Kunst der Fuge: Ordnung und Variation

Bachs Kompositionensammlung beim Klassik-Konzert in Vicht. Streicherquartett ordnet die achtzehn Fugen nach eigenem Empfinden.

Foto: Gabriela Ruhmann
Foto: Gabriela Ruhmann

Zum dritten Vichter Klassik-Konzert am Sonntag, 17. September, um 17 Uhr in die Pfarrkirche St. Johannes-Baptist lädt der Vichter Wolfgang Boettcher alle Klassik-Begeisterten aus Nah und Fern ein. Diesmal steht Bachs „Die Kunst der Fuge“ in einer Version für Streichquartett auf dem Programm. Es spielen: Hans Otto Horch und Roswitha Kuhnen (Violinen), Susanne Trinkaus (Viola) und der Vichter Wolfgang Boettcher (Cello). Im Anschluss an das Konzert wird Rudi Dreuw im Namen des „Fördervereins für die Pfarrgemeinde Vicht“ zu einem Umtrunk in das benachbarte Pfarr- und Jugendheim, Rumpenstraße 1, einladen.

 

Die „Kunst der Fuge“ ist – wie schon die „Goldbergvariationen“ und das „Musikalische Opfer“ – eine Sammlung von Kompositionen zu einem bestimmten Grundthema. Die insgesamt 18 Kompositionen umfassen 14 drei- und vierstimmige Fugen (von Bach als „Contrapunctus“ bezeichnet), sowie vier zweistimmige Kanons. Zwei der Fugen sind in doppelter Ausführung vorhanden: Jede dieser zwei „Spiegelfugen“ wird nach ihrem Ende mit durchgängig umgekehrten Tonintervallen wiederholt.

 

Die „Kunst der Fuge“ ist spätestens ab 1742 begonnen worden. Während der letzten Arbeiten an diesem Werk litt Bach an einer schmerzhaften Augenerkrankung, die nach erfolgloser Operation zu völliger Erblindung führte und so die Vollendung des Fugenzyklus verhinderte. Die letzte Fuge bricht nach der Einführung des dritten Themas (mit der Notenfolge B-A-C-H) abrupt ab.

 

Wie viele der Bach‘schen Werke war die „Kunst der Fuge“ lange Zeit fast unbekannt. Denjenigen Musikern, die sie kannten, galt sie eher als abstraktes Lehrwerk der Fugentechnik als ein zur Aufführung geeignetes Kunstwerk. Es war wesentlich das Verdienst Wolfgang Graesers, dass dieses Werk der Musikwelt (wieder) zugänglich gemacht wurde – er setzte 1927 die Uraufführung durch. Bach hatte die fertigen Teile des Werks zum Stechen gegeben und konnte für die ersten elf Fugen selber noch das Fehlerverzeichnis herstellen. Nach seinem Tode ließen die Söhne den Stich des Werkes fortsetzen, ohne freilich über den von Bach geplanten Aufbau des Gesamtwerks informiert zu sein. Seit dem Erscheinen des Werks hat es eine Vielzahl von Vorschlägen für eine Neugliederung gegeben. Dabei standen jeweils andere Ordnungsgesichtspunkte im Vordergrund. Eine verbindliche Gliederung nach gewissermaßen objektiven Kriterien lässt sich nicht ableiten.

 

Das Streichquartett hat – unter Berücksichtigung der vorliegenden Gliederungsvorschläge – für diese Aufführung die Fugen unter folgenden Gesichtspunkten gereiht: Einthemige Fugen werden vor zwei-, drei- und vierthemigen gespielt. Zweistimmige Fugen stehen vor dreistimmigen, und diese wiederum vor vierstimmigen. Die kompositorische Schwierigkeit der Fugen steigt im Verlauf der Aufführung.

 

Da nach der Auffassung des Quartetts solche systematischen Kriterien im Hinblick auf eine Aufführung nur begrenzte Geltung beanspruchen sollten, haben sie sie an einigen Stellen durchbrochen – zugunsten des stärker hörerbezogenen Gesichtspunkts der `Variation´. Als Abschluss nach der unvollendeten Quadrupelfuge spielen sie – entsprechend der Erstausgabe der „Kunst der Fuge“ – den Choral „Vor deinen Thron tret ich hiermit“, den Bach noch kurz vor seinem Tode seinem Schwiegersohn Altnicol diktierte.

 

Der Eintritt zu dem gut einstündigen Vichter Klassik-Konzert ist kostenfrei. Die Musiker freuen sich jedoch über Spenden zugunsten der „Ärzte ohne Grenzen“ und des „Fördervereins für die Pfarrgemeinde Vicht“.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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