Eigene Erfahrung spornt zu guter Tat an

Keine Langeweile auf der Kinder- und Jugendstation des Bethlehem Gesundheitszentrums . Ehrenamtler sorgen für gute Laune.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

„Seht mal, wer da rennt. Seht mal, wer da rennt. Das ist wohl der Augustin, das Naturtalent“, schallt es über den Flur der Kinder- und Jugendstation des Bethlehem Gesundheitszentrums. Immer wieder werfen Krankenschwester, Pfleger und Besucher einen Blick in das bunte Spielzimmer, das sich für eine halbe Stunde mit Leben füllt. Immer wieder beginnen die Kinder und Jugendlichen zu lachen. Nur wenige Sekunden später ist es wieder mucksmäuschenstill und mit großen, strahlenden Augen lauschen sie gebannt den Worten der beiden Männer, die vor der Türe Platz genommen haben. Da wird sogar das beliebte Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel für einige Minuten außer Acht gelassen. Unbekannte sind die beiden Herren keineswegs. Schriftsteller, Kabarettist und Journalist Hubert vom Venn sowie der Stolberger Liedermacher Dieter Kluge sind an diesem Vormittag auf der Station zu Gast. Ihr Ziel: Die kleinen Patienten von ihrem Krankenhausalltag ablenken. Ob ihnen das gelingt?

 

Angefangen hat alles im November 2015. Zuvor fand auf der Kinder- und Jugendstation des Bethlehem Gesundheitszentrums einmal im Jahr im Rahmen des „Nationalen Vorlesetags“ eine Vorlesestunde statt. Zu den Gästen zählte neben Stolbergs Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier auch Hubert Franke, der in der Region als Hubert vom Venn bekannt ist. Was zunächst eine einmalige Sache sein sollte, wurde jedoch schnell zu einer Art Selbstläufer, wie der Künstler berichtet.

 

Einmal im Monat ist er seitdem im Stolberger Krankenhaus zu Gast und bietet dort ehrenamtlich eine Veranstaltung unter dem Titel „Märchenzeit“ an – ein Projekt des Vereins „Eifel hilft“. Bei den kleinen Patienten kommt die Mischung aus Vorlesen und Theaterspiel – teilweise auch mit Puppen – besonders gut an. Der Grund: Vom Venn liest die Geschichten nicht einfach nur vor. Der Künstler lebt die Geschichten. Er verstellt seine Stimme, gestikuliert dazu und unterhält auf diese Weise nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch deren Eltern. Das gelng auch bei der jüngsten Lesung, bei der die Geschichte „Der geheime Garten“ im Vordergrund stand.„Für die Kinder ist es schön, eine Ablenkung zu haben“, sagt vom Venn und spricht dabei aus der eigenen Erfahrung.

 

Wegen einer schweren Krankheit verbrachte vom Venn als Kind drei Jahre im Aachener Uniklinikum. Seine Familie wohnte in Hellenthal und konnte ihn lediglich per Bus erreichen. Aus diesem Grund weiß er ganz genau, wie es ist, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und das Krankenbett zu hüten. „Dabei kann eine tödliche Langeweile entstehen“, sagt er. Damit es bei den Stolbergern gar nicht erst soweit kommt, stattet er den kleinen Patienten regelmäßig einen Besuch ab. Das eine oder andere Mal hat er bei seiner Vorlesestunde am letzten Montag im Monat auch Gäste im Gepäck, die ihn unterstützen. Diesmal war es der Stolberger Liedermacher Dieter Kluge. Auch er ist in seiner Heimatstadt kein Unbekannter.

 

Bereits Anfang der 1960er Jahre startete er seine musikalische Karriere in einer Rockformation und gründete im Jahr 1978 die „Wäggelchen“ und ein Jahr später das Duo „Dahmen/Kluge“. Dieses initiierte noch im gleichen Jahr das

1. Stolberger Liedermachertreffen auf der Burg. Bekannt ist Kluge den Stolbergern auch als Mitglied der „Altstadtmusikanten“, Mitbegründer der Mundart-Coverband „Alabonnör“ und Mitglied des Stolberger Traumtheaters, das sich allerdings im Jahr 2013 auflöste – und nun auch als Interpret von Kinderliedern. Die Lieder vom kleinen Hasen Augustin und der kleinen Wanze sorgten bei den Kindern für viel Vergnügen. Durch einen Zeitungsartikel wurde Kluge auf das Projekt aufmerksam und meldete dich daraufhin bei seinem Kollegen. „Und jetzt bin ich hier im Krankenhaus. Das war mir ein Anliegen“, sagt er.

 

Momente, die den beiden Künstlern im Gedächtnis geblieben sind, gebe es zahlreiche. Es seien die kleinen Erlebnisse, die berühren. Dazu zählen nicht nur strahlende Kinderaugen, sondern auch die Reaktionen der Eltern. „Auch die Erwachsenen lassen sich oft darauf ein und wenn sie sich dann nach dem Auftritt bedanken, ist das besonders schön“, sagt Dieter Kluge. Er ist der Meinung, dass die Veranstaltungsreihe längst zu einem „Aushängeschild“ des Stolberger Gesundheitszentrums geworden sei. „Das ist eine kleine Sache, die allerdings eine ganz große Aussagekraft hat“, ist Dieter Kluge sich sicher. Diese Meinung teilt auch Hubert vom Venn. „Ich will diese Aktion nicht mehr missen“, sagt er. Als nächster Gast soll übrigens die Stolbergerin Edina Schuster, Redakteurin bei einer TV-Produktionsfirma, mit von der Partie im Bethlehem Gesundheutszentrum sein. Und wie hat den Kindern das Programm gefallen? Sie drücken ihre Begeisterung in lautem Applaus für die beiden Akteure aus.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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