Rote Beete, Rhabarber und Co.

Die Offene Ganztagsgrundschule (OGGS) Gressenich nimmt mit einem eigenen Gemüsebeet an der „GemüseAckerdemie“ teil – Viele verschiedene Sorten werden angepflanzt.

Foto: Sascha Schiffer
Foto: Sascha Schiffer

Endiviensalat, Chinakohl, Buschbohnen und Stoppelrüben: Gemüsesorten, die wahrscheinlich nicht jedem etwas sagen, aber dennoch im heimischen Garten angepflanzt werden können. Und zwar auch an der OGGS Gressenich, die zu Beginn des neuen Schuljahrs ein neues Projekt gestartet hat: ein Gemüsebeet, das die Grundschulkinder und verantwortlichen Lehrer selbst bewirtschaften und ernten.

 

Unterstützt werden sie dabei von der „GemüseAckerdemie“, ein ganzjähriges, theorie- und praxisbasiertes Bildungsprogramm mit dem Ziel, die Wertschätzung für Lebensmittel bei Kindern und Jugendlichen zu steigern und dem Wissens- und Kompetenzverlust im Bereich Lebensmittelproduktion, Entfremdung von der Natur, ungesunder Ernährung und Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. „Wir unterstützen die Schulen mit dem entsprechenden Pflanz- und Saatgut, helfen bei den drei Gemüseanbauten pro Jahr und bieten den Verantwortlichen ebenfalls drei Fortbildungen pro Jahr an“, sagt Claudia Haarhoff von der „GemüseAckerdemie“. Zudem schicke man den Schulen jede Woche per Mail aktuelle Informationen und Tipps zum Gemüseanbau und zur richtigen Bewirtschaftung, so Haarhoff.

 

Dass das Projekt überhaupt beginnen konnte, ist für Schulleiterin Petra Bleimann immer noch ein kleines Wunder: „Als wir letztes Jahr im November das erste Mal mit der GemüseAckerdemie in Berührung kamen war mein erster Eindruck ‚oh Gott, ist das viel Arbeit, wie soll das funktionieren?‘“, beschreibt Bleimann ihre damalige Gefühlslage. „Ich dachte einfach schon an die unterschriebenen Verträge, die Behördengänge und das Bodenproblem“, betont die Schulleiterin. Ein wichtiger Aspekt, denn der Boden in Gressenich und weiteren Teilen Stolbergs ist zu bleihaltig, um Gemüse sorgenfrei anzubauen. Daher habe sie sich an die Stadt, in Person von Tobias Röhm, dem zuständigen Technischen Beigeordneten gewandt, und um Hilfe gebeten.

 

„Frau Bleimann rief mich an, erzählte mir von dem tollen Projekt und dem Problem der Schwermetallbelastung, die bei uns üblich ist“, sagt Röhm, der das Projekt, im Namen der Stadt, sehr gerne unterstützt. „Daher haben wir, genauer gesagt, das technische Betriebsamt, auf der entsprechenden Fläche den Mutterboden – bis zu 60 cm tief – ausgetauscht, so dass die Bepflanzungen unbelassen bleiben“, erklärt Röhm die notwendigen Maßnahmen. Entstanden ist so ein rund 70 Quadratmeter großes Beet, auf dem nun die unterschiedlichsten Gemüsesorten angepflanzt werden.

 

„Zu den Gemüsesorten gehören unter anderem auch Gurken, Fenchel, Rote Beete, Rhabarber, Kresse, Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen und im nächsten Jahr sogar Tomaten“, listet Bleimann die Vielzahl an Möglichkeiten auf. Dabei freue sie sich sehr auf die Unterstützung der „GemüseAckerdemie“, die auch einen Bepflanzungsplan vorgibt, wann welches Gemüse gepflanzt werden muss, damit es auch gut gedeiht. „Es solle ja immerhin ein nachhaltiges Projekt sein“, betont Bleimann, die eine wichtige Person bei diesem Projekt nicht missen möchte: Gabi Jansen. „Sie ist unsere Schulexpertin was den Gemüseanbau angeht. Sie ist bei der Nachmittagsbetreuung, leitet die Natur und Umwelt AG und kümmert sich auch hauptsächlich mit den 25 AG-Kindern am Nachmittag um das Beet“, sagt Bleimann.

 

Die Kinder werden das Beet mit Gabi Jansen zwei Mal pro Woche pflegen und unter anderem Unkraut jäten, Kartoffelkäfer einsammeln und den Boden umgraben und bewässern. „Auf dem Gemüseacker gibt es insgesamt elf Beete die jeweils 80 cm breit sind. Jedes Beet hat drei Reihen in denen Gemüse gepflanzt werden kann“, erklärt Haarhoff. Und wenn die Ernte ansteht oder neu bepflanzt wird, „werden wir auch mehr Kinder ins Boot holen“, sagt Astrid Schober, Projektkoordinatorin der Schule.

 

Die erste Ernte kann dann auch schon bald eingeholt werden: „Die Radieschen sind bereits in wenigen Wochen reif, der Rest folgt dann ein paar Wochen danach“, sagt Haarhoff. Ein Teil der ersten Ernte sei auch bereits Tobias Röhm versprochen, der sich jetzt schon sehr darauf freut. „Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, dass man mit wenigen Mitteln viel erreichen kann“, betont Röhm. Der Rest gehe an die Eltern, die sich mit einer kleinen Spende für das frische und gesunde Gemüse bedanken können, so Bleimann. „Zudem werden wir das Gemüse in Zukunft auch selber kochen und vielleicht machen wir auch eine Art Kochkurs“, sagt Bleimann, für die oberste Priorität ist, dass sich die Kinder mit dem Anbau und der Herkunft von Gemüse beschäftigen und einen gesunden Lebensstil kennenlernen.

 

Und sollte es gut laufen, will die Schule nach drei, vier Jahren auch ohne die „Ackerdemie“ auskommen. Diese steht dann zwar weiterhin unterstützend zur Seite, es werde aber keine Fortbildungen mehr geben. „Für dieses Jahr war das auch die einzige Ernte. Da wir erst nach den Ferien angefangen haben, geht es erst im nächsten Jahr weiter. Der erste Anbau erfolgt dann im April“, sagt Haarhoff. Dann geht es für die Kinder mit vielen weiteren Gemüsesorten weiter, die darauf warten angepflanzt, geerntet und gegessen zu werden.

 

Quelle: Super Mittwoch

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