Zu Bachs Kantate: Die meisten Töne sitzen schon

Der Projektchor soll zum Reformationstag am 31. Oktober ein Konzert geben. Generalprobe jetzt über das Wochenende.

Foto: C. Hahn
Foto: C. Hahn

Nur noch rund fünf Wochen, dann steht der große Tag vor der Tür: Zum Reformationstag am 31. Oktober führt ein Projektchor aus Mitgliedern der Evangelischen Kantorei Stolberg und Mitstreitern aus dem Chor der Gemeinde Kornelimünster/Zweifall Bachs Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ um 18 Uhr beim Gottesdienst in der Finkenbergkirche auf. Doch schon vor dem Tag X fiebern die rund 20 Sängerinnen und Sänger ihrem großen Auftritt mit großer Intensität entgegen. Und damit alles auch wirklich wie am Schnürchen klappt, trafen sich die Mitwirkenden jetzt am Samstag und am Sonntag im Ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße zu einem Proben-Wochenende.

 

Während die meisten Bürger noch am Frühstückstischen sitzen, treffen die ersten Mitglieder der frohen Schar ein – und auch der künstlerische Leiter, Kantor Gunther Antensteiner. Der Kirchenmusiker leitet mit seiner Frau Mi-Sun Kim die Proben und wird auch die Bach-Aufführung Ende Oktober dirigieren. Munter motiviert der gebürtige Westfale die Chormitglieder: „Lasst uns doch mal beginnen.“ Spricht‘s und beginnt direkt mit dem Einsingen, einer Mischung aus Atem- und Artikulationsübungen. Dabei bleibt der Ton humorvoll und nicht übertrieben ernst. Bildhaft drückt er sich aus, der Kantor. Und schon bei den ersten Worten des titelgebenden Chorals heißt es: „Der Einsatz soll feste knallen – wie eine Fanfare.“

 

Überaus praktisch geht es zu; der Ton geht eher Richtung künstlerische Lebenshilfe. Beim T von Gott sollen die Interpreten „mal richtig Schwung holen“. Die vielen Einzelleistungen – nach dem Einsingen haben sich Männer und Frauen getrennt, um nach dem Mittagsimbiss für ein paar Stunden gemeinsam an der Kantate zu feilen – verdichtet Antensteiner immer mehr zu einer Gesamtleistung.

 

Alles, jeder Ton vom Bass und jeder Muckser aus dem Sopran, soll zusammen passen. Denn schließlich will der erfahrene Chorleiter, der in der Kupferstadt nicht nur die evangelische Kantorei, sondern auch den katholischen Kirchenchor von Münsterbusch und den – weltlichen – Männerchor auf dem Donnerberg leitet, „die Stimmen richtig über einander kriegen“.

 

Was ihm auch schließlich gelingt, mit einigen ironischen Bemerkungen, aber ohne großen emotionalen Kraftaufwand. Motivieren kann der 44-jährige Musiker jedenfalls unglaublich subtil – und sei es dadurch, dass er die Sangesbrüder und -schwestern einfach fragt: „Könnt Ihr noch oder braucht Ihr ein Päuschen?“ Projekte wie die Bach-Kantate gehören für den Kantor, der seit 2000 in Stolberg lebt und arbeitet, zum festen Programm.

 

Da macht es ihm nichts aus, dass das Proben-Wochenende seine ursprüngliche Funktion – Mitglieder, die nicht aus den beiden beteiligten Kirchenchören kommen, in die Vorbereitungen einzubinden – verloren hat, weil sich diese Kollegen einfach nicht haben finden lassen. Antensteiner und die Seinen kann das nicht verdrießen. Nur manchmal hadert er dann doch mit den Tücken des Materials und klagt: „Der Klavierauszug ist wirklich unter aller Sau!“

 

Auch die Sänger zeigen Witz und schlagen vor, in Bachs Leipziger Spuren zu wandeln und die Aussprache dem Sächsischen anzugleichen, weil dann die Intonation leichter falle.

 

Ohne Humor geht es nicht, gerade dann nicht, wenn mit Bach ein ganz Großer im Reich der Töne zur Aufführung ansteht. Mag Bach auch ein Sachse gewesen sein – Stolberg liegt halt immer noch im Rheinland.

 

Bachs Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ wird am 31. Oktober, 18 Uhr, im Zuge des Gottesdienstes zum Reformationstag in der Finkenbergkirche aufgeführt. Die Kirche befindet sich in der Stolberger Altstadt und ist über die Burgstraße und die Finkenberggasse zu erreichen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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