Stolberger investieren in ihre Innenstadt

Wo einst Schreibwaren und Druckerei an der Rathausstraße waren entsteht der Neubau für das Gesundheitsamt der Städteregion. Erna und Hermann Leufgens haben sich bewusst gegen einen Verkauf der Immobilie entschieden.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

„Der einfache Weg ist nicht immer der bessere“, sagt Erna Leufgens. Und der schnelle Weg erst recht nicht. „Wir wollten ein klares Signal für die Stolberger Innenstadt setzen“, sagt ihr Bruder Hermann Leufgens. Und genau das hat die Familie getan mit ihrer Entscheidung, sich nicht von ihrem Stammhaus in der Stadtmitte zu trennen, sondern erheblich in die Immobilie zu investieren. Aber sicherlich war es kein einfacher Weg für die Geschäftsleute, bis sie jetzt den Erfolg mit der Unterschrift unter ein langjähriges Vertragsverhältnis erhalten haben. Das Gesundheitsamt der Städteregion wird als neue Adresse die Rathausstraße 66 tragen. Der Bezug ist voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2019.

 

Die Rathausstraße 66 ist für viele Stolberger ein Begriff. Und für die Familie Leufgens mit vielen Erinnerungen und Anekdoten verbunden. Wie die Historie des Gebäudes im Detail aussieht, ist ihnen nicht gewiss. „Dafür hat bis jetzt immer ein wenig die Zeit gefehlt“, sagt Erna Leufgens. „Aber wir wollen sie unbedingt noch ergründen“.

 

Sicher ist nur, dass ihre Eltern in den Anfängen der Nachkriegszeit hier ihre Existenz neu aufgebaut haben. Johann Leufgens mit einer kleinen Druckerei im Hinterhaus, Maria Leufgens mit einem kleinen Laden für Schreibwaren und Devotionalien. Die Geschäfte liefen der Zeit entsprechend gut. Und damit expanierten die Leufgens am Standort. Peu á peu wurde das Haus um-, an- und ausgebaut. Eine Tordurchfahrt ging im Laufe der Zeit im Geschäftslokal auf, ein überdachter Innenhof wurde zu Büros, und im Anbau wurde immer mehr Platz für einen wachsenden Maschinenpark benötigt.

 

Zunehmend zu eng wurde es an der Rathausstraße für die zunehmende technische Ausstattung und Anforderungen zur Produktion. Im Juni 1992 bezog die Druckerei einen Neubau in der oberen Steinfurt. Mittlerweile war das Ladenlokal neu ausgebaut, und der Zeitungsverlag Aachen residierte an dieser Adresse mit Agentur, Anzeigenaufnahme und Redaktionen von Tageszeitung und Super. Anfang 2015 endete diese Ära und das von Bärbel Leufgens geführte Schreibwarengeschäft schloss für immer seine Pforten.

 

Seitdem steht das Geschäftshaus in der Mitte der Innenstadt leer – nicht mehr lange. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht“, sagen Erna und Hermann Leufgens. „Wir haben sehr viele Anfragen bekommen“, gestehen die Geschäftsleute ein: „Wir hätten die Immobilie sehr schnell verkaufen können“. Aber die Angebote und Nutzungskonzepte entsprachen nicht dem, was sich die Stolberger für diesen markanten Standort in „ihrer“ Innenstadt vorgestellt haben. „Wir wollen, dass auch noch unsere Kinder und Enkel hier in unserer Innenstadt einkaufen und sich wohl fühlen können“, betont Erna Leufgens. „Eine Stolberger Lösung musste her“.

 

Und eine praktikable. „Wir haben zuerst überlegt, wie wir das Gebäude sanieren können“, erzählt Hermann Leufgens. Aber sehr schnell wurde klar, dass das über Jahrzehnte gewachsene Objekt mit diversen Zwischengeschossen und vielen Treppen in seiner Substanz nicht mehr zeitgemäß oder gar barrierefrei herzurichten gewesen wäre. Die Entscheidung zu einem tiefgreifenden Eingriff in die Immobilie reifte.

 

Und im Laufe der Zeit kristallisierte sich eine Lösung heraus, die auch reifen und ihren Weg durch die Instanzen gehen musste. Rückendeckung und Unterstützung gab es dabei von Makler Marc Müller und Bürgermeister Tim Grüttemeier, unterstreichen die Leufgens. Die Städteregion hatte sich – auch auf Wunsch des Eschweiler Bürgermeisters, so sagte es Städteregionsrat Helmut Etschenberg, auf die Suche nach Alternativen für ihre Immobilien an der Steinstraße in Eschweiler gemacht. Dort residiert ihre Erziehungsberatungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche und die Schulpsychologische Beratungsstelle sowie seit dem Umzug aus Stolberg in den 1990er Jahren das Gesundheitsamt der Städteregion. Diese entschied sich, für beide Dienststellen einen publikumsgerechteren Standort zu suchen und das Gesundheitsamt wieder an seine historische Wirkungsstätte in der größten Stadt des Altkreises umzusiedeln. Und der war angesichts der Lage der Rathausstraße 66 schnell gefunden.

 

Der Mühlener Bahnhof als Verknüpfungsstelle von Bus und Euregiobahn mit zahlreichen Parkplätzen liegt nur einen Steinwurf entfernt, und die nächste Bushaltestelle ist quasi vor der Haustüre. Bis die Entscheidungen unter Dach und Fach waren, hat es letztlich etwas länger gedauert als erhofft; aber in dieser Woche wurden die Verträge zwischen Leufgens und der Städteregion unterschrieben.

 

Die Vorbereitungen sind angelaufen, die Ausführungsplanungen folgen. Dann wird absehbar mit dem Abriss des Vorderhauses und der Entkernung der hinteren Bauwerke begonnen. In gut anderthalb Jahren soll ein barrierefreier und auf die Ansprüche des Gesundheitsamtes abgestimmter Neubau bezogen werden können.

 

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, das Gesundheitsamt zurück nach Stolberg zu holen“, sagt denn auch Tim Grüttemeier. „Damit gelingt ein weiterer Schritt zur Aufwertung unserer Stadtmitte“. Und einer, der weitere Frequenz in die und eine städtebauliche Aufwertung der Innenstadt mit sich bringe. Und noch ein Umstand erfreut den Bürgermeister sehr: „Das ist eine Entwicklung, die ich auch anderen Eigentümern sehr gerne vor Augen führe und die auch mir gefällt“, so Grüttemeier. Stolberger investieren in ihre Stadt anstelle einen einfacheren Weg zu wählen und schnell zu verkaufen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

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