„Erschreckend, schlecht, katastrophal“

Bis zur letzten Minute nutzen die Stolberger die Möglichkeit, ihre Kreuzchen zu machen. Freude kommt im Ratssaal aber nicht auf.

Im Stolberger Rathaus herrschte gestern Abend gegen

18 Uhr vor allem eins: Stille. Nur wenige Bürger verfolgten im Verwaltungsgebäude die Übertragung der öffentlich-rechtlichen TV-Programme zur Bundestagswahl. Zwischendurch wanderte der Blick dann zu den aktuellen Ergebnissen aus der Kupferstadt. Reaktionen gab es kaum. Bis kurz nach 20 Uhr blieb das Licht im Ratssaal komplett aus. Dann füllte es sich schließlich doch noch. Pannen seien bei der Organisation dieser Wahl ausgeblieben. Man liege gut in der Zeit, meinte Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier im Gespräch mit unserer Zeitung. In allen Stolberger Wahllokalen hatten er und Wahlamtsleiter Walter Wahlen gestern vorbeigeschaut. Probleme habe es dort nicht gegeben.

 

Vor Ort, in etlichen Stolberger Stimmbezirken herrschte gestern regelrechter Hochbetrieb. So auch im EWV-Haus. Dort nutzten noch bis punkt 18 Uhr einige Wähler die Chance, die gewünschte Partei und den favorisiserten Politiker auf dem Stimmzettel anzukreuzen, bevor das Dokument in die Wahlurne gesteckt wurde. Erst dann wurden die Türen verschlossen.

 

Und dann mussten die Stimmen jeweils sortiert und ausgezählt werden. In kleineren Stimmbezirken ging das ganze Prozedere zügiger, in größeren Bezirken dauerte es entsprechend länger. Gegen 20 Uhr waren die Helfer allerdings schon in rund zwei Dritteln der Stimmbezirke mit dem Auszählen fertig.

 

Freude kam gestern Abend im Rathaus allerdings nicht auf. Der Grund: das Abschneiden der AfD. Der Schock über das Abschneiden der Partei saß tief – auch in Stolberg. 14,93 Prozent fuhr die Partei zum Beispiel im Walbezirk Donnerberg 1 ein. Auch Grüttemeier war von dem Abschneiden der AfD in Stolberg entsetzt. Er habe befürchtet, dass die Partei bundesweit als drittstärkste Kraft aus den Wahlen hervorgehe. „Trotzdem ist das Ergebnis erschreckend“, sagte er. Dafür spiele die NPD mittlerweile allerdings keine Rolle mehr, so der Bürgermeister.

 

Noch deutlichere Worte fand Mathias Prußeit. Der Fraktionsvorsitzende der Stolberger Linken verfolgte den Ausgang der Wahl ebenfalls im Ratssaal. „Die Abwahl der großen Koalition ist gut, und die Entscheidung von Martin Schulz ist das Beste, was man machen konnte. Aber Jamaika ist schlecht für Deutschland“, resümierte er. Ganz zu schweigen vom Wahlerfolg der AfD, den Prußeit als „katastrophal“ beschrieb. Da sei das eigene Abschneiden nur ein kleines „Häppchen“. „Den Gesamteindruck kann das aber nicht befriedigen“, so Prußeit weiter.

 

Etwas optimistischer zeigte sich gestern Nachmittag hingegen Gabi Halili. Im Wahllokal in der Volkshochschule gab die Direktkandidatin gestern Nachmittag ihre Stimme ab. Zwei Dinge standen für sie – unabhängig von ihrem Abschneiden – zu diesem Zeitpunkt bereits fest. Egal, wie das Ergebnis lauten würde: „Die Linke feiert so oder so.“ Und: „Auch wenn ich in den Bundestag einziehen werde, mache ich mit der Stolberger Ratsarbeit weiter – so lange wie es geht.“

 

Zufrieden zeigte sich gestern Abend Bernd Engelhardt. Den Stolberger FDP-Fraktionsvorsitzenden erreichte unsere Zeitung telefonisch. „Da ist unser Einsatz im Wahlkampf ja auf alle Fälle nicht umsonst gewesen“, meinte er. Dennoch zeigte er sich auch skeptisch. „Wir konnten zwar in den Bundestag einziehen, aber sind nicht die drittstärkste Kraft geworden und konnten nicht verhindern, dass die AfD so stark abschneidet.“

 

Und wie war die Stimmung bei den Mitgliedern der beiden großen Parteien? Durchwachsen. „Im Gegensatz zur SPD im Bund konnten wir durch unsere Entscheidungen vor Ort doch viele Bürger mit unserer Leistung überzeugen. Auch wenn ich mich für Claudia Moll freue, kann ich bei so einem Ergebnis bundesweit und auch der AfD vor Ort heute Abend nicht lächeln. Jetzt heißt es, Antworten zu finden“, sagte Patrick Haas, Fraktionsvorsitzender der Stolberger SPD.

 

Jochen Emonds, Fraktionsvorsitzender der Stolberger CDU freute sich, dass man – zumindest – bei den Erststimmen in der Kupferstadt vorne lag. „Das zeigt, dass wir eine hervorragende Arbeit geleistet haben“, sagte er.

 

Insgesamt war der Wahlabend zusammenfassend allerdings für kaum eine Partei so richtig zufriedenstellend. „Man darf gespannt sein, wie es weitergeht“, brachte es Bernd Engelhardt auf den Punkt.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

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