Wenn der Nahverkehr ach so fern bleibt

Das Neubaugebiet Rotsch und die Frage der Busanbindung . Satzungsbeschluss gegen Grüne und FDP. Sozialer Wohnungsbau.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Den Grünen und der FDP ging es darum, ein Zeichen zu setzen. Denn generelle Bedenken gegen sozialen Wohnungsbau hegen sie nicht. Die Liberalen monierten von Anfang an den Verzicht auf eine förmliche Umweltprüfung im Rahmen des beschleunigten Bebauungsplanverfahrens für die Rotsch. Das ist der Grund für die beiden Nein-Stimmen der Engelhardt-Fraktion zu dem mit breiter Mehrheit im Stadtrat gefassten Satzungsbeschluss. Sie ermöglicht nicht nur das städtische Bauvorhaben mit 16 Wohneinheiten in zwei Gebäuden, sondern eingearbeitet wurden auch Wünsche der Anlieger zu den übrigen Baufeldern.

 

Die Grünen stimmten auch mit Nein, weil sie sich Sorgen machen, wie die zukünftigen Bewohner den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen können. Im Grunde genommen gar nicht, weil die nächsten Haltestellen zu fern sind. Als zumutbar gilt nach dem aktuellen Nahverkehrsplan für die Städteregion eine Entfernung von 400 Meter. „Demnach ist das Baugebiet nicht ausreichend vom ÖPNV erschlossen“, erklärt Marco Baumanns von der Aseag.

 

„Generell ist davon auszugehen, dass in Anbetracht der attraktiven Wegeverbindung und der fußläufigen Erreichbarkeit die Entfernungen zu den nächstgelegenen Haltestellen der Aseag zumutbar sind“ , heißt es in der Stellungnahme des Planungsamtes; und weiter: „Darüber hinaus liegen die nächste Haltestelle der Euregiobahn am Rathaus und die Innenstadt in einem Radius von 300 Kilometer“. Bedenken bezüglich einer nicht ausreichenden ÖPNV-Anbindung gebe es demnach nicht.

 

Das sehen die Grünen allerdings fundamental anders. Der Weg zu den Bushaltestellen sei nicht nur weit, sondern wegen des ansteigenden Geländes auch weder attraktiv noch barrierefreundlich, argumentierte Dina Graetz. Und in Richtung Rathaus spreche das 18-prozentige Gefälle des Jordansbergs Bände.

 

In der Realität ist es so, dass die Euregiobahn-Haltestelle am Rathaus vom Neubaugebiet auf der Rotsch einen etwa 500 Meter langen Fußmarsch erfordert, wenn man via Jordansberg und Fußgängerbrücke über die L 238 den kürzesten Weg wählt. Dort besteht dann allerdings ein gut frequentierter Anschluss an Bus und Bahn.

 

Die nächsten Bushaltestellen befinden sich dagegen in gut 900 Meter Entfernung am Marie-Juchacz-Park sowie in 850 Meter Entfernung auf dem Meisenweg am Seniorenzentrum. Dort verkehrt die Aseag mit den Linien 40 und 62 montags bis freitags zwischen 9.10 und 19.10 Uhr etwa im Stundentakt über Büsbach in Richtung Krankenhaus oder über Münsterbusch zum Mühlener Bahnhof. Samstags zwischen 8 und 16 Uhr; sonntags besteht keine Busverbindung. Letzteres gilt auch für die Haltestelle Marie-Juchacz-Park. Samstags gibt es einen Stundentakt zwischen 7.58 und 15.58 Uhr; montags bis freitags zwischen 9.08 und 19.08 Uhr. Für die S-Busse, die das Schulzentrum Liester bzw. die Hauptschule Liester anfahren, besteht auf der Walther-Dobbelmann-Straße nahe der Rotsch keine Haltestelle. Bereits 2007 hatte die Aseag angeboten, eine zumindest geringfügige Verbesserung durch eine Änderung des Linienweges herbeiführen zu können, indem auf der Ardennen-straße eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet werde. Voraussetzung sei allerdings, die Entschärfung der Verkehrsberuhigung auf dem Pirolweg zwischen Meisenweg und Ardennenstraße. Darauf hat die Stadt bis dato aus Kostengründen verzichtet. Aktuell werden derzeit lediglich die beiden baum bestandenen Kreisverkehre in der Ardennen­straße verkehrsfreundlicher umgestaltet.

 

Verbesserungen für die Liester insbesondere unter Berücksichtigung des neuen Wohngebietes und des entstehenden Seniorendomizils, so argumentierte Siegfried Pietz (CDU), sollen im Zuge der Erarbeitung des neuen Mobilitätskonzeptes geprüft werden. „Das Mobilitätskonzept soll bis Mitte nächsten Jahres vorliegen“, sagt Tobias Röhm. Im Rahmen der Neuaufstellung des nächsten Nahverkehrsplans soll „das ÖPNV-Angebot für die Liester ebenso wie etwa für Netto in Gressenich überprüft werden“, so der Technische Beigeordnete. Der nächste Nahverkehrsplan greift allerdings erst ab 2021. Wann Maßnahmen auf der Liester umgesetzt werden könnten, ist derweil also offen. „Die Gespräche mit der Aseag werden natürlich schon früher begonnen mit Abschluss des Mobilitätskonzeptes“, kündigt Röhm an.

 

Ähnlich wie Pietz äußerte sich auch Dieter Wolf (SPD): Mit dem Bebauungsplan müsse man jetzt endlich vorankommen. Um die Busanbindung werde man sich dann später kümmern. In der Tat ist es so, dass sich die Stadt mit der Bebauung des früheren Sportplatzgeländes seit zehn Jahren beschäftigt. War zunächst eine Nutzung des gesamten Areals angedacht, wurde 2014 ein Bebauungsplan für eine Straßenrandbebauung rechtskräftig.

 

Seit einem Jahr beschäftigt die Anpassung für die Realisierung des sozialen Wohnungsbau die Gremien. Die Vorbereitungen dazu sind auf der Basis von Teilbaugenehmigungen angelaufen. Mit der Rechtskraft der dritten Änderung des Bebauungsplanes kann nun auch die Genehmigung für den Bau der beiden Häuser erfolgen.

 

Konkrete Interessenbekundungen liegen mittlerweile auch für den Bau von Sozialwohnungen am Duffenter vor. Dort hatte der Rat die Nutzung eines städtischen Geländes ausgeschrieben. Auf einer seiner nächsten Sitzungen sollen die Verträge dazu behandelt werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
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