„Das Wohl der Tiere ist unser Augenmerk“

Tatjana Büscher im Wochenend-Interview: Die Vorsitzende zu den Herausforderungen des Tierschutzvereins Kreis Aachen. Jubiläum auf dem Gnadenhof.

Foto: Gnadenhof
Foto: Gnadenhof

Seit Ende April dieses Jahres ist Tatjana Büscher Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Aachen e.V. Als langjähriges Mitglied und Patin weiß sie, was es bedeutet, bei dem Verein und dem Gnadenhof mitzuwirken und erzählt unserer Mitarbeiterin Merve Polat von den Aufgaben und alltäglichen Herausforderungen.

 

Wie kam es zu der Gründung des Tierschutzvereins Kreis Aachen e.V.?

 

Büscher: Der Tierschutzverein Kreis Aachen entstand 1995 aus der Idee, dass es schon mehrere Tierheime gibt, die sich um Kleintiere kümmern, aber eben noch niemanden, der sich auch um Groß- und Nutztiere sorgt.

 

Und wie kam es dann schließlich zu der Idee für den Gnadenhof?

 

Büscher: Der Gnadenhof wurde zwei Jahre darauf, also im Jahr 1997, von der Familie Henn gegründet. Die Henns haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, dass noch Ehrenamtler für die Mitarbeit auf dem Gnadenhof gesucht werden. Daraufhin haben sich Gitta und Willi Geis gemeldet, die auch heute noch Herbergseltern sind und von der ersten Minute an mit dabei waren. Angefangen haben sie mit zwei, drei Tieren, heute ermöglichen wir 18 Tiere ihren Lebensabend auf unserem Gnadenhof.

 

Wofür setzt sich der Verein ein?

 

Büscher: Allgemein gesagt, stehen bei uns das Wohl und der Schutz der Tiere im Vordergrund. Wir bieten weiterhin auch eine Direkt-Hilfe über eine Mobilnummer an, die auf unserer Website steht. An diese können sich Menschen wenden, die zum Beispiel ein verletztes Tier wie einen Hund, eine Katze oder einen Vogel gefunden haben und nicht wissen, was der nächste Schritt ist. Wir nehmen dann eine beratende und vermittelnde Funktion ein.

 

Welche Tiere sind bei Ihnen zuhause?

 

Büscher: Unser Gnadenhof beherbergt 18 Tiere: Esel, Schafe, Großpferde, Ponys, Schweine und eine Katze. Unser Hauptaugenmerk liegt auf alten sowie kranken Groß- und Nutztieren, denen wir einen Lebensabend bieten. Diese Tiere sind nicht mehr vermittelbar und würden ohne unser Zutun beim Schlachter landen. Um ihren Tieren dieses Schicksal zu ersparen, wenden sich die Menschen in ihrer Not an uns, beispielsweise weil sie die finanzielle Versorgung nicht mehr gewährleisten können.

 

Wie sieht das Leben dieser Tiere bei Ihnen aus?

 

Büscher: Morgens kommen die Mitarbeiter auf den Hof und dann geht es an die Fütterung. Dafür stehen die Tiere auch sofort parat, unsere Pferde scharren dann beispielsweise schon mit den Hufen, weil sie genau wissen, dass jetzt Fütterungszeit ist (lacht). Hier werden den kranken Tieren auch ihre Medikamente verabreicht. Neben der Aufgabe, die Ställe auszumisten, kümmern sich unsere Mitarbeiter auch sonst um die Tiere: Sie geben ihnen Zuwendung und sprechen auch mit ihnen. Zurzeit arbeiten neben einigen Angestellten auf Minijobbasis auch zahlreiche Ehrenamtler bei uns, die am Wochenende helfen und zum Beispiel die Pferde striegeln oder die Zäune anstreichen. Tagsüber können sich die Tiere auf unserem 55 000 Quadratmeter großen Gelände austoben, wir haben auch Offenställe, sodass sie auch nachts rausgehen können.

 

Was wäre, wenn man beispielsweise einen verletzten Igel auf der Straße findet. Könnte man diesen zu Ihnen bringen?

 

Büscher: Nein, nicht zu uns, da unser Hauptaugenmerk auf den Groß- und Nutztieren liegt und nicht auf Kleintieren. Aber wir sagen in so einem Fall ganz genau, wohin man ein verletztes Tier bringen kann und was man zunächst tun sollte. Da wir auf Kleintiere nicht ausgelegt sind, nehmen wir an dieser Stelle vor allem eine beratende und vermittelnde Funktion ein.

 

Was erwartet die Besucher am morgigen Jubiläumsfest?

 

Büscher: Wir bieten einige Führungen zu den Tieren und über das Gelände an. Daneben gibt es Gaststände sowie einen Informationsstand. Dort kann man auch direkt vor Ort Patenschaften für Tiere übernehmen oder einen Mitgliedsantrag stellen. Für das leibliche Wohl ist natürlich auch bestens gesorgt: Es gibt Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke. Dann haben wir noch Sandwiches, Salate und thailändisches Essen.

 

Welche Herausforderungen gibt es bei der Arbeit im Tierschutzverein?

 

Büscher: Es ist immer schwierig, wenn man morgens auf den Hof kommt und ein Tier plötzlich erkrankt ist. Dann muss der Tierarzt gerufen werden. Und natürlich bringt das auch den Tagesablauf durcheinander. Aber dafür sind wir ja da: Letztens erst hatten wir zum Beispiel ein erkranktes Pony, das unter ständiger Beobachtung stehen musste. Wir haben uns dann nachts zu ihm gelegt und bei ihm übernachtet.

 

Wie kann man die Arbeit des Tierschutzvereins unterstützen?

 

Büscher: Alle Interessenten können neben der Mitgliedschaft natürlich auch Paten werden. Außerdem helfen uns Spenden auch immer sehr, den Tieren den Lebensabend zu ermöglichen. Man kann sich aber auch ehrenamtlich bei uns betätigen.

 

Was sind die Ziele für die Zukunft?

 

Büscher: Das alles so weiterläuft und wir den Tieren weiterhin so gerecht werden können, wie es derzeit ist.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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