Schule gegen Angst vor Tod und Krankheit

Der Hospizdienst Eschweiler/Stolberg sucht in Schulen gezielt das Gespräch mit jungen Menschen, damit manche Ängste erst gar nicht entstehen.

Foto: dpa
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„Krankheit und Tod sind Themen, die in unserer Gesellschaft nach wie vor tabu sind“, sagt Ruth Trümpener. Sie und ihre Mitstreiterin Christa Krichel sind ehrenamtlich beim Ambulanten Hospizdienst Eschweiler/Stolberg tätig. Sie begleiten nicht nur Sterbende und deren Angehörige, sondern gehen auch in Schulen und sprechen mit kleinen und großen Schülern über die Themen Krankheit, Vergänglichkeit und auch über den Tod – mit überraschenden Reaktionen. Unter dem Titel „Hospiz macht Schule“ gestalten Ruth Trümpener und Christa Krichel Projektwochen in dritten und vierten Schuljahren.

 

Warum es gerade in diesem Alter so wichtig ist, mit den Kindern über Themen wie Krankheit und Tod zu sprechen? „Weil sie in diesem Alter zum ersten Mal konfrontiert werden. Sei es, wenn Haustiere sterben oder Eltern krank werden. Gestorben wird schließlich durch alle Generationen“, sagt Ruth Trümpener. Aus diesem Grund sei eine behutsame Heranführung an das Thema besonders wichtig. Die Herangehensweisen von Ruth Trümpener, Christa Krichel und ihren Mitstreitern sind vielseitig. Mit Musik, in Gesprächsrunden, mit Filmen, Mal- oder Bastelarbeiten tasten sie sich in kleinen Gruppen an die schwierigen Themen heran.

 

Fünf bis sechs Ehrenamtler sind – je nach Klassengröße – vor Ort. Eine Person, die so genannte „lila Dame“, behält die Emotionen der Kinder im Blick. „Wenn ein Kind traurig ist, kümmern wir uns natürlich auch darum. Jedes Kind ist auf eine andere Art sensibel. Wir sind da, um diese Veränderungen wahrzunehmen“, sagt Krichel. Dafür erhalten die Ehrenamtler jedoch nicht nur Anerkennung. Immer wieder gebe es Eltern, die vor dem Besuch skeptisch seien. „Oft ist es aber so, dass auch die Erwachsenen sehr angstbesetzt sind. Junge Familien, die gerade erst im Aufbau sind, versuchen diese Themen oft zu verdrängen“, sagt Trümpener.

 

Sie und ihre Mitstreiterin Christa Krichel wissen aus eigener Erfahrung, dass das Schweigen über die Themen Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft Tradition haben. „Als ich noch klein war, durfte man als Kind nicht zu Beerdigungen mitgehen. Man sollte beispielsweise seine Großeltern so in Erinnerung behalten, wie sie waren“, sagt Trümpener. Erwachsene sind meist hilflos, wenn sie die direkten Fragen der Kinder beantworten sollen. Kinder werden dann oft aus Gesprächen ausgegrenzt und bleiben häufig mit ungeklärten Fragen zurück. Dass jedoch gerade das Schweigen bei Kindern oft Ängste und Unsicherheit auslöse, sei vielen Eltern nicht bewusst.

 

Trümpener und Krichel haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder grundsätzlich eher neugierig als ängstlich auf diese Themen reagieren – wenn man sie richtig heranführt. „Wir möchten den Kindern die Angst nehmen und erklären ihnen, dass man über die Menschen, die gestorben sind, sprechen darf und dass man auch traurig sein darf“, sagt Krichel. Ein Satz, der vielleicht selbstverständlich klingt, es aber noch lange nicht ist. Immer wieder werden Krichel und Trümpener gefragt, ob auch sie traurig sind. „Natürlich sind wir das. Wir erklären den Kindern dann, dass man nicht stark sein muss, wenn man trauert“, sagt Krichel.

 

Auch in neunten Klassen sind die beiden Ehrenamtlerinnen oft zu Gast und reden mit den Jugendlichen über Krankheit und Tod. Gerade in diesen Doppelstunden sei es in den Klassenräumen oft mucksmäuschenstill. „Dann weiß man auch, dass man die Jugendlichen erreicht hat“, sagt Krichel. Keine einfache Aufgabe. Sie und Trümpener müssen auch bei ihnen immer wieder gegen Vorurteile ankämpfen. „Wir fragen die Schüler oft, wie sie sich uns vorgestellt haben und immer wieder hören wir, dass sie denken, dass wir kalt und gefühllos sind, weil wir dieses Ehrenamt ausüben. Diesen Eindruck können wir aber immer schnell widerlegen“, sagt Trümpener.

 

Sie, Christa Krichel und auch Manuela Rheinberg, Vorsitzende des Ambulanten Hospizdienstes Eschweiler/Stolberg, würden sich wünschen, dass sich noch mehr Schulen für diese Themen öffnen würden. „In manchen Schulen sind wir schon fest etabliert, manche sind aber auch sehr zögerlich“, sagt Krichel. Ihnen macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen viel Spaß. „Wir geben viel, aber wir bekommen auch sehr viel zurück“, bringt es Ruth Trümpener auf den Punkt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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