Höchste Eisenbahn in puncto Sauberkeit

Der Zustand der Bahnhöfe in Stolberg hat sich zwar verbessert. Trotzdem besteht noch Handlungsbedarf. Müll und defekte Aufzüge.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Am Bahnhof am Rathaus ist gestern eine Menge los. Die Kupferstädter bevölkern allerdings nicht den Bahnsteig. Vielmehr hat sich vor einem der beiden Aufzüge ein Stau gebildet. Zwei Frauen mit Kinderwagen und Rollator warten darauf, dass der Fahrstuhl sie zur Straße An der Krone bringt – vergebens. Der Grund: Die Tür des Fahrstuhls schließt nicht richtig und so parkt er im Erdgeschoss. Die Dame mit Kinderwagen tritt nach minutenlangem Warten schließlich den Rückweg in Richtung Von-Werner-Straße an. Die ältere Dame hingegen schnallt sich ihren Rollator unter den Arm und bewältigt die zahlreichen Stufen zu Fuß – bis ihr eine Passantin hilft. „Dieser Aufzug ist öfter kaputt, als er heil ist“, sagt die Rentnerin, als sie nach einigen Minuten am Ziel angekommen ist. Am Bahnhof in der Altstadt gibt es zeitgleich ein anderes Problem: Dort warten die Fahrgäste zwischen leeren Plastikflaschen, Müll und jeder Menge Zigarettenkippen auf die nächsten Züge.

 

Sind die Stolberger Bahnhöfe allesamt verdreckt und nicht funktionstüchtig? Nein, ganz im Gegenteil! Der Nahverkehr Rheinland (NVR) hat in seinem aktuellen Stationsbericht herausgefunden, dass sich die Haltestellen in der Kupferstadt durchaus sehen lassen können. Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen. Zwischen 86,61 und 90,13 Prozent an Sauberkeit erreichten die Bahnhöfe in der Kupferstadt. Der Mühlener Bahnhof und die Haltestelle am Rathaus verbesserten sich sogar im Vergleich zum Vorjahr. Verbessert werden kann dennoch eine Menge, wie ein Besuch der Stationen gestern Morgen zeigt.

 

Bereits zum vierten Mal hat der NVR die Bahnhöfe im gesamten Verbundgebiet genauer unter die Lupe genommen (siehe Infobox). In Stolberg wurden die Haltestellen Altstadt, Mühlener Bahnhof, Rathaus und Schneidmühle nach den Kriterien Barrierefreiheit, Information, Komfort, Sauberkeit, Sicherheit, Vertrieb und dem Zustand des Bodens bewertet. Der Stolberger Hauptbahnhof wurde aufgrund von Bauarbeiten nicht erfasst. Dort wird derzeit der Mittelbahnsteig an den Gleisen 1 und 2 erneuert und um 76 Zentimeter angehoben. So soll ein leichteres Ein- und Aussteigen ermöglicht werden. Eine Fußgängerbrücke und zwei Aufzüge sorgen derzeit dafür, dass die Fahrgäste die Gleisen erreichen. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten – laut Aushang – abgeschlossen sein.

 

Das Schlusslicht in der Kupferstadt ist der Mühlener Bahnhof. Die Haltestelle erreichte 86,61 Prozent. Bemängelt wurden dort die Sauberkeit des Gleisbetts, das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters sowie der Zustand der Abfallbehälter. Gestern Morgen machte die Haltestelle jedoch einen sauberen Eindruck. Einziger Störfaktor: beschmierte Laternenpfähle.

 

Etwas besser schnitt die Haltestelle Schneidmühle (88,09 Prozent) im aktuellen Stationsbericht ab. Die Sauberkeit von Schildern, Wetterschutz, Grünanlagen und Gleisbett wurden bemängelt. Auch das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters erntete Kritik. Von Müll wurde das Bild gestern Morgen nicht geprägt. Die Schilder befanden sich in einem ordentlichen Zustand und auch die Grünanlagen waren sauber. Lediglich eine zerbrochene Glasflasche trübte den Gesamteindruck.

 

Die Haltestelle in der Altstadt konnte die 90-Prozent-Marke fast knacken (89,24 Prozent). Die Sauberkeit des Wetterschutzes, des Gleisbettes sowie die Abfallbehälter und das Erscheinungsbild des Fahrkartenentwerters gerieten in die Kritik. Auch gestern war die Haltestelle sehr verdreckt. Müll im Gleisbett, in der Grünanlage und am Wetterschutz dominierte das Erscheinungsbild.

 

Am besten schnitt in diesem Jahr die Haltestelle am Rathaus (90,13 Prozent) ab. Bemängelt wurden dort nicht nur die Sauberkeit der Vitrinen und des Gleisbettes, sondern auch Sauberkeit und Funktionalität der Aufzüge. Von Müll war gestern Morgen allerdings keine Spur. Die Haltestelle machte einen gepflegten Eindruck, die Scheiben der Vitrinen blitzen und eine Tafel mit Stolberger Sehenswürdigkeiten hieß die Fahrgäste in der Kupferstadt willkommen. Für Ärger bei den Kupferstädtern sorgte allerdings der defekte Aufzug.

 

Im Vergleich mit anderen Kommunen aus der Städteregion landete die Kupferstadt allerdings auf dem letzten Platz. Die fünf Haltestellen in Alsdorf fuhren Ergebnisse zwischen 85,16 (Poststraße) und 97,35 Prozent (Mariadorf) ein. In Eschweiler wurden sechs Stationen bewertet. Zwar schnitt der Hauptbahnhof am schlechtesten ab (72,08 Prozent), die restlichen Haltestellen fuhren Ergebnisse zwischen 91,03 (Talbahnhof) und 93,91 Prozent (Nothberg) ein.

 

Stationsbericht 2016: 70 Prozent besitzen ein akzeptables Erscheinungsbild.

 

  • Für den Stationsbericht 2016 wurde untersucht und bewertet, ob beispielsweise die Sitzmöglichkeiten an den Haltestellen in Ordnung sind oder ob es einen Wetterschutz gibt. Auch Sauberkeit und Barrierefreiheit galten als Kriterien.
  • Die Stationserhebung stellt jedoch nur eine Momentaufnahme des Zustands einer Station zum Zeitpunkt der Erfassung dar.
  • Insgesamt wurden 196 der 199 Stationen im gesamten Verbundgebiet begutachtet. Die Haltestellen Bonn-Bad Godesberg, Opladen und Stolberg Hauptbahnhof wurden nicht erfasst, da dort derzeit noch Bauarbeiten laufen.
  • Das Gesamtergebnis liegt auf einem mit 2015 vergleichbaren Niveau. Knapp 70 Prozent der Bahnhöfe wiesen ein mindestens akzeptables Erscheinungsbild auf. Im Jahr 2014 waren es rund 80 Prozent. 2013 erreichten sie allerdings nur 67 Prozent.
  • Die Anzahl der als noch akzeptabel eingestuften Stationen ist von 25 Prozent im Jahr 2015 auf 24 Prozent leicht gefallen.
  • An zwölf Stationen (entspricht insgesamt sechs Prozent) gibt es nicht mehr akzeptable Mängel. Sieben Stationen, die im vergangenen Jahr im nicht akzeptablen Bereich lagen, konnten sich zudem in diesem Jahr um eine Kategorie verbessern. Dazu zählt auch der Mühlener Bahnhof in Stolberg.
  • Zu den schlechtesten Stationen zählen in diesem Jahr übrigens die Haltestellen Jakobwüllesheim (69,2 Prozent), Bubenheim (71,2 Prozent), der Eschweiler Hauptbahnhof (72,1 Prozent) und Hückelhoven-Baal (74 Prozent).

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
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