Ein Jubiläum im Zeichen der Ökumene

Seit 25 Jahren ist Pfarrer Hans Rolf Funken als Priester in Stolberg. Die Zahl seiner Aufgaben hat sich im Laufe der Jahre vervielfacht.

Fotos: Christoph Hahn
Fotos: Christoph Hahn

Seine Gesichtszüge verraten ihn: Immer wieder entgleiten sie Hans Rolf Funken ein Stück weit, und der Geistliche strahlt am Altar über beide Wangen wie ein Honigkuchenpferd. Denn das ist sein Tag, und die ganze große Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Stolberg-Mühle ist zu seinen Ehren bis hin zum letzten Platz im Seitenschiff gefüllt. Denn Funken, seines Zeichens Pastor von St. Lucia („St. Oben“) und St. Mariä Himmelfahrt („St. Unten“) sowie anderer Kirchen der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Stolberg-Nord, ist seit 25 Jahren als Priester in der Kupferstadt tätig. Und das wurde ganz groß gefeiert – mit der Messe, aber auch mit einem Emopfang im Ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße.

 

Dieses Haus, das katholische und evangelische Christen gemeinsam betreiben, ist so etwas wie das Herzenskind des gebürtigen Aacheners Funken und seiner evangelischen Kollegen Andreas Hinze, Uwe Loeper und Uwe Wegmann. Die lassen sich weder in der Kirche noch im Gemeindezentrum die Gelegenheit nehmen, dem Mann im Mittelpunkt das Geleit zu geben. Auch Gerhard Rosenbrock, inzwischen Ruheständler und ehedem Pfarrer in der Kirchgemeinde Kornelimünster/Zweifall, ist mit von der Partie. Und dann sagt Hans Rolf Funken zu Uwe Wegmann den durchaus bedeutungsvollen Satz: „Ich hoffe, das mit der gemeinsamen Kommunion bekommen wir auch noch hin.“

 

Am Tische des Herrn, dem Altar von St. Mariä Himmelfahrt, steht der so angesprochene evangelische Pastor zwar nicht – aber immerhin ganz in der Nähe, quasi symbolisch für den Stand der Dinge in Stolberg. Zum „Gebet für die Einheit“ tritt Wegmann, ganz offiziell in Talar mit Beffchen gekleidet, an das Lesepult und wird sichtbar, nicht als ökumenische Zutat, sondern als einer von denen, die diesem Gottesdienst Gestalt geben. Bevor allerdings die Liturgie ihren Lauf nimmt, hat zu Beginn der Eucharistie die Hauptperson das Wort – Funken selbst.

 

Der gibt direkt seiner Überzeugung Raum und begrüßt die Mitbrüder Hinze und Wegmann mit den Worten: „Ich freue mich, dass wir in ökumenischem Miteinander leben.“ Darum lässt der Jubilar keinen Zweifel daran, wo er verwurzelt ist: „Ich bin seit 33 Jahren Priester“, bekennt er und kommt direkt auf das zu sprechen, was ihm deshalb wichtig ist. Vor allem das „Leben aus der Kraft des Evangeliums“ und diesen Glauben an junge Menschen weiterzugeben. Funken weiß ganz genau, was es heißt, den Glauben an so sozial, religiös und ethnisch komplex geschichteten Orten zu leben. Aber er weiß vor allem auch, warum er es tut: „Ich möchte, dass wir immer Kraft schöpfen aus der Feier der Eucharistie.“

 

Begeistert bis beschwingt beginnt Funken seine Ansprache, doch dann nimmt er den Tion merklich zurück und wird ernst. Der Institution, die er liebt und für der er lebt, stellt er deutlich die Diagnose: „Kirche verändert sich rasant“, aber auch: „Immer weniger Leute finden uns.“ Offenherzig bleibt der Priester auch da und schöpft aus seinem Erfahrungsschatz: In der Seelsorge will er „jungen Leuten nachgehen“ und hinterfragt seinen eigenen Einsatz: „Manchmal ist mir, als ob ich ein Fremdkörper sei – aber nicht immer. Am Schluss steht der Appell, „sich Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mutig zu stellen“.

 

Ebenfalls gewichtige Worte findet der Festprediger, Domkapitular Rolf-Peter Cremer aus Aachen. Der, ein Studienfreund Funkens, nimmt Bezug auf Funkens viele Funktionen, die fast von Jahr zu Jahr zugenommen haben und bemüht als Metapher das Spiel „Die Reise nach Jerusalem“: „Als Du hier vor 25 Jahren einzogst, hattest Du einen Stuhl – und jetzt sitzt Du auf mehreren Stühlen.“ Und Cremer bescheinigt Funken: „Er ist sich treu geblieben. Eine Type wie Hans Rolf Funken findet man heute nur noch selten.“ Und weiter im gleichen Ton: „Du bist ein Original, Du kannst Karnevalslieder wie „Jusch, jusch, jusch“ singen und direkt danach „Maria, Maienkönigin“.“

 

Nach der Messe, die vom Jungen Chor unter Hermann-Josef Schulte überaus stil- und schwungvoll umrahmt wird, wird es dann im Ökumenischen Gemeindezentrum, trotz drangvoller Enge gemütlicher. Die Schützen und die Fidelen Zunfthäre, sie alle drücken ihre Wertschätzung aus – und zwar so, wie es sich der Jubilar gewünscht hat – mit einer Spende für das Zifferblatt der Turmuhr von St. Lucia. Familien bringen ihm Geschenke, und auch die indischen Ordensschwestern aus dem Bethlehem-Gesundheitszentrum gratulieren. Und wieder strahlt Hans Rolf Funken über beide Wangen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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