Klasse, Qualität und Vielfalt, die punkten

14. Museumsnacht präsentiert Kunst, Musik, Tanz und Kunsthandwerk. Immer mehr Stolberger Betriebe entdecken diese Bühne.

Ist mehr oder weniger los als im Vorjahr? Diese viel gestellte Frage ist bei der 14. Museumsnacht kaum zu beantworten. Die Eindrücke der Besucher sind subjektiv, je nachdem, wann sie welchen Veranstaltungsort besuchen. „Die Resonanz ist sehr gut“, bescheinigen die Organisatoren an den jeweiligen Stationen. Und gut besucht präsentieren sich Burg, Torburg, Bodega, Kupferhof Rosental und der Zinkhütter Hof beim Rundgang durch eine Veranstaltung, die vor allem durch Klasse punktet.

 

Dabei gibt es massenhaft Interessantes und Unterhaltsames zu entdecken und zu erleben – ganz nach Gusto von Jung und Alt, die sich am Samstag gleichermaßen zahlreich auf den Weg machen. Fast aus allen Nähten platzt der Rittersaal der Burg, als die Ensembles der Tanzschule „Not Just Dancing“ vorführen, was für sie alle Tanzen ausmacht. Carlos mit seiner rockigen Ein-Mann-Show ist immer Garant für ein großes Publikum. Das finden auch Marija Hein und Andreas Krüchten alias „Shanti“ und „Ronin“ mit ihrer faszinierenden Feuershow „Magia della Luce“ auf dem oberen Burghof. Allerdings scheitert der gewohnte Weg zur Artibus-Ausstellung mit Werken von Otto von Kotzebue und Kirsten Lubach in der Galerie der Burg an einer geschlossenen Gesellschaft im Turmzimmer, und die Fahrt mit dem Aufzug scheitert laut Besucherberichten aufgrund sich nicht öffnender Türen zur Galerie.

 

So unscheinbar es von außen wirken mag, so vielseitig und umfassend präsentiert sich das Museum in der Torburg im Inneren mit seinen Ausstellungen. Es lockt nicht nur frisch gerösteter Kaffee, den Sabrina und Rebecca Schellhoff aufbrühen und servieren. Rainer Hauschild führt in die Handwerkskunst des Drechselns ein, es wird geschmiedet und gesponnen, Lederarbeiten und Flachs werden präsentiert, man kann fantastischen Geschichten lauschen oder sich von Bärbel Wiese die aktuelle Kollektion selbst gepresster Seife erläutern lassen.

 

Als eine Oase der Entspannung und Kommunikation liegt der liebevoll illuminierte Kunsthandwerkerhof am Alter Markt auf dem Weg, wo Marita Cujai und Heidi Selheim ihre aktuellen Kollektionen präsentieren und Christian Clément gerne Einblicke in die Kunst der Winzer gewährt.

 

Wie gewohnt pendeln von der Altstadt aus Busse des THW und DRK ganz nach Wunsch zu den nächsten Zielen dieser erlebnisreichen Nacht. Prächtig und stilvoll ausgeleuchtet empfängt der Kupferhof Rosental die Besucher, die dort Hubert vom Venn, der Auszüge aus „2000 Jahre Eifel“ vorträgt, und Dieter Kasparis Bluesbajásch lauschen können. Spätestens hier bietet sich die Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die Vielfalt des kunstvollen Handwerks von Betrieben aus der Kupferstadt und ihrer Umgebung zu gewinnen. Immer mehr Stolberger Betriebe nutzen die Gelegenheit der Museumsnacht, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Erstmals vertreten sind Helmut Steckmann mit seiner Konfiserie, Ursula Prick mit Pestos, Ölen und Likören, und Sema Devranli mit ihrer Modekollektion. Dekoartikel aus Beton und Metall, geknüpfte Leinen, Malerei und Tonarbeiten, Souvenirs der Stolberg-Touristik und vieles mehr können entdeckt werden, während Knoblauchbrot und Crêpes für eine Stärkung gereicht werden.

 

Nahtlos knüpft der Zinkhütter Hof an diese Vielfalt von Kunsthandwerk und Kulinarischem an. Auch hier nutzen Stolberger Kaufleute das einmalige Ambiente des Museums, um ihre Leistungsvielfalt zu demonstrieren. Erstmals dabei sind Laura Krüger mit ihren Modetipps und Laura Offergeld mit ihren „Sahneschnitten“, während Monika Terstappen mit ihren Filzarbeiten, Daniel Schweden mit Floristik und „Kräuterhexe“ Gabi Jansen schon zu den „Wiederholungstätern“ zählen. Das Angebot ist zahlreich und kurzweilig. Mode und Accessoires, Marmelade, Essig, Öl, Spirituosen, Goldschmiedearbeiten oder Silikonlampen: Geschenkartikel, Nützliches und Schönes lässt sich an den gut zwei Dutzend Ständen finden. Sogar eine stilvolle Rasur wird von „Baderknechten“ geboten.

 

Und wer genau hinsieht, entdeckt unter all den Ausstellern Gretel Völlings. 91 Lenze zählt die fitte Aachenerin, die Mohnkapseln in filigrane Schmuckstücke verwandelt. Die Kunst, die sie seit Jahrzehnten ausübt, hat Geschichte. Als einst eine Verwandte ihr drei Mohnkapseln von einer Nordseeinsel mitbringt, beginnt diese Passion, die eine Unterbrechung erfahren soll. „Viele Jahre konnte ich keine Mohnkapseln bekommen – wegen des Rauschgiftmissbrauchs“, erzählt Völlings. Aber längst sind die Kapseln wieder gängige Handelsware und so verziert die 91-jährige die getrockneten, leeren Fruchtstände wieder mit feinen Mustern: „Eine gute Stunde brauche ich dafür.“

 

Ein Stundentakt alleine reicht nicht aus, all das zu entdecken, was der Zinkhütter Hof zu bieten hat. Im Forum startet zu Beginn des Abends das traditionelle Kinderprogramm mit Mitmachaktionen und altersgerecht servierter Pädagogik. Den Bogen zwischen Industriegeschichte und technischer Moderne spannt etwa der Stolberger Philipp Glasneck. In historischer Kleidung demonstriert er 3-D-Druck mit passendem Resultat: Aus dem Drucker kommt der Museums-Zwerg Galminus auf dem Schwungrad des Zinkhütter Hofs, und diese kleinen Kunststoff-Skulpturen können von den jungen Besuchern der Museumsnacht bemalt werden.

 

Ob Münzgießen, Basteln von Schmuck und Traumfängern oder die Schatzsuche mit „Clownerike“: dem jüngeren Nachwuchs werden nicht minder abwechslungsreiche Aktivitäten geboten wie der älteren Jugend. Sie versammelt sich um den Jugendbus, wo Stockbrot gebacken, Internetseiten gestaltet, mit Henna gemalt und fotografiert wird. Zudem werden Musikinstrumente ausgepackt, das Sax-Ensemble um Johannes Flamm spielt auf, und im Schein der Feuerstellen steigt am späteren Abend eine improvisierte Blues-Session vor einer zauberhaften Kulisse.

 

Der gepflasterte Platz präsentiert sich als illuminierter Skulpturenhof. Werke von Birgit Engelen, Mark Prouse, Alexander Göttmann, Willi Arlt, Gotthardt Walter und Sascha Steil sind in dieser faszinierenden Kulisse historischer Industriearchitektur angestrahlt in roten und blauen Farben oder mit Lichterketten verziert.

 

In der Villa lockt die „in-memoriam“-Ausstellung mit Werken von Fritz Martin und Karl Fred Dahmen. Großformatige Arbeiten von Janet Brooks Gerloff geben einem neuen Kleinod des Museums einen kunstvollen Rahmen: der im Aufbau befindlichen Sonderabteilung mit historischen Geräten aus Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik. Initiator Hartmut Kleis persönlich gibt den Besuchern kenntnisreich Auskunft über die Entwicklung, Anwendung, Methoden und Sinnhaftigkeit – auch von so manchen Gerätschaften, die heute einen wenig Vertrauen erweckenden Eindruck vermitteln.

 

Kunst kann an diesem Abend auch im Museum selbst bewundert werden. Auf der Galerie sind Werke von Ingeborg Lehnertz Schröter, Käthe Loup, Nicole Röhlen, Sabine Schallenberg und Emil Sorge zu bewundern. Die Empore bietet zugleich einen guten Ausblick auf das musikalische Programm des Zinkhütter Hofs.

 

Saxofonist Heribert Leuchter und Gitarrist Sasan Azodi sorgen als „Sans Papier“ für einen stimmungsvollen Auftakt. Vor großer Kulisse demonstriert die Stolberger Formation „In Love with Musicals“ a cappella einmal mehr, wie sehr Melodien aus Musicals verzaubern können. Zum Ausklang der 14. Museumsnacht lassen fünf agile Musiker aus Aachen Geschichte lebendig werden: „Ringo playing the Beatles“ huldigen ihren Helden in typisch britischer Manier und Coolness.

 

Trotz all der mitreißenden Songs ist an diesem Abend Petra Grüttemeier ruhiger als all die Jahre zuvor: „Es läuft bestens“, sagt die Cheforganisatorin der Museumsnacht. Und für die Besucher, die ihr widersprechen oder zustimmen, Kritik oder Anregungen vorbringen möchten steht am Ausgang ein Körbchen bereit für die ausliegenden Bewertungsbögen. Mit der 15. Museumsnacht im nächsten Jahr soll dieses kleine Jubiläum gewürdigt werden, wenn sich Besucher wieder scharenweise zu den Stationen aufmachen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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