Es gibt nur ein Hochhaus in Stolberg

Die Feuerwehr ist gewappnet. Von fünf hohen Häusern haben zwei einen Sonderstatus.

Foto: Lange
Foto: Lange

Bewohnte Hochhäuser gibt es in Stolberg gar nicht. Nur ein Gebäude sprengt die magische 22-Meter-Marke bis zur Oberkante des Fußbodens: das Rathaus. Die Drehleiter reicht bis zur fünften der neun Büroetagen. Aber im Turm gibt es zwei separate Rettungswege, und das beruhigt dann auch Andreas Dovern: „Und ganz offensichtlich ist die Fassade des Rathaues nicht aus Polysterolen“, sagt der Leiter des Amtes für Brandschutz. Im Gegenteil: Der hohe Asbestanteil veranlasst die Verantwortlichen, sich Gedanken über die Zukunft des Verwaltungsbaus zu machen.

 

Gebäude nach Art des Grenfell Towers in London oder des jüngst evakuierten Hochhauses in Wuppertal mit kunststoffhaltigen Fassaden-Bestandteilen fehlen in der Kupferstadt.

 

Aber es gibt eine Reihe von „hohen Häusern“ – laut Definition zwischen 14 und 22 Meter – mit teilweise sehr sensiblen Nutzungen. „Bei all diesen Gebäuden können wir mit unserer Drehleiter einen äußeren Rettungsweg sicherstellen“, sagt Dovern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Aufstellflächen für die Feuerwehr vor den Gebäuden auch frei gehalten werden. „Und darauf achten wir sehr“, sagt Dovern. Auch wenn das gelegentlich zu Unverständnis von Bewohnern und Eigentümern führe. Die „Wolkenkratzer“ des Stolberger Wohnungsbaus sind die nur bescheidenen hohen Häuser an der Friedrich-Ebert-Straße in der Velau, am Pirolweg auf der Liester und „Am Wald“ in Atsch. Sie verfügen über einen Rettungsweg innerhalb des Gebäudes, während der zweite Rettungsweg von außen durch die Feuerwehr gewährleistet wird.

 

Dann verbleiben noch zwei hohe Häuser mit einem besonderen Status: das Seniorenzentrum auf der Liester und das Krankenhaus, die aufgrund ihrer Nutzungen gemäß weiterführender Bestimmungen ein erhebliches Mehr an Brandschutzbestimmungen erfüllen müssen. So sind innerhalb der Gebäude gleich mehrere Rettungswege vorgeschrieben. Beispiel Seniorenzentrum: Neben diversen vertikalen Rettungswegen gibt‘s auf den sieben bewohnten Etagen jeweils vier horizontale Brandschutzabschnitte.

 

Zudem verfügt die Feuerwehr in Stolberg seit mehr als einem Jahrzehnt über umfangreiche Unterlagen zu jedem sensiblen Gebäude, das Aussagen über Baumaterialien, tragende Wände und Verkleidungen enthält. „Damit wissen wir im Falle des Falles, was zu tun ist“, sagt Dovern. Und da wären noch die Gebäude mit dem aktuell üblichen Wärmeschutzpute. Es müssen mindestens alle zwei Etagen mit einer Brandsperre aus Zink versehen sein, damit sich Flammen nicht durch das Styropor empor fressen können wie in London.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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