Neues Wohnen in der alten Textilfabrik

Umbau in der Buschmühle ist angelaufen. 23 barrierefreie Wohnungen . Drei Büros. Verkauf an Immobilienfonds steht bevor.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Mittlerweile hat Horst König sie in den Händen: Die Baugenehmigung für die Sanierung der früheren Textilfabrik in der Buschmühle hatte er im Frühjahr noch händeringend erwartet. Mittlerweile ist er schon ein ganzes Stück weiter gekommen. „Im Keller sind wir durch“, sagt der Immobilienverwalter und Projektentwickler aus Aachen.

 

Von außen besser erkennbar sind die Arbeiten zur Modernisierung des gut 70 Jahre alten Industrieensembles, nachdem die weiße, vorgehängte Fassade entfernt ist und die roten Nachkriegsziegel zum Vorschein kommen. Wo einst gewebt und gestopft wurde, soll Mitte nächsten Jahres neues Leben einziehen können: König baut die Fabrik am Rande des Naturschutzgebietes zu einem Appartement-Komplex um.

 

Doch zunächst steht ein Eigentümerwechsel bevor. König steht kurz vor dem Notartermin mit einem Fonds, der die Immobilie am Münsterbach erwerben und das Projekt fortsetzen möchte. „Man darf sich ja nicht verzetteln“, sagt König.

 

Er hat seine frühere Soccer-Halle in der Buschmühle mittlerweile vermietet. Eine von Aachen nach Stolberg gezogene Firma, die sich zunächst im Camp Astrid niederlassen wollte, arbeitet dort an der Entwicklung von Messanlagen. Und auch die Laser-Tag-Halle gehört der Vergangenheit an. „Ich brauchte einfach mehr Lagerfläche“, erklärt König, dass die beiden Angebote durchaus gut genutzt worden waren.

 

Vor einem Jahrzehnt hatte der Aachener die Immobilie aus einem Zwangsversteigerungsverfahren erworben. Im März 2007 hatte das Amtsgericht Eschweiler die bis 1986 betriebene Tuchfabrik Lorenz nebst Wasser- und Wegerechten mit einem Verkehrswert von 1 882 200 Euro aufgerufen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen einer Versteigerung lag das teilweise als Gewerbepark genutzte Areal seit April 2004 unter der Zwangsverwaltung eines vom Gericht bestellten Rechtsanwalts. In 14 Gebäuden aus den Baujahren 1900, 1950 und 1980 standen 6350 Quadratmeter Nutzfläche auf dem 12 300 Quadratmeter großen Grundstück – eine Altlastenverdachtsfläche – zur Verfügung; teilweise sind die Büros, Lagerhallen und Werkstätten vermietet.

 

Nach der Übernahme verfolgte König unterschiedliche Ansätze, vermietete Teile, vermarktete sie selbst als Sporteinrichtungen und begann mit der Sanierung. Dabei erwiesen sich die unterschiedlichen Genehmigungsverfahren als nicht einfach, um Belange von Naturschutz, Lärmemissionen, Stellplatz-Nachweis und geplante Nutzung unter ein Dach zu bekommen.

 

Zum großen Schlag wollte König schon vor vier Jahren ausholen und das Hauptgebäude des Komplexes anpacken. In den drei Obergeschossen sollten 25 Appartmentwohnungen einschließlich Gemeinschaftsraum mit Teeküche, Fahrradraum und Kellerersatzräumen entstehen. Studenten waren als Mieter anvisiert. 2014 stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung der planungsrechtlichen Stellungnahme zur Bauvoranfrage zu. Dann aber verzögerte sich die Realisierung aus unterschiedlichen Gründen, und mittlerweile änderte sich auch die Gesetzeslage.

 

Wohnungen in reiner Nordlage, so wie sie teilweise der ursprüngliche Entwurf vorsah, sind laut Bauordnung nicht mehr gestattet. Zudem müsse bei einem solchen Vorhaben mindestens ein Geschoss rollstuhlgerecht ausgeführt werden. Letztlich musste Horst König sein Projekt überarbeiten und präsentierte im Frühjahr der Stadt eine neue Version.

 

Die Grundrisse wurden überarbeitet, die Wohneinheiten in den drei Vollgeschossen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss angeordnet. „Nun werden alle Wohnungen nicht nur barrierefrei erreichbar sein, sondern auch über einen hochwertigen Standard verfügen“, sagt König. Es entstehen insgesamt 23 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen zwischen 30 und 80 Quadratmetern. Das gesamte Gebäude soll mit einer wärmedämmenden Isolierung verkleidet werden. Bereits in einem Nebentrakt des Industrieensembles realisiert sind ein Loft und eine Einlieger-Wohnung. Mittlerweile die Buschmühle verlassen hat ein Kfz-Betrieb. Diese Werkstatt soll einer Büronutzung zugeführt werden. Zudem soll das ehemalige Kesselhaus der Textilfabrik in zwei Büros umgebaut werden. Mehr als eine halbe Million Euro werden in das Ensemble investiert.

 

Stolberg war in früheren Zeiten eine Hochburg der Textilindustrie, die sich ab 1719 zu den Kupfermeistern gesellten. Ihr Niedergang folgte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Noch heute produzieren zwei Unternehmen: Die Hueck Rheinische GmbH in der Nepomucenusmühle Pressbleche, Presspolster und Dekore sowie Gebrüder Thelen GmbH in Schevenhütte Teppichgarn.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.