Mit elf PS aus dem Ahrgebirge zum Museum

Oldtimerfreunde treffen sich seit zwei Jahrzehnten immer zum Denkmaltag am Zinkhütter Hof. Ein ständiges Kommen und Fahren. Auch Youngtimer.

Fotos: D. Müller
Fotos: D. Müller

Ein Fahrer einer Citroën 2 CV fährt auf den Hof und versucht einen der letzten verbliebenen Stellplätze zu ergattern. „Die Enten sind hinten durch“, rät ihm einer der Oldtimer-Freunde. Wenn Trabbis neben Mercedes und Jaguar stehen, die Boxer-Motoren von Porsches und Käfern um die Wette blubbern und zahlreiche Gäste historische Fahrzeuge aller Art in der Kupferstadt bestaunen, dann beim großen Oldtimer-Treffen rund um das Museum Zinkhütter Hof. Bei strahlendem Sonnenschein haben sich die Besitzer von insgesamt mehr als 400 rollenden Schmuckstücken auf den Weg gemacht, um an dem Treffen teilzunehmen. „Das Wetter ist wie bestellt, aber unser Oldtimer-Treffen lockt auch bei schlechten Witterungsbedingungen viele Fahrer an“, beschreibt Museumsleiter Sebastian Wenzler und erläutert: „Zum Treffen kommen sowohl Besitzer von chromblitzenden Schätzen, die nur bei Sonnenschein aus der Garage gelassen werden, als auch Old- und Youngtimer, die als Gebrauchsfahrzeuge im Alltag bewegt werden. Letztere versprühen mit Patina ihren Charme, und ihre Besitzer lassen sich von schlechtem Wetter nicht beeindrucken.“ Tatsächlich macht einmal mehr die Mischung den Reiz des Oldtimer-Treffens aus.

 

Wirklich alte Oldtimer werden ebenso bewundert wie Fahrzeuge jüngerer Baujahre, deutsche Hersteller sind stark vertreten, aber auch schwedische, französische, britische, amerikanische Gefährte. Von Moped über Traktor bis Lkw ist alles dabei. Den Löwenanteil machen natürlich die Automobile aus. Sportliche Exoten, Limousinen, Coupes, Muscle-Cars, Cabriolets, Kleinwagen, PS-Boliden – die Bandbreite ist enorm. Und manche Teilnehmer an dem Treffen nehmen gerne auch weitere Anfahrten in Kauf. Zum Beispiel Axel Müller. Gut, eigentlich muss er von Hilberath im Ahrgebirge des Rhein-Sieg-Kreises nur 80 Kilometer bis Stolberg zurücklegen.

 

Mit seinem Oldtimer benötigt Axel Müller dafür allerdings mehr als zwei Stunden. Denn seine Citroën 5 HP aus dem Jahr 1923 hat gerade einmal elf Pferdestärken unter der Haube. „Einen Tacho hat der Wagen nicht, so dass die Höchstgeschwindigkeit auf rund 50 Kilometer in der Stunde nur geschätzt werden kann“, sagt Müller. Warum die Fahrt in die Kupferstadt ihm trotzdem viel Freude bereitet, erklärt er so: „Das Erlebnis, sich fortzubewegen, ist in einem Oldtimer völlig anders als in einem modernen Auto. Das Fahrgefühl ist toll, die Fortbewegung wird entschleunigt, ist aber nicht gemütlich, sondern kernig. Man muss schon dabei arbeiten, eine Servolenkung beispielsweise gibt es nicht.“

 

Wesentlich leichter hat es dagegen Andreas Recker. Er ist mit seinem Youngtimer aus Lammersdorf zum Treffen gekommen. „Das war mein erster Neuwagen, den ich mir angeschafft habe“, erzählt Recker mit Blick auf seine Citroën BX. Das Auto ist 25 Jahre alt, und „beim Motor ist alles noch original“, sagt Recker. Bemerkenswert, weil der Turbodiesel stolze 337 000 Kilometer „auf dem Buckel“ hat. „Das Auto war halt lange ein reines Gebrauchsfahrzeug. Aber seit fünf Jahren schone ich es, denn der Wagen soll ja noch ein Oldtimer werden.“ Was laut Definition erst für 30 Jahre alte Fahrzeuge gilt.

 

Einige Meter entfernt zieht ein NSU Prinz die Blicke ebenso auf sich wie eine Chevrolet Corvette. Immer wieder ist Bewegung im Hof des Museums, denn Fahrer verlassen das Gelände und andere Oldtimer kommen hinzu. Wird ein Platz frei, ist er innerhalb von Sekunden wieder belegt. Besucher frequentieren in Scharen das Oldtimer-Treffen. „Vor rund zwei Jahrzehnten entstand die Idee, das Treffen zu veranstalten, weil es so etwas in unserer Region nicht gab. Das ist heute anders, und wir freuen uns, dass trotzt konkurrierender Veranstaltungen das Stolberger Oldtimer-Treffen so gut besucht ist“, meint Wenzler.

 

Das Museum Zinkhütter Hof hatte in der Tat seinerzeit nicht nur den „richtigen Riecher“, das Treffen auszurichten, sondern war auch ein Vorreiter: In Stolberg findet das Oldtimer-Treffen immer am Tag des offenen Denkmals statt. „Ein Trend, der mittlerweile auch viele andere Städte erreicht hat. Heute ist der Tag des offenen Denkmals an mehreren Orten auch der Tag des rollenden Kulturguts, an dem historische Fahrzeuge zur Schau gestellt werden“, berichtet der Museumsleiter.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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