Geschickte Heiratspolitik und umsichtiges Handeln

Guido von Büren referiert beim Stolberger Heimat- und Geschichtsverein über das Wirken Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg.

Foto: Dörflinger
Foto: Dörflinger

Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516-1592), war nicht nur als Landesherr für Stolberg von großer Bedeutung, sondern förderte auch die wirtschaftliche und strafrechtliche Entwicklung des kleinen Fleckens an der Vicht. Schließlich machte der Renaissancefürst den Dollartshammer (heute Prym-Werke) zu einer der Waffenschmieden des Herzogtums Jülich und duldete, dass die kleine Unterherrschaft Stolberg unter den Burgherren von Efferen die Hohe Gerichtsbarkeit, auch Blutgericht genannt, erhielt. Das Leben und Wirken Wilhelms V., der auch den Beinamen „Der Reiche“ führte, war jetzt Thema bei einer Vortragsveranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereines im Saal des Kupferhofes Rosenthal. Sachkundiger Referent war der 43-jährige Historiker Guido von Büren, der sich als Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins und Kurator des Museums Jülicher Zitadelle in zahlreichen Projekten intensiv mit den politischen und kulturellen Leistungen und Operationen des für unsere Region so bedeutenden Renaissancefürsten auseinander gesetzt hat.

 

Seinen reichen Erfahrungsschatz und den von ihm erarbeiteten derzeitigen Forschungsstand nutzte der Historiker, um seinen 90-minütigen Vortrag spannend und abwechslungsreich zu gestalten: Demnach wurden die Besucher angenehm enttäuscht, die eine „trockene“ und emotionslose Darstellung des Themas erwartet hatten. Seinen Vortrag hatte von Büren damit begonnen, dass er den Lebensweg Wilhelms skizzierte, der durch Erbfolge auch das Herzogtum Geldern erworben hatte und es im Jahr 1543 im Vertrag von Venlo aber wieder an Kaiser Karl V. abgeben musste. Nachfolgend hatte sich Wilhelm laut von Büren, der sich mit der Heirat der Kaisernichte Maria von Habsburg eng mit dem Hause Habsburg verband, auf den inneren Ausbau seines Herzogtums Jülich-Kleve Berg beschränkt, zu dem auch die Grafschaften Mark und Ravensberg gehörten. Ein Ausbau, der die Schaffung von Kunstwerken, eine Reform der Rechtsordnung sowie die wirtschaftliche und gewerbliche Förderung der vereinigten Herzogtümer zur Folge hatte.

 

Aber auch der Aus- und Neubau von Kirchen sowie der Bau weiterer Residenzen wurde durch die weitsichtige Politik des für das Rheinland und Stolberg im 16. Jahrhundert so bedeutsamen Herrschers gefördert. Von der Politik Wilhelms V. profitierte beispielsweise auch Jülich. Schließlich hatte er unter der Leitung des Bologneser Architekten Alessandro Pasqualini ab 1548 in Jülich eine moderne Renaissancestadt mit einem befestigten Schloss, der Zitadelle, errichten lassen. Da Wilhelm aber innerhalb seiner Herzogtümer mehrere gut ausgebaute Residenzen bevorzugte, wurden auch die Schlösser in Düsseldorf, Hambach und Kleve weiter ausgebaut und umfassend saniert. Grundlage der erfolgreichen Regierungszeit Wilhelms waren unter anderem eine geschickte Heiratspolitik, ein umsichtiges und nachhaltiges Handeln sowie ein hohes kulturelles und gesellschaftspolitisches Einfühlungsvermögen.

 

Die Besucher waren vom Vortrag begeistert. Langer Applaus und anerkennende Worte, denen sich auch der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Helmut Schreiber, anschloss, waren der Lohn für den unterhaltsamen Referenten, der in Jülich beheimatet ist.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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