Verwaltung prüft Wildtier-Verbot

Antrag der Linken für Zirkusse . Tiere aus der Zucht bleiben außen vor.

„Wir lassen den Antrag gerne passieren und sind schon gespannt auf die Vorlage der Verwaltung“, schmunzelte Jochen Emonds (CDU) im Hauptausschuss nach einer kurzen Debatte zu einem Vorstoß der Linken. Und die möchte geregelt wissen, dass „Zirkusse mit Wildtieren nicht mehr in Stolberg auftreten dürfen“.

 

Anlass für den Antrag war ein Bittbrief des Verbandes deutscher Zirkusunternehmen an kommunale Mandatsträger, Zirkussen auch weiterhin die Unterstützung in Form von Auftrittsgenehmigungen zu gewähren. „Zirkusse mit Tieren sind generell ein schwieriges Thema“, sagt Fraktionsvorsitzender Mathias Prußeit. Insbesondere bei kleinen Unternehmen seien die Kapazitäten einer ordnungsgemäßen Versorgung von Tieren vor allem während der Wintermonate schnell erreicht. Aber dem Einsatz von Wildtieren möchte die Linke einen Riegel vorschieben. Sie folge damit den Forderungen einer Reihe von Tierschutzorganisationen, Veterinärverbänden, vieler weitere Kommunen und dem Zirkus Roncalli.

 

Hans Emonds (UWG) sah zwar die Thematik durch das Tierschutzgesetz ausreichend geregelt, aber dennoch entbrannte im Hauptausschuss eine kleine Debatte darüber, was denn bitte unter einem Wildtier zu verstehen sei? Ihren Gang nahm die Sache dann nach einer kurzen Definitionsrunde. In diesem Zusammenhang ist in Stolberg unter Wildtieren zu verstehen, wenn in freier Wildbahn Tiere – und sei es eine Maus – gefangen werden, um in einem Zirkus eingesetzt zu werden. Nicht in die Kategorie fallen Tiere aus der Zucht – so dass theoretisch in einem Zoo geborene Löwen zirkustauglich wären.

 

Und diese Definition nährt die Erwartung auf die Vorlage der Verwaltung, die dazu einstimmig beauftragt wurde, zu diesem Begehren bei Emonds. „Für uns ist das Thema wirklich wichtig, auch wenn es allzu oft ideologisch verklärt wird“, sagte Prußeit.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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