers einen weiteren Teil vorlegen, darin geht es um die Entstehungsgeschichte der Rathausstraße bis zum Kupferhof Rosental.

 

Für die Lektüre des aktuellen Buchs sind keine historischen Vorkenntnisse notwendig, der Schreibstil ist sogar wohltuend leserfreundlich. „Uns war ganz wichtig, dass die Geschichte anschaulich und begreifbar wird“, betont Helmut Schreiber und seine Frau empfiehlt, das Buch nicht in einem Rutsch zu verschlingen, sondern Etappe für Etappe. „Mit jedem Haus hat man eine kleine Geschichte gelesen.“

 

Dass sich der Steinweg in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt hat, viele über mehrere Generationen inhabergeführte Geschäfte verschwunden sind und einige Gebäude leer stehen, beurteilt Katharina Schreiber, die dort aufgewachsen ist, mit wissenschaftlicher Distanz: „Das Herz blutet mir nicht, wenn ich heute durch den Steinweg gehe. Geschichte ist für mich immer auch Wandel.“

 

Information

  • Katharina und Helmut Schreiber stellen ihr Buch morgen, 9. November, um 20 Uhr im Kupferhof Rosental, Rathausstraße 67, vor, wo es auch erworben werden kann. Ab Freitag ist es unter anderem über den Stolberger Geschichtsverein, in der Bücherstube am Rathaus und in der Stolberg Touristik erhältlich.

 

Quelle: Super Mittwoch

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