Verkehr bereitet den Nachbarn Sorgen

Verwaltung sieht keine signifikante Zunahme der Belastung aufgrund des Neubauprojektes auf der Liester. Heute im Ausschuss.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Die Zeit rinnt dahin. In gut einem Jahr soll auf dem Gelände der Propst-Grüber-Hauptschule auf der Liester zum 1. August das neue Pflegeheim in Betrieb genommen werden können, das zu diesem Zeitpunkt die Pflegeeinrichtungen des Hauses am Amselweg ersetzen muss. Denn dann entsprechen die in den 1970er Jahren geschaffenen Räume nicht mehr den gesetzlichen Standards.

 

Bisher haben die Investoren für den Neubau auf der Basis von Abriss- und Teilgenehmigungen die Vorbereitungen für das Gebäude mit 80 stationären und 20 Tagespflegeplätzen eingeleitet. Peu à peu haben die Bagger bereits die Teile des alten Schulgebäudes abgerissen, die nicht mehr genutzt werden müssen. Die verbliebene Abschlussklasse ist in einem Seitentrakt unterrichtet worden, der nun mit dem offiziellen Ende des Schuljahres am 14. Juli auch abgerissen werden darf. Bestehen bleibt die alte Sporthalle, die eine neue Zuwegung erhält. Etwa 20 Parkplätze sollen dort angelegt werden können.

 

So richtig volle Fahrt werden die Arbeiten an dem neuen Heim aufnehmen können, wenn die Baugenehmigung in Gänze erteilt werden kann. Dazu schaffen am Mittwoch der Ausschuss für Stadtentwicklung und am 11. Juli der Stadtrat mit dem erwarteten Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 169, der neben der Pflegeeinrichtung auch das barrierefreie Wohnprojekt mit 24 Plätzen sowie auf dem unteren Gelände die 56 privaten Wohneinheiten umfasst, die Voraussetzung. Wann diese Gebäude realisiert werden, ist im Gegensatz zur Pflegeeinrichtung eine Sache des Investors.

 

Im Vorfeld des Satzungsbeschlusses hatten die Bürger bei einem Informationsabend und im Rahmen der Offenlage der Planung die Gelegenheit, Bedenken und Anregungen zu äußern. Diese beziehen sich neben der Frage nach ausreichendem Parkraum – bislang wurden der Schulparkplatz einfach mitgenutzt – vor allem auf eine befürchtete zusätzliche Verkehrsbelastung der Straße „Auf der Liester“, auf der es im Einmündungsbereich zur Konrad-Adenauer-Straße bereits heute zu Problemen komme. Alternativ fordern sie eine zusätzliche Erschließung des neuen Baugebietes in Richtung Aachener Straße. Bei der Abwägung der Eingaben kommt die Verwaltung jedoch zu dem Schluss, dass der Verkehr nicht über Gebühr zunehmen werde.

 

In ihrer Funktion als Sammelstraße könne „Auf der Liester“ 4000 bis 8000 Fahrzeuge im Tagesschnitt verkraften. Demgegenüber werde der Verkehr durch die Neubauten allenfalls auf 2040 Kfz pro Tag gesteigert. Damit würde selbst der Schwellenwert deutlich unterschritten, wenn man die nächst- niedrigere Kategorie, eine „Wohnstraße“, ansetzen würde, die eine Verkehrsstärke von 4000 Fahrzeugen im Tagesschnitt verkrafte. Zudem sei die Einmündung der Liester auf die Konrad-Adenauer-Straße regelkonform ausgebaut. Zu Schulbeginn und -ende könne es jedoch „aufgrund des kurzfristig zunehmenden Verkehrs zu temporären Behinderungen kommen“. Im Zuge des Ausbaus des Schulzentrums an der Walther-Dobbelmann-Straße sollen dort ebenso wie auf der Liester die ausgewiesenen Parkplätze überprüft werden, kündigt die Verwaltung an. Zudem fehle für eine alternative Erschließung der Platz. Der vom FC Adler Büsbach genutzte Sportplatz sei an der Kranensterz- sowie Aachener Straße von Wohngebäuden gesäumt. Andere angrenzende Flächen seien Privateigentum und stünden somit nicht zur Verfügung. Zudem möchte die Verwaltung auf die Anlage eines Hubschrauberlandeplatzes – ebenfalls eine Bürgeranregung – verzichten. Rettungshubschrauberpiloten dürften wo immer sie das für sinnvoll erachten landen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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