Neuanfang für Schüler, Lehrer und Schule

Nach 61 Jahren: Die Realschule I in Stolberg gehört der Geschichte an. Ab dem kommenden Schuljahr geht der Schulstandort an die Gesamtschule über.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Manche Geschichten haben ein Happy End, bei anderen ist das Ende vollkommen offen. Bei der Realschule I in der Walther-Dobbelmann-Straße ist es anders. Nach 61 Jahren endet die Geschichte der ersten Stolberger Realschule. Der letzte Jahrgang wurde am Mittwochnachmittag verabschiedet. Tränen gab es nicht, dafür eine Menge Hoffnung und Freude auf einen Neubeginn – bei Schülern und Lehrern. Sie hatten für die Abschlussfeier das Motto gewählt „Es ist Zeit, neue Türen aufzustoßen und neuen Anfängen zu vertrauen“. Doch von vorne.

 

Begonnen hat die Geschichte der Realschule im Jahr 1956. Doch wer könnte das besser wissen, als die Schüler des ersten Jahrgangs. Sie waren in dieser Woche ebenfalls in die Realschule gekommen und wohnten der Feier als besondere Gäste bei. Damals war die Realschule noch eine reine Jungenschule. 43 Schüler aus Stolberg, Eschweiler und weiteren Teilen der Städteregion starteten mit nur einem Lehrer. Der erste Klassenraum befand sich in dem gerade freigewordenen Mädchentrakt der damaligen katholischen Volksschule Hermannstraße. Dafür, dass ihre Kinder die Schule besuchen durften, entrichteten die Eltern sogar Schulgeld und den Jungen machte es nichts aus, dass sie teilweise eine Stunde zurücklegen mussten, um die Schule zu erreichen.

 

Im April 1957 wurden zwei weitere Lehrer eingestellt. In diesem Jahr wurde die Schule übrigens für eine Woche auf Anraten des Gesundheitsamtes geschlossen, da 43 Schüler an der Grippe erkrankt waren. Im April 1958 lag die Schülerzahl bereits bei 114 und mittlerweile wurden auch die Fächer Französisch und Physik unterrichtet. Zudem wurde eine Kooperation mit der Stolberger Industrie geschaffen und das Schulgeld gehörte ab diesem Zeitpunkt der Geschichte an.

 

Der Bau der Realschule in der Walther-Dobbelmann-Straße startete im Jahr 1960 und kostete 1,3 Millionen DM. Im November 1962 bezogen Schüler und Lehrer dann die neuen Räume. Ein Erweiterungsbau folgte im Jahr 1968. Umbaumaßnahmen gab es im Laufe der Jahrzehnte einige. 1974 wurde beispielsweise für 130 000 DM eine Toilette für Mädchen gebaut, 1976 reichte der Platz für die Schüler dann nicht mehr aus. Zwei Klassen mussten in ein anderes Gebäude verlagert werden, die Stadt beschloss den Bau einer zweiten Realschule.

 

Die Realschule I erfreute sich dennoch weiterhin großer Beliebtheit. 1979 besuchten insgesamt 721 Schüler – und Schülerinnen –die Schule. In den vergangenen Jahren erhielt die Schule einen weiteren Erweiterungsbau und eine Mensa. Im Schuljahr 2011/2012 wurde dann beschlossen, dass die Realschule I auslaufen und eine Gesamtschule gegründet werden soll. Im Schuljahr 2015/2016 zogen die achten Klassen mit der Schulleitung und dem Kollegium der Gesamtschule in die Räume der Realschule I ein. Eine Situation, an die sich beide Schulen schnell gewöhnten. „Trotz ihres Auslaufens wird der Schulstandort der Realschule I erhalten bleiben. Denn in Zukunft wird das Gebäude einen Teil unserer Gesamtschule beheimaten und somit steht der Realschule I gewissermaßen ein neuer Anfang bevor“, sagte Bürgermeister Tim Grüttemeier in seiner Ansprache.

 

„Die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule hat sehr gut funktioniert. Dafür bin ich sehr dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich“, sagte Schulleiterin Silvia Müller-Gröls in ihrer Ansprache. Seit 2009 leitete sie die Schule und ab dem 1. August wird auch für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Silvia Müller-Gröls wird dann als Rektorin die Realschule Hürtgenwald leiten. „Eigentlich ist eigentlich wie immer und eigentlich doch nicht“, sagte Müller-Gröls, die den Schülern des letzten Abschlussjahrgangs an diesem Nachmittag gemeinsam mit ihren Kollegen die Zeugnisse überreichte. 40 Prozent der 100 Absolventen schafften die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. „Wir Lehrer haben wirklich versucht, euch bestmöglich zu formen und euch mit Ausdauer und Kraft auf einen guten Weg zu bringen“, sagte Müller-Gröls. Doch nicht nur die Realschule I wird ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr existieren. Nach 20 Jahren löst sich auch der Förderverein der Schule unter dem Vorsitz von Marie Luise Ahlendorf auf. Damit gehört auch er künftig der Geschichte an.

 

Die Geschichte der Schule spielte auch in der Ansprache von Bürgermeister Tim Grüttemeier eine wichtige Rolle. „61 Jahre lang war die Realschule I ein fester Bestandteil unserer Stadt. In dieser langen Zeit haben sich viele Lehrerinnen und Lehrer dafür eingesetzt, den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern die bestmöglichen Startbedingungen für ihr Leben zu ermöglichen“, sagte Grüttemeier und fügte mit Blick auf die Zukunft hinzu: „Wir können darauf vertrauen, dass auch in Zukunft viele engagierte Lehrer hier arbeiten und kreative und selbstbewusste Schüler gefördert werden und so ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Stadt aufgeschlagen wird.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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