„Für all das steht Werth“

Acht Vereine und genau 1046 Einwohner – das ist der Stolberger Stadtteil Werth in Zahlen. Aber natürlich sind es nicht die Statistiken, sondern die Menschen, die dem Ort Leben einhauchen. Deutlich wurde das im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Foto: Anna Petk
Foto: Anna Petk

Obwohl es nicht für einen der vordersten Plätze gereicht hat, wurde Werth mit einem Sonderpreis für die außergewöhnlich starke Dorfgemeinschaft ausgezeichnet. Was diese ausmacht, darüber hat der Super Sonntag mit Frank Plohmann von der Interessengemeinschaft „Wir in Werth“ gesprochen.

 

Herr Plohmann, wie kommt es, dass in Werth ein so starkes Gemeinschaftsgefühl herrscht?

 

Frank Plohmann: Ich will das an einem Beispiel erklären. Als wir 2014 nach Werth gezogen sind, gab es für die Neuankömmlinge ein Treffen auf dem Schulhof. Da haben sich die Vereine präsentiert, aber es ist niemand aktiv und bewusst auf uns zugekommen und hat sich unser angenommen. Es hieß nur, dass man in der Feuerwehr mitmachen könne oder bei der Pilgergemeinschaft und so weiter. Da habe ich ein wenig Angst bekommen, denn das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte nicht direkt bei einem Verein mitmachen müssen, um Anschluss zu bekommen.

 

Wie ging es dann weiter?

 

Plohmann: Wir hatten irgendwann einen Flyer im Briefkasten, dass sich die Gruppe „Wir in Werth“ trifft. Da kann auch jeder mitmachen, der nicht im Verein ist. Ich habe dort gesagt, dass wir das nicht so toll fanden und habe den Vorschlag gemacht, dass man stärker auf die Leute zugehen müsse. Es gibt ja Menschen, die bei solchen Veranstaltungen eher zurückhaltend sind. Man muss sie eben ansprechen und es wenigstens einmal versuchen, sie einzubinden.

 

Und das klappt?

 

Plohmann: Als wir neu in Werth waren, hat unser Spaziergang durch das Dorf vielleicht eine Viertelstunde gedauert. Wenn Anja und ich heute raus gehen, kann das auch mal eine halbe bis Dreiviertelstunde dauern. Es macht einfach Spaß, weil man mit vielen Leuten auf der Straße ins Gespräch kommt und sich austauscht. Dann funktionieren auch Dinge wie Nachbarschaftshilfe. Ob jetzt einer die Hilfe vom Bauern braucht oder man sich mal Werkzeug leihen muss, das ist alles kein Problem. Natürlich haben wir auch viele Feste und Veranstaltungen, der Terminkalender ist voll. Für all das steht Werth.

 

Trotzdem spielen die Vereine doch bestimmt eine große Rolle?

 

Plohmann: Ja natürlich. Mit „Wir in Werth“ haben wir aber noch einen Zusammenschluss, in dem jeder der acht Vereine vertreten ist. Dabei werden auch Aktivitäten für die Dorfgemeinschaft organisiert, ohne dass ein Bezug zu einem Dorfverein nach außen zu sehen ist. Das spricht dann auch die Menschen an, die bei keinem Verein mitmachen wollen. Wichtig ist auch, dass sich die Dorfvereine nicht gegeneinander ausspielen. Jeder hat seine Stärken und die kann man bündeln. Da ist auf jeden Verein Verlass, jeder macht mit und das macht uns stark.

 

Wie war denn ihr Gefühl vor der Preisverleihung im Haus der Städteregion?

 

Plohmann: Am Abend davor habe ich noch gedacht, dass wir sehr gut abschneiden werden, unter den ersten Dreien. Aber da war mir nicht bewusst, dass wir in der Südgruppe zusammen mit den ganzen Eifeldörfern waren. Und gegen die kannst du – ganz objektiv gesehen – nicht anstinken. Für uns war es allerdings auch schwer, auf alle von der Städteregion geforderten Fragen und Kriterien einzugehen, so dass wir uns bei der Präsentation unseres Dorfs auf das fokussiert haben, was uns wichtig war. Daher bin ich über den 8. Platz von zwölf Teilnehmern überhaupt nicht enttäuscht. Wenn man sieht, wie weit andere Dörfer sind und was die gemacht haben, dann ist das schon in Ordnung.

 

In welchen Bereichen hat Werth denn noch Luft nach oben?

 

Plohmann: Wir haben festgestellt: Alles, was die Infrastruktur, Grünflächen und solche Dinge angeht, da sind wir absolut ausbaufähig und es gibt noch viel zu tun. Ob es jetzt die Verkehrsberuhigung, die Gestaltung der Ortseingänge oder der Ausbau von Fahrrad- und Fußgängerwegen sind. Für uns speziell ist auch die Renovierung des Bürgerhauses ganz wichtig, zumal es hier keine Kneipe mehr gibt. Das sind alles Projekte, für die wir jetzt kämpfen werden.

 

Hat sich die Teilnahme bei „Unser Dorf hat Zukunft“ für Werth insgesamt gelohnt?

 

Plohmann: Es hat richtig Spaß gemacht und es war wichtig, einfach mal zu gucken, was wir in Werth haben und was nicht. Man wird sich wirklich bewusst, was die Stärken und die Schwächen sind und bekommt noch einmal Feedback von der Kommission, denn irgendwann wird man auch ein bisschen blind für solche Dinge.

 

Wollen also beim nächsten Mal wieder mitmachen?

 

Plohmann: Ja, ich würde da direkt zusagen. Wir haben auch noch Ecken entdeckt, die sich vielleicht auch zu zeigen gelohnt hätten. Ich kann das nur jedem Dorf empfehlen.

 

Quelle: Super Mittwoch

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