Diakonisches Werk will sich mit einer Sanierung retten

Massive finanzielle Probleme seit 2015. Verlust von Aufgabenbereichen und Arbeitsplätzen droht. Heute äußert sich der Vorstand.

Foto: Michael Grobusch
Foto: Michael Grobusch

Heute findet im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Aachen wieder eine Mitarbeiterversammlung statt. Es gibt eine Menge Informationsbedarf, und das ist kein gutes Zeichen. Denn nachdem in dieser Woche die Mitgliederversammlung und der Evangelische Kirchenkreis zusammengekommen sind, möchte die Belegschaft noch einmal nachfragen können.

 

Beide Gremien haben ihre Zustimmung für die Umsetzung eines Sanierungskonzeptes erteilt, das den Verein aus einer sich seit 2015 verschärfenden Finanzkrise führen soll. Bereits im Juli hatte der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung grünes Licht für die Erstellung des Sanierungskonzeptes gegeben. In dieser Woche nun ging und geht es um die Details.

 

Nach Informationen unserer Zeitung sind alle Tätigkeitsbereiche auf den Prüfstand gestellt worden. Und weitergeführt werden sollen nur diejenigen, die sich wirtschaftlich betreiben lassen. Intern ist die Rede von Einsparungen im siebenstelligen Bereich. Und davon, dass von der Trennung von einzelnen Geschäftsbereichen bis zur Hälfte der derzeit 147 Mitarbeiter betroffen sein könnten – wenn es denn nicht gelingen sollte, zusätzliche Einnahmequellen zu generieren oder Partner zu finden, die mit der Übernahme von Aufgaben und Personal für eine Entspannung sorgen können.

 

Wie weit das Diakonische Werk schon gekommen ist bei seinen Bemühungen in diese Richtung, wollte der geschäftsführende Vorstand Marion Timm gestern auf Anfrage unserer Zeitung nicht sagen. Timm kündigte aber an: „Wir werden am Freitag zu dieser Angelegenheit ausführlich Stellung beziehen.“

 

In den vergangenen Jahren hat sich die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter geöffnet. Das liegt wohl vor allem daran, dass steigenden Personalkosten rückläufige Erlöse und stag-nierende Zuschüsse gegenüberstehen. Die daraus resultierende Unterfinanzierung macht sich dem Vernehmen nach vor allem in der Suchtberatung, in der Schuldnerberatung und in der Beratungsstelle „Anker“ in Alsdorf bemerkbar, aber wohl auch in der auf den Pflegebereich spezialisierten Diakoniestation Nord in Baesweiler. Offizielle Bestätigungen hierfür gibt es bis dato nicht, auch dazu wollen sich Vorstand und Aufsichtsrat heute äußern.

 

Immerhin: Es gibt offenbar noch einige Hoffnungsschimmer für das Diakonische Werk und ihre Mitarbeiter. Einer soll heute Nachmittag in Person von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Sozialdezernentin Edeltraud Vomberg gesichtet werden können, die sich zu einer Unterredung mit dem Vorstand verabredet haben. Gespräche laufen auch mit den betroffenen Kommunen darüber, ob und in welchem Umfang deren Unterstützung aufgestockt werden könnte. Und mit den schon erwähnten Partnern, die in die Bresche springen könnten.

 

Positive Signale würden sicher dankbar aufgenommen. Denn die Unruhe in der Belegschaft ist groß, seitdem sie Ende September bei einer Betriebsversammlung darauf eingestimmt worden ist, dass es beim Diakonischen Werk im Zuge des Sanierungskonzeptes Einschnitte geben wird. „Die Kollegen sind verunsichert und haben Zukunftsängste“, berichtet ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Gleichzeitig sei dringend eine Versachlichung erforderlich, um auch für die Kunden spürbare Auswirkungen auf die tägliche Arbeit zu minimieren.

 

Dass es aus Sicht des Vorstandes keine Alternative zu der Sanierung gibt, geht aus einer Mitteilung von Ende September hervor: „Ohne entsprechende Einschnitte wäre das gesamte Diakonische Werk in seinem Bestand gefährdet.“

 

Im August 2000 von drei Trägern gegründet

 

  • Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen ist ein Verein. Er wurde am 31. August 2000 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Träger Diakonisches Werk Alsdorf, Diakonisches Werk der Kirchengemeinde Aachen und Diakonisches Werk des Kirchenkreises Aachen gegründet.
  • Das Angebot erstreckt sich über den Kirchenkreis Aachen und somit auch über die gesamte Städteregion, mit Ausnahme von Eschweiler. Es reicht von der Bahnhofsmission, der Kinder-, Jugend und Suchthilfe über die Sozial-, Familien, Senioren- und die Schuldnerberatung bis hin zur Arbeit mit Migranten.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

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