Auf dem idealen Standort weiden Kühe

Vorschläge unserer Leser zu einem Stellplatz für Wohnmobil-Touristen. P+R-Anlage Schneidmühle, Amtsgericht, Rotsch, Grado-Park.

Fotos: J. Lange
Fotos: J. Lange

Ziemlich überrascht guckt die Kuh ins Objektiv, das den Blick über die Weide auf die Burg einfangen soll. Am Übergang von Vogelsang- und Hastenrather Straße wäre auf einer Wiese am Tor der Altstadt eigentlich ein idealer Standort für einen Stellplatz für Wohnmobil-Touristen. Eigentlich, denn die Weide ist dem Rindvieh vorbehalten. Andererseits ist sie so groß, dass ein Gespräch mit dem Landwirt zu einer Lösung in der sich schon ein Jahrzehnt dahinziehenden Stellplatz-Frage (wir berichteten) führen könnte.

 

Unsere Leser haben eine Reihe von Vorschlägen eingebracht, um Verwaltung und Politik zu beflügeln. Es gab einige Unterstützung für eine Anlage am Schlossberg, wobei auch darauf hingewiesen wurde, dass der lange Parkstreifen vor dem Park gerne als Stellplatz von Lastwagenfahrern genutzt werde, obwohl der Schlossberg eine Anliegerstraße ist.

 

Seit mehr als 20 Jahren ist Rolf Hansen einer der begeisterten Wohnmobilfahrer, die vorwiegend solche Stellplätze anfahren. Für ihn käme das Gelände am Dienstleistungszentrum infrage, weil Einkaufsmöglichkeiten nah und die Ecken der Altstadt auch noch zu Fuß erreichbar sind. Allerdings wird dieser Bereich derzeit als Gewerbegebiet vermarktet. Fußläufig zumindest bergab wäre die Innenstadt für „Best Ager“ – eine lukrative Zielgruppe ab 50 Jahre naufwärts – von der Rotsch aus zu erreichen. Lediglich mit einer Straßenrandbebauung nutzt die Stadt den ehemaligen Sportplatz, dessen verbleibendes Gelände reichlich Raum für Wohnmobile bieten würde. Der Nachteil: Zurück zum Stellplatz geht‘s über den Jordansberg ziemlich steil nach oben, und die Anbindung an das Busnetz ist mangelhaft. Noch idyllischer für Wohnmobil-Touristen wären Stellplätze am Rande des Grado-Parks auf der Liester, findet Lydia Flink.

 

„Idyllisch, ziemlich zentral in Richtung Stadt, mit Spazier- und Einkaufsmöglichkeiten“ sowie guter Verkehrs- und Buserschließung ist auch unter einigen Lesern der frühere Hubschrauberlandeplatz an der Finkensiefstraße ein Favorit. Mittlerweile ist das Gelände unterhalb der Autowaschanlage an der Landesstraße 220 zugewachsen, aber das Büsbacher Geschäftszentrum ist nahe und die Haltestelle der Linie 25 gleich vor der Tür.

 

„Zentral und trotzdem idyllisch“, ist der Vorschlag von Roland Gilleßen, einen Teil der Stellplätze – und früheren Schulpavillons – am ehemaligen Amtsgericht zu nutzen. Eine weitere Alternative böte der altstadtferne Busparkplatz Hammerwald. Beide Plätze sind in Privateigentum.

 

Einen Standort hinter den Sportplätzen Breinigerberg (in Richtung Rüst) nimmt Axel Grundig ins Viser und schlägt zudem einen Haltepunkt bei der Netzerweiterung der Euregiobahn in Richtung Breinig vor. Ruhige Lage am Waldrand nahe den Naturschutzgebieten sowie an der Kupfterroute wären von Vorteil zum Wandern und Radfahren; und mit der Euregiobahn gäbe es eine schnelle Verbindung zu weiteren Zielen in der ganzen Region.

 

Die Euregiobahn ist zugleich das Stichwort für einen Vorschlag von Michael Kiel: Gleich gegenüber dem Haltepunkt Schneidmühle plant die Stadt auf einem eigens dafür erworbenen Grundstück den Bau einer P+R-Anlage. Gut 80 Stellplätze für Bahnpendler sollen auf dem verwilderten Grundstück entstehen. Dann müssten an der Eisenbahnstraße (L 23) doch auch vier Wasser- und Kanalanschlüsse für Wohnmobile drin sein. Bus und Bahn halten vor dem Platz und das Nahversorgungszentrum auf dem Kistenplatz ist keine fünf Minuten Fußweg entfernt.

 

Das Gelände am Blankenberg mit Zufahrt über den Rhein-Nassau-Weg bringt Toni Dörflinger ins Gespräch. „Vielleicht müssen wir auch etwas Geld in den Tourismus investieren; er ist ein Wirtschaftsfaktor.“

 

Das bestätigt auch Peer Gunter Groll: „Reisemobilfahrer sind für jede Gemeinde ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor“, sagt das Mitglied der Reisemobil Union und gibt zu bedenken: „Für den Erfolg ist die Lage des Platzes elementar, was insbesondere die fußläufige Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeiten und Gastronomie betrifft“, so Groll weiter. Auch bei der Konzeption des Platzes werden nicht selten Fehler gemacht. So würden oft Duschen und Toiletten geplant, die vielleicht Camper, jedoch nicht Reisemobilisten benötigten, aber für eine Kommune Kosten verursachen. Und es gibt auch die Stimmen, die der Kupferstadt mehr Mut abverlangen: Wenn sie schon die Burg touristisch mehr in Szene setzen möchte, dann solle sie im Schatten der Burg auf dem Faches-Thumesnil-Platz Wohnmobilisten eine Chance zum Übernachten geben.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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