Erlebnisroute verbindet Eifel-Schönheiten

Neun Kommunen mit historischen Stadt- und Ortskernen auf einem 225 Kilometer langen Rundkurs. Neue Broschüre vorgestellt.

Fotos: J. Lange
Fotos: J. Lange

„Wir sind sehr unterschiedliche Kommunen in der Eifel und doch miteinander verbunden“, sagt Andreas Glodowski. „Was lag also näher, als die Städte miteinander zu verbinden“, meint der Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung in Schleiden. Und genau das haben neun Kommunen getan, die in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne NRW zusammenarbeiten. Das Ergebnis ist das erste touristische Angebot der Arbeitsgemeinschaft, die sich bislang vornehmlich auf Fragen der Bau- und Stadtentwicklung konzentrierte.

 

Die Erlebnisroute Eifel verbindet die Sehenswürdigkeiten von neun geschichtsträchtigen Kommunen in der nordrhein-westfälischen Eifel. Neben Stolberg, Nideggen und Monschau liegen Schleiden, Hellenthal, Dahlem, Mechernich, Bad Münstereifel und Blankenheim auf der 225 Kilometer langen Route und präsentieren jeweils individuelle Sehenswürdigkeiten.

 

Für Blankenheim sei das eine besondere Ehre, Teil der Erlebnisroute zu sein, denn die „Wiege der Ahr“ mit Grafenburg und Fachwerkhäusern wartet noch auf die offizielle Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der noch 56 Mitglieder, sagt Bürgermeister Ralf Hartmann.

 

Blankenheim, wo der Ahrsteig beginnt, ist mit Stolberg beispielsweise auch durch den Eifelsteig verbunden. Die Kupferroute verbindet ihn direkt mit der Altstadt am Fuße der Burg und dem Torburgmuseum – das zentrale Ziel dieser Etappe der Erlebnisroute. Aber die Kupferstadt bewirbt zudem das Museumssägewerk in Zweifall, „wegen seiner geregelten Öffnungszeiten und Vorführungen“, so Touristik-Leiter Jürgen Gerres. „Man kann also etwas erleben“. Zudem liegt der „denkmalgeschützte Straßenzug Alt Breinigs ebenfalls auf der Strecke“, sagt seine Kollegin Svenja Erler. Dort bilden rund 90 Gebäude – teilweise im Urtyp des Aachener Bauernhauses mit der Anordnung Stube, Küche und Stall – den historischen Kern des geschäftsreichen Ortes.Drei „Fliegen mit einer Klappe“ kann Stolberg somit zur Erlebnisroute beitragen.

 

Monschau verweist nicht nur auf sein Zentrum mit den romantischen Fachwerkhäusern an der Rur, sondern auch auf die berühmten Buchenhecken am Höfener Heckenweg. Nächste Station wäre Vogelsang auf dem Weg ins Schleidener Tal, wo das idyllische Örtchen Olef mit sorgfältig restaurierten Fachwerkhäusern und historischer Pfarrkirche. Die Route führt vorbei am Wildgehege Hellenthal zu der typisch gotischen Burg-Tal-Siedlung Reifferscheid, die von mittelalterlichem Flair geprägt ist.

 

Über Kronenburg mit seiner historischen Burgsiedlung rund um die alten Wehranlagen im obereren Kalltal geht‘s weiter zur Dahlemer Binz, dem Eifelflugplatz, der am ersten September-Wochenende sein 60-jähriges Bestehen feiert. Blankenheim mit seiner Römer-Villa und dem Schlossweiher wäre dann das nächste Ziel, bevor das geschichtsträchtige Bad Münstereifel mit seinem Romanischen Haus und der turbulenten Outlet-Stadtmitte lockt. Besinnung und Ruhe kann man dann in der Bruder-Klaus-Kapelle oberhalb der Mechernicher Ortschaft Wachendorf finden, bevor Kommern mit seinem von Kriegen und Bränden verschonten Ortskern sowie dem nahe gelegenen Freilichtmuseum tiefgreifende historische Eindrücke verspricht.

 

Die Ritterstadt Nideggen wartet als nächstes Ziel der Route mit ihrem mittelalterlichen Flair im Schatten der stolzen Burg und ihren imposanten Stadttoren. Die Häuser aus rotem Sandstein verleihen dem „Tor zur Eifel“ einen unverwechselbaren Charme, bevor der Reisevorschlag via Kermeter, Simonskall und Raffelsbrand (derzeit Baustelle) zum Museumssägewerk nach Zweifall führt.

 

Dort sind historische Sägegatter und eine Bandsäge zu besichtigen, die am dritten Samstag im Monat (16 Uhr) vorgeführt werden. Zudem kann die Ausstellung mit umfangreichen Erläuterungen zur Waldwirtschaft vergangener Zeiten während der Saison sonn- und feiertags von 11 bis 16 Uhr sowie auf Anfrage besichtigt werden.

 

Die Erlebnisroute Eifel ist angelehnt an die „Radroute Historische Stadtkerne“, die die Regionalgruppe des Münsterlandes erarbeitet hat. „Dort ist es flach“, schmunzelt Glodowski. In der eher bergigen Eifel biete sich die Erlebnisroute eher als Ausflugstipp für motorisierte Touristen an. „Oder man kann sie auch etappenweise mit dem Fahrrad in Angriff nehmen“, sagt Robert Voigtsberger. „Wir hoffen, mit der Erlebnisroute weiter über die Region hinaus bekannt und ein Ziel von Ausflugsgästen zu werden“, sagt der für Tourismus zuständige Erste Beigeordnete der Kupferstadt.

 

Auf der Erlebnisroute erzählt jeder Ort seine eigene Geschichte, „und es lohnt sich, Station zu machen und die Sehenswürdigkeiten zu genießen“, betont Voigtsberger. Aber alleine schon die Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft der Eifel mit ihren Wäldern, Wiesen und Feldern ist ein optisches Erlebnis. Angedacht ist bereits eine Oldtimer-Rundfahrt über die Erlebnisroute durch die Eifel.

 

Eine Broschüre ist in einer Auflage von 5000 Exemplaren bei den Tourist-Informationen der Eifelregion erhältlich oder via Internet als Download zu beziehen. „Die Erlebnisroute Eifel ist ein dynamisches Produkt“, sagt Ideengeber Glodowski. An einer Aktualisierung der Ausflugsziele wolle die Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft kontinuierlich arbeiten. Immerhin haben die neun Eifel-Perlen noch weitaus mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten.

 

So hat für die Premiere jede der neun Kommunen ihre Ziele selbst definiert. René Wißgott von der Rureifel-Tourimus hat sie dann als Route zusammengefügt und das Layout der kostenfrei erhältlichen Broschüre gestaltet. Informationen zu Downloads sind zu finden bei den einzelnen Kommunen sowie:

 

im Internet unter

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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