„Alter Schotte“: Ein neuer Clan in der Region

Highland Battle Beasts Stolberg: traditioneller Sport mit Kilt, Stamm und Stein.

Foto: Sascha Schiffer
Foto: Sascha Schiffer

Sascha Voigt ist hoch konzentriert. Mit seinen Händen trägt er einen rund sechs Meter langen Stamm. Er setzt an, geht einige Schritte in gebückter Haltung, kommt kurz zum Stehen, geht in die Knie und schnellt sofort impulsiv wieder nach oben, um den Stamm mit voller Wucht in die Luft zu katapultieren. Der Stamm bohrt sich in die Luft, dreht sich um die eigene Achse und schlägt nach einigen Metern auf dem Boden auf. „Tossing the caber“, zu Deutsch Stammdrehen, nennt sich die Disziplin. Sie gehört neben weiteren zu einer alt-schottischen Tradition, den Highland-Games. Früher ein Wettkampf zwischen Clans, um ihre stärksten Krieger zu ermitteln, sind die Highland-Games heute eine beliebte Sportart, die auf der ganzen Welt Anhänger hat. Sogar in unserer Region.

 

Sascha Voigt ist Trainer und Vereinsgründer der Highland Battle Beasts Stolberg. Erst vor wenigen Wochen gegründet, trainieren die mittlerweile schon 25 Mitglieder des „Clans“ auf dem Sportplatz des ASA Atsch. „Selber habe ich diesen Sport für mich vor über drei Jahren entdeckt. Eine Freundin brachte mich zu den Highland Shadows Kreuzau, bei denen ich die einzelnen Disziplinen kennen und lieben gelernt habe“, sagt Voigt. Nach seinem Umzug nach Stolberg gestaltete sich die Anreise zu den Trainingseinheiten nach Kreuzau aber als zu mühsam, „und nach der Feststellung, dass es hier in der Region noch keinen Verein gab, habe ich mich dazu entschlossen, selbst einen zu gründen“, erklärt Voigt.

 

Er könne sich hier auf den Einzelwettkampf spezialisieren, was bei seinem alten Verein nicht ging. Alle Trainingsgeräte für den Verein hat Voigt selbst angeschafft und auch gebaut. Für einige Disziplinen fehlen noch die passenden Geräte. Das werde sich aber in den kommenden Monaten ändern.

 

Bei den Highland-Games treten entweder Einzelpersonen in fünf Disziplinen gegeneinander an, oder Teams mit je sechs „Clan-Mitgliedern“, die in zehn Disziplinen plus Tauziehen gegeneinander antreten. Neben dem am ehesten bekannten „tossing the caber“ (Stammdrehen), gibt es unter anderem noch die Disziplinen mit den klangvollen Namen „putting the stone“, „timberwalk“, „stone of manhood“, „putting the sheaf“, „weight over bar“ und „weight for distance“. „Bei weight for distance wird ein 12,7 Kilogramm schweres Gewicht, welches an einer Kette befestigt ist, so weit geworfen wie möglich. Das gleiche gilt für putting the stone. Dabei versuchen die Wettkämpfer einen Stein wie beim Kugelstoßen so weit wie möglich zu stoßen“, erklärt Voigt. In die Höhe hingegen geht es bei „weight over bar“. Dabei wird ein Gewicht über Kopf drei bis sechs Meter in die Höhe geschleudert. „Je weiter, höher, schneller oder sauberer eine Übung absolviert wird, desto mehr Punkte gibt es“, erklärt Voigt, der auch weiß, dass nicht nur Kraft ausschlaggebend für den Sieg sein kann. Bestes Beispiel dafür sei das Hufeisenwerfen: „Bei dieser Disziplin muss man Hufeisen so nah wie möglich an eine Stange werfen. Viele üben diese Disziplin nicht aus, da sie denken, sie sei zu langweilig. Jedoch sind dort genau so viele Punkte zu holen wie bei den anderen Stationen. Das kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.“

 

Die Highland-Games sind übrigens keine reine Männersache. Auch Frauen und Kinder können an den Wettbewerben teilnehmen. „Sie benutzen zwar leichtere Gewichte oder Stämme, aber sie absolvieren alle Disziplinen, die die Männer machen“, sagt Voigt, der mit seinem Verein bereits in Kürze an einem Turnier teilnehmen möchte. Neben einem Männer- und Frauen-Team „versuche ich außerdem, eine Jugendmannschaft aufzubauen. Zwei Jungs trainieren schon mit“, so der Sportler. Sollte es dann beim ersten Turnier nicht so gut klappen, sei das auch überhaupt kein Problem, „denn viele von uns machen diesen Sport zum ersten Mal und die Turniere sind auch dafür da, sie weiter anzuspornen. Dabei sein ist alles.“ Außerdem gewöhnen sich die neuen Mitglieder so an die typisch schottische Sportbekleidung: den Kilt (Schottenrock). Denn ohne die passende Bekleidung gibt es keinen Wettbewerb. „Beim Training muss man zwar keinen Kilt tragen, aber bei den Wettbewerben ist er ein Muss“, erklärt Voigt. Zudem hat jeder Clan seine eigene Kiltfarbe. Die Schottenröcke der Highland Battle Beasts sind grau-schwarz, die der Highland Shadows Kreuzau grau-lila.

 

Für Sascha Voigt ist der sportliche Erfolg schön, der Zusammenhalt und das familiäre Umfeld in der Highland-Games Gemeinschaft sind aber noch schöner. „Durch die Turniere in ganz Deutschland lernt man viele neue Leute kennen und es entstehen Freundschaften zwischen den einzelnen Clans.“ Wie zwischen den Highland Battle Beasts Stolberg, den Mc Clary Warriors & Diamond aus Oekhoven sowie den zweifachen deutschen Meistern im Teamwettbewerb, den Paradise Punks aus Kempen, die sich sogar gegenseitig zu Trainingseinheiten oder einfach zum Grillen verabreden. „Wir helfen uns gegenseitig so gut wir können und das obwohl die Distanz zwischen unseren Clans nicht gerade klein ist“, sagt Voigt, der natürlich auch noch mit seinem alten Verein in Kreuzau eine freundschaftliche Beziehung pflegt.

 

Die Highland Battle Beasts Stolberg trainieren jeden Mittwoch von 18.30 bis 20 Uhr und Samstag von 15 bis 16.30 Uhr, auf dem Sportplatz des ASA Atsch, Hammstraße 75 in Stolberg.

 

Quelle: Super Mittwoch

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