Die Kita ist fast zwölf Stunden geöffnet

Die Gressenicher Kindertagesstätte bietet Randzeitenbetreuung an. Das Fazit nach einem Jahr: Projekt soll ausgebaut werden.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Gute Betreuung ist keine Frage der Uhrzeit. Zumindest nicht in der Gressenicher Kindertagesstätte in der Parkstraße. Seit rund einem Jahr bietet die Einrichtung eine Randzeitenbetreuung an. Das bedeutet: Bereits ab 6.30 Uhr können berufstätige Eltern ihre Kinder in die Einrichtung bringen. Wer lange arbeitet, kann sein Kind bis 18 Uhr abholen. Das Ergebnis: weniger Stress für Eltern und Kinder. Nun soll das Angebot auch in weiteren Stolberger Sozialräumen ausgebaut werden.

 

Angefangen hatte alles Ende 2015. Eine Elternbefragung, an der 850 Stolberger teilnahmen, ergab, dass Bedarf an der Flexibilisierung der Hol- und Bringzeiten besteht. Hoch war der Bedarf vor allem in Stolberg-Süd. Dort äußerten 76 Eltern diesen Wunsch.

 

Eine Erfahrung, die auch Vicky-Rogas, Leiterin der Kita in der Parkstraße, und ihre Mitarbeiterinnen bereits gemacht hatten. „Wir hatten schon länger beobachtet, dass die Hol- und Bringzeiten für unsere Eltern nicht mehr realistisch sind“, sagt sie. Ursprünglich öffnete die Kita um 7.30 Uhr. „Das war viel zu spät. Es gab einige, die schon 15 Minuten früher vor der Türe standen und dann keine Zeit hatten, um sich richtig von ihren Kindern zu verabschieden“, so Rogas. In manchen Fällen gingen die Kinder vor dem Besuch der Kita sogar zur Tagesmutter. Ähnliches wiederholte sich am Nachmittag. „Wir hatten bis 16.30 Uhr geöffnet, mussten aber immer wieder warten, weil einige Eltern nicht pünktlich von der Arbeit kamen und ihre Kinder erst später abholen konnten. Das war eine stressige Situation für Eltern und Kinder“, sagt Rogas.

 

Wie wichtig flexible Öffnungszeiten für Eltern sind, weiß auch Sebastian Heyn, Leiter der Abteilung Sozialpädagogische Sonderdienste der Stadt Stolberg. „Die Arbeitszeiten und Anfahrtswege von Eltern sind heute oft nicht mehr kongruent zu den Betreuungszeiten“, sagt er. Es musste sich also dringend etwas ändern. Im vergangenen Jahr beschloss die Stolberger Politik, am Bundesprojekt „KitaPlus“ teilzunehmen, das mit 195 000 Euro von der Regierung gefördert wird. Die Öffnungszeiten wurden dahingehend erweitert, dass die Einrichtung nun täglich fast 12 Stunden, von 6.30 bis 18 Uhr, geöffnet ist.

 

Das Ziel der flexiblen Betreuung sei es nicht, dass die Kinder in der gesamten Zeit in der Kita betreut werden. Die Zeiten werden vielmehr mit den Eltern abgestimmt und im Voraus festgelegt – je nach den Erfordernissen, die der Beruf mit sich bringt. „Es ist ein familienorientiertes Projekt, bei dem die Lebenswirklichkeit der Familien im Vordergrund steht“, sagt Heyn.

 

Seit dem 1. August des vergangenen Jahres läuft das Projekt. Zwischenfazit zogen Sebastian Heyn und Vicky Rogas nun im Kinder- und Jugendausschuss, der am Donnerstagabend tagte. „Uns ist es wichtig, dass wir die Eltern in ihrem Familienleben und im Beruf unterstützen. Außerdem soll es allen Kindern zu jeder Zeit in unserer Kita gut gehen“, sagt Rogas. In der dreigruppigen Einrichtung werden Kinder zwischen zwei und sechs Jahren betreut. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Inklusion. Bildung finde den gesamten Tag über statt. „Ein Kind verpasst nichts, wenn es zu einer bestimmten Zeit nicht in der Kita ist“, sagt Rogas. So findet unter anderem das Turnen zu verschiedenen Zeiten am Tag statt. „So kann jedes Kind daran teilhaben“, sagt Rogas.

 

Zu Beginn des Ausbaus der Öffnungszeiten nahmen zunächst 15 Familien dieses Angebot wahr, mittlerweile sind es bereits 25. Zudem stehen derzeit noch 15 Familien auf der Warteliste. Ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung richtig war. „Wir können Eltern wieder mehr Zeit mit ihren Kindern schenken, was gibt es Schöneres?“, meint Rogas.

 

Doch nicht nur für die Familien hat sich der Kita-Alltag verändert, sondern auch für die Erzieherinnen. In der Gressenicher Kindertagesstätte wird seit dem Start des Projekts in Schichten gearbeitet. 15 Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Kinder und haben auch noch Zeit für ihre eigenen Familien. Das stand für Rogas bei der Gestaltung der Dienstpläne, die alle zwei Monate rotieren, im Vordergrund. „Am Anfang war das schon eine große Herausforderung, aber wir sind ein tolles Team“, erklärt Rogas.

 

Das Angebot der Kita enthält nicht nur die flexiblen Hol- und Bringzeiten, sondern auch die Möglichkeit, bis 18 Uhr Elterngespräche zu führen. Zudem hat die Einrichtung an einem Samstag im Dezember geöffnet, damit Eltern in Ruhe Geschenke für ihre Kinder einkaufen können. Was jedoch noch fehlt ist ein anderes Klingelsystem. Momentan ist die Klingel im gesamten Gebäude zu hören. Durch die flexiblen Hol- und Bringzeiten wird diese entsprechend oft am Tag getätigt. „Es wäre besser, wenn das Klingelzeichen in der Gruppe ankommt, zu der das Kind gehört“, sagt Rogas.

 

Angetan von dem Konzept sind nicht nur die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses, sondern auch Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. „Man sieht, dass der Bedarf tatsächlich vorhanden ist. Wir müssen uns auf den Weg machen, um das Angebot noch weiter auszubauen“, sagt er. Das soll mit der Einrichtung einer Koordinierungsstelle geschehen, die dazu beitragen soll, die Randzeitenbetreuung in Stolberg bedarfsgerecht und stufenweise auch in den anderen Sozialräumen auszubauen. Ob diese Stelle eingerichtet wird, entscheiden Personalausschuss, Haupt- und Finanzausschuss sowie der Stadtrat in ihren Sitzungen in der kommenden Woche.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.