Breite Zustimmung zum Oberstolberger Markt

Aus vier Varianten kristallisiert sich eine eindeutig heraus. Gemischte Verkehrsfläche und neue Anbindung an die Rathausumfahrt . Toilette vermisst.


Am Ende ist die Meinung zum Gesamtkonzept recht einhellig – auch wenn die rund 30 Teilnehmer der Planungswerkstatt zur zukünftigen Gestaltung des Oberstolberger Marktes individuelle Schwerpunkte setzen. Dabei legt die Verwaltung an diesem Abend jeweils zwei Varianten von zwei anonymisierten Planungsbüros als Diskussionsgrundlage vor, wie sie konträrer nicht sein könnten.

 

Doch wer erwartet hatte, dass sich die Meinungen entsprechend spalten, der irrte. Letztlich kristallisiert sich die Variante heraus, die großzügige Platzverhältnisse auch dank eines „shared space“, eines gemeinsamen Verkehrsraums von Fahrzeugen und Fußgängern, vorschlägt: für Willy-Brandt- und Heinrich-Böll-Platz mit den angrenzenden Bereichen von Aachener- und Zweifaller Straße.

 

Wobei einschränkend gesagt werden muss, dass die Förderkulisse des Entwicklungsprogramms Talachse Innenstadt an der Südflanke des Willy-Brandt-Platzes endet und somit die Vorstellungen für das Umfeld des Heinrich-Böll-Platzes erst einmal Zukunftsvisionen bleiben. Aber angestrebt ist ein einheitliches Gestaltungsmuster auch für die Zukunft, wenn im Jahre 2019 die Umgestaltung in Oberstolberg beginnen soll. Ob und wann der Abschnitt des Heinrich-Böll-Platzes folgen kann, ist heute noch ungewiss.

 

Im Vorfeld der Planungswerkstatt hatte die Verwaltung zwei Büros aufgefordert, zwei unterschiedliche Planungsvarianten zu erarbeiten, die den Bürgern als Diskussionsgrundlage dienen sollten. Rücksicht genommen werden sollte bei den Vorschlägen auf die unterschiedliche Funktionalität des Oberstolberger Marktes. Bus und Bahn sowie Individualverkehr galt es ebenso zu berücksichtigen wie die Wünsche ein attraktives Entree zu Alt- und Innenstadt zu schaffen und die Beziehungen in Richtung Steinweg und Burgstraße zu stärken. Parkplätze, Aufenthaltsqualität und Stadtbild waren weitere Anhaltspunkte.

 

Das erste vorgestellte Büro kam zu der Einschätzung, dass eine Mischverkehrsfläche nicht geeignet sei für den Planungsraum. Die Planer kamen zu einer grundlegend anderen Lösung: Sie verlegten die Straßenachse diagonal – vom Burg-Center zur Ecke Ketschenburg – über den heutigen Platz. Dabei entstehen in der ersten Variante zwei kleine Grüninseln an den Eckpunkten der gemeinsamen Fahrbahn. In der zweiten Variante trennt eine begrünte Mittelinsel die durchgängig getrennt geführten Fahrspuren. Zudem wartete die zweite Variante mit dem Vorschlag auf, die Bushaltestellen an den Kreisverkehr der Euregiobahnhaltestelle bei Kaufland zu verlegen.

 

Zur Gestaltung entwickelten sie einerseits Überlegungen zu einer Promenade in die Altstadt. Sie verbindet durch eine farblich intensive Pflasterung einzelne Nutzungsbereiche entlang des geteilten Platzes und führt vom Kreisverkehr durch die Passage des Burg-Centers. Zudem führen deutliche Pflasterbänder zu den Ein- und Durchgängen in Richtung Altstadt beim Vorschlag „Verknüpfung der Stadt“.

 

Er sieht zudem eine starke Begrünung und eine Verlegung des Galminus-Brunnens auf die verbreiterte andere Straßenseite vor. In der ersten Version wurde die Richtung Norden führende Bushaltestelle an den Heinrich-Böll-Platz verlegt. Einen Platz mit Garten können sich die Planer auf dem Parkplatz des „Burghofs“ vorstellen.

 

Mit diesen Vorstellungen trafen sie weniger den Geschmack der anwesenden Stolberger. Sie kritisierten vor allem, dass durch die diagonale Fahrbahn der Platz zerschnitten und somit für Veranstaltungen unbrauchbar werde. An einer Verlegung der Haltestellen zum Kreisverkehr wurde kritisiert, dass dadurch Fahrgäste vom Platz und somit Belebung abgezogen werde. Zudem missfiel vielen die starke Begrünung.

 

Positiv aufgenommen wurden insbesondere die Überlegungen, eine Bushaltstelle zum Heinrich-Böll-Platz zu verlegen, um so mehr freien Raum zu schaffen, und mit einer auffälligen Pflasterung die Wege in die Innen- und Altstadt zu betonen.

 

Ein Pflasterbild, dessen Fugenrichtung zu Steinweg/Burgstraße zeigt, beinhaltete auch beide Planungen des zweiten Büros. In der zweiten Variante bleibt die Teilung von Platz und Fahrbahn im Wesentlichen erhalten, wobei diese einen farbigen Asphalt erhalten würde. Die Bushaltestelle würde als Kap in Richtung Aachener Straße verrückt und Parkplätze entlang der Fahrbahn geschaffen. Der Platz würde durch ein helles Pflasterband gekennzeichnet und mit wenigen Bäumen, Bänken, etc. und Leuchten, die farblich das Thema Kupfer aufnehmen, gestaltet. Ebenfalls neu geordnet würde das Parken auf dem Heinrich-Böll-Platz, so dass nicht nur die Anzahl der Stellplätze erhalten bliebe, sondern an der Zufahrt zum Hammer berg zudem Platz für Außengastronomie entstünde.

 

In beiden Varianten wird die Anbindung der Rathausumfahrt durch den Abriss des (nicht mehr benötigten) Stellwerks so gestaltet, dass vermutlich wieder ein Linksabbiegen gestattet werden könnte (wenn das Eisenbahnbundesamt mit Blick auf den Bahnübergang mitspielt).

 

Auf die größte Resonanz stieß jedoch der Vorschlag den gesamten Oberstolberger Markt zu einer einheitlichen Verkehrsfläche zusammenzufassen. Er gewinnt dadurch Raum, dass die Bushaltestelle in Richtung Innenstadt an den Heinrich-Böll-Platz verlegt wird. Es verbleiben die beiden Straßenfahrspuren in gewohnter Lage. Ein niedriger Rundbord-Bordstein könnte die Fahrgasse markieren; das Buskap (die Busse halten auf der Straße) in Fahrtrichtung Süden mit eigens neu entworfenem kupferfarbenem Wartehäuschen mit Applikationen würde zwecks barrierefreiem Ein- und Ausstieg nur punktuell erhöht.

 

Von der Kante der Passage bis zur Gebäudefront der Ketschenburg wird der Platz mit einem hellen Pflaster eingefasst. Er bietet Raum für vier kleine Bäume, Bänke, Laternen, etc. und sogar ein weiteres kleines Wasserspiel (ähnlich Stadthallen-Vorplatz). Der Galminus-Brunnen bleibt unverrückt. Aber dort an der Aachener Straße wird Parkraum für Behinderte und Elektroautos geschaffen. An der Ostseite der Zweifaller Straße ist zudem Platz für Längsparkplätze. Unter dem Strich bleibt die Anzahl der Parkplätze am Oberstolberger Markt gleich.

 

Hinter einer möglicherweise auf eine Sitzmauer reduzierte Einfassung des Bereiches neben dem „Burghof“ könnte Platz für eine Außengastronomie sein. Eine solche würden sich die Planer auch wieder wünschen, wo sie bis vor wenigen Jahren war: vor dem Kutscherhaus der EWV auf dem Willy-Brandt-Platz. Die Ecke vor Steinweg 1-11 und „Königswagen“ würde platzartig in die Gestaltung mit einbezogen. Auch in dieser Variante gefiel den Teilnehmern die veränderte Anbindung an die Rathausumfahrt. Mit positiven Noten bewertet wurden die Schaffung und Anordnung von Parkraum sowie Gestaltungselementen. Die kleinen Wasserfontänen stießen ebenso auf positive Resonanz wie die Gestaltung des Heinrich-Böll-Platzes und den Erhalt des Willy-Brandt-Platzes als Veranstaltungsort. Gewünscht wurde allerdings noch eine stärkere Betonung des Eingangstores zum Offermann-Platz, wo ja – aus einem touristischen Fördertopf – eine Fahrradstation entstehen soll. Und bei allen Varianten vermissten die Stolberger vor allem eins: eine öffentliche Toilette (die früher unter dem Kiosk auf dem Oberstolberger Markt vorhanden war.

 

So geht‘s weiter mit der Planung

 

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt werden nun ausgewertet und am 11. Oktober dem Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert. Der beauftragt eine Entwurfsplanung, um bis zum Jahresende den Förderantrag stellen zu können. Sie soll im Januar vorgestellt und diskutiert werden. Nach Ausführungsplanung und Ausschreibung ist der Baubeginn für 2019 vorgesehen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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