Schöne Häuser und Burg beeindrucken Architekten bei Rundgang

Das Kölner Institut für Festungsarchitektur zu Besuch in Stolberg . Wechselvolle Geschichte der Stadt erläutert den Gästen Archivar Christian Altena.

Foto: Stadt Stolberg
Foto: Stadt Stolberg

Fachkundiger Besuch kündigte sich jetzt in Stolberg an. Mitglieder des Kölner Instituts für Festungsarchitektur (CRIFA) und des Kölner Festungsmuseums folgten den Worten des Geschichts- und Stadtführers Christian Altena.

 

Er führte die Gruppe in einem Rundgang zu wichtigen Sehenswürdigkeiten, um an ihnen die wechselvolle Geschichte des Ortes vom ausgehenden Spätmittelalter bis hin zur Neuzeit zu erläutern. Stolberg sei, Gott sei Dank, nicht im zweiten Weltkrieg bombardiert worden, so Altena. Zwar sei im Jahre 1944 die Front hier verlaufen, und die Stadt habe schwere Schäden durch Artillerie- und Infanteriebeschuss genommen, doch sei die wesentliche Struktur der Stadt und auch viele der zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Häuser erhalten geblieben.

 

Und so konnte die Abordnung aus Köln, die den Stadtrundgang als Ergänzung zur Festungsforschung nutzte, die engen Altstadtgassen, den schiefen Hausbau und das inzwischen modernisierte Straßenpflaster, dem aber noch der Charme vergangener Zeiten innewohnte, bestaunen. Prägenden Einfluss auf die städtische Entwicklung hatten einflussreiche protestantische Familien und die Wirtschaft rund um das Edelmetall Kupfer. Als Metropole der „Messingverarbeitung“ im Zeitalter der Frühindustrialisierung hinterließ die Stadt bis heute sichtbare stumme Zeitzeugen.

 

Die „Kupferhöfe“ der Kupfermeister zählen zu den bedeutendsten Bauwerken, die Stolberg seinen Besuchern zeigen kann.

 

Ebenso bemerkenswert und daher auf dem Besichtigungsprogramm waren die beiden protestantischen Kirchen. Die Gotteshäuser der reformierten Gemeinde zeichneten sich durch ihre Schlichtheit aus. Die Konzentration auf das Wort Gottes - in heimischer Sprache - sei hier besonders gut nachvollziehbar, gab Christian Altena bei seiner Stadtführung zu Protokoll.

 

Zwar fehle es an prunkvoller Innenausrichtung, dafür aber habe man mitunter eigenwillig gebaut, es an Akkuratesse vermissen lassen. Altena verwies beim Besuch der „Vogelsangkirche“ auf unregelmäßige Kirchenfenster, ein wenig geradliniges Kirchenschiff und die nicht symmetrischen Aufgänge zur Orgel-/Kanzelempore.

 

Nach dem Kupfermeisterfriedhof folgte als Abschlusshighlight die Besichtigung der Burg Stolberg, die der Stadt ihren Namen gab. Das heute, vor allem für verschiedene Festivitäten (insbesondere Hochzeiten) genutzte Gemäuer stammte aus dem 15. Jahrhundert und überdauerte verschiedene äußere Einflüsse von Erdbeben über die napoleonische Besatzung bis hinzu den Geschehnissen des zweiten Weltkrieges. Zum Abschluss der zweistündigen Exkursion stärkten sich die Delegationsteilnehmer aus der rheinischen Domstadt im Schlosscafé bei Kaffee und Kuchen. Viele sind sich sicher, sie werden noch einmal nach Stolberg wiederkommen.

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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