Vom König zum Grillhähnchen mutiert

Die Schützenbruderschaft Dorff feiert Kirmes. Bei der Ulkparade muss zur Freude des Publikums „manches Huhn Federn lassen“.

Fotos: D. Müller
Fotos: D. Müller

In einem ländlichen Stadtteil zu leben und begeisterter Hühnerzüchter zu sein, ist schön. Wenn man aber Schützenkönig in Dorff ist, kann eben dies durchaus zum Verhängnis werden, und der König wird zum Grillhähnchen. So geschehen bei der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Dorff, als Majestät Andreas Junker sich gegen Ende der viertägigen Kirmes am Drehspieß wiederfand.

 

Doch von Beginn an: Wie gewohnt startete die Dorffer Schützenkirmes im großen Festzelt unter dem Motto „Frei und locker“ mit einem Party-Abend, der sich besonders an junge und jung gebliebene Gäste richtete. Mit dabei: das zu dem Zeitpunkt noch amtierende Königspaar Petra und Klaus Weiss. Traditionell und festlich war dann der zweite Kirmestag, an dem Pfarrer Ulrich Lühring, Präses der Dorffer Bruderschaft, das Festhochamt zelebrierte und die neue Majestät mit der Königs-Kette ausstattete. Nach einem Umzug durch den Ort mit dem strahlenden Königspaar Andreas und Helga Junker spielte im prächtig dekorierten Zelt die Liveband „Celebration“ zum Dorffer „Sommernachtsball“ auf. Auch die Dorffer Tanzgruppe „Twee Agitation“ erhielt viel Applaus. Es folgte der Familientag der Kirmes mit Frühschoppen, Speck-und Ei-Essen und Cafeteria, bevor am Nachmittag der große Festzug durch den Ort ging. Zu den gastgebenden Hubertus-Schützen gesellten sich dabei die Löschgruppe Dorff der Freiwilligen Feuerwehr, die Breiniger Sebastianus-Schützenbruderschaft samt Böllerschützenabteilung, die befreundeten Schützen aus Krauthausen, der Musikzug Grün-Weiß Eschweiler sowie die Bovenberger Musikanten. Im Festzelt am Dorfweiher bat anschließend das Team von DJ Nick Schuran zum Kirmestanz, die Showtanzgruppe der KG De Wenkbülle begeisterte die Gäste, und bei einer großen Tombola lockten viele Preise.

 

„Dorff pur“ hieß es dann am vierten Kirmestag, der für Königin Helga Junker, das Gefolge und vor allem für den Schützenkönig manche Bewährungsprobe bereithielt. Denn der Lindenplatz war einmal mehr Schauplatz der einzigartigen Ulkparade, bei der die Dorffer Majestät traditionell witzige Abenteuer überstehen muss. Was diesmal harmlos anfing. Das Ulkparaden-Komitee erklärte anschaulich, warum es die Junkers erst von Dorff nach Nürnberg und dann wieder zurück in die Heimat zog: Die Dorffer Würstchen sind einfach größer und schmackhafter als die Nürnberger. Frisch vom Grill wurden Würstchen beider Varianten an Gefolge und Publikum verteilt, und dann ging es „ans Eingemachte“.

 

Da Andreas Junker Hobby-Hühnerzüchter ist, wurden Königspaar und Gefolge in Hähne und Hühner verwandelt, und die Ulkparade nahmen ihren Verlauf. Der Schützenkönig musste zunächst beim Nestbau überzeugen, die Hühner dann in einem heiteren Spiel um die Gunst des Alpha-Hahns kämpfen. Auf die Herren des Gefolges wartete ein Hindernisparcours, und sie sollten rohe Eier – auf ihren Köpfen platziert – sicher ins Ziel bringen. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem viele Eier zu Bruch gingen. Um Lebensmittelverschwendung habe es sich allerdings nicht gehandelt, da ausschließlich „belastete niederländische Eier“ zum Einsatz gekommen seien, versicherten die Mitglieder des Ulkparaden-Teams, das als „Hühnerzucht Komitee offener Zapfhahn“ in Aktion war.

 

Feucht-fröhlich gestaltete sich das „Dorffer Moorhuhn-Schießen“: Freiwillige aus dem Publikum warfen Wasserbomben, die mit bunter Flüssigkeit gefüllt waren, auf Königspaar und Gefolge, wobei die „Moorhuhn-Schützen“ auch selbst gefährlich lebten. Denn die „Moorhühner“ fingen manche Wasserbombe auf und warfen sie kurzerhand zurück. Und das humorvolle Spektakel auf dem Lindenplatz ging weiter, als das Ulkparaden-Komitee die Zuschauer mit offenen Hahnenkämpfen erfreute. Tragischer Weise verlor Alpha-Hahn Andreas Junker den entscheidenden Kampf gegen einen Junghahn aus seinem Gefolge.

 

Damit war der Fall für die Ulkparaden-Macher klar: „Der alte Hahn bringt es nicht mehr und muss einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.“ Schnell qualmte das „Grillfeuer“, der Schützenkönig wurde liebevoll mariniert, paniert, als Grillhähnchen auf einen Drehspieß gesteckt und über „offenem Feuer“ gewendet. Freilich wurden die Holzscheite nicht wirklich angezündet, und der Rauch des vermeintlichen Feuers kam aus einer Nebelmaschine. Auch der Drehspieß war eigentlich eine Trage, auf der Junker beinahe bequem und sicher festgeklebt lag.

 

So erlebte der Schützenkönig auch unversehrt den geselligen Ausklang der Kirmes, bei dem Heinz Willms, Brudermeister der Dorffer Schützen, allen Beteiligten Dank aussprach. Denn auch wenn die Bruderschaft in dem Ort mit knapp 600 Einwohnern gut 140 Mitglieder zähle, „könnten wir ohne die Hilfe aller Dorffer Vereine und Gruppierungen unsere Kirmes nicht ausrichten“, sagte Willms: „Ob Organisation, Dekoration, Auf- und Abbau, Frühstück, Cafeteria und Bewirtung – bis auf den Imbisswagen stellen wir das viertägige Fest für alle Generationen komplett in Eigenregie auf die Beine.“ Was auch für den Königsvogelschuss gelte, der am Samstag, 26. August, mit einem Grillfest ab 18.30 Uhr am Vereinsheim, Pfarrer-Gau-Straße, stattfindet.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.