Absicherung für Beschäftigte

Das Archivale des Monates Mai bleuchtet die Geschichte des Stolberger Knappschaftsvereins. Die Steinkohlen- und Erzgruben schließen sich zusammen, um ihre Mitarbeiter im Notfall zu unterstützen.

Bild: Stadtarchiv
Bild: Stadtarchiv

Das Archivale des Monats Mai ist: Festschrift „Geschichte und Statistik des Stolberger Knappschaftsvereins“ vom Jahre 1909.

 

Stolberger Sozialgeschichte erzählt die „Geschichte und Statistik des „Stolberger Knappschaftsvereins zu Stolberg Rheinland“. Als Teil der stadthistorisch wichtigen Festschriften- und Reihensammlung, in der Publikationen lokaler Vereine und Einrichtungen zu finden sind, überliefert sie wertvolle Informationen zum gesellschaftlichen Leben des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

 

Knappschaften waren solidarische Zusammenschlüsse von Arbeitern im Bergbau und Hüttenwesen. Ihren Ursprung hatten sie im Mittelalter. Das kleine Büchlein der Stolberger Knappschaft dokumentiert als Festschrift zur „50-jährigen Jubelfeier des Vereins am 1. Oktober 1909“ ihre Aktivitäten seit 1859.

 

Der hiesige Zusammenschluss grenzte sich einerseits ab von der älteren Knappschaft des EBV, des Eschweiler Bergwerkvereins, und hatte bemerkenswerter Weise gerade die ‚Urstolberger‘ Messingbetriebe Unter- und Oberstolbergs nicht als Mitglieder. Die Arbeiter von zwölf Steinkohlen- und Erzgruben sowie zehn Hüttenwerken sollten in den Genuss sozialer Fürsorge und Solidarität dieser Vereinigung kommen.

 

Vor Einführung der Sozialgesetzgebung mit der allgemeinen Krankenversicherung in den 1880er Jahren bot die Knappschaft finanzielle Absicherung bei Krankheit, Invalidität und Tod des Arbeiters. Die typischen Bergmannsleiden waren Gicht, Rheuma, Tuberkulose und Lungenerkrankungen, aber auch Typhus, Krätze oder Cholera waren verbreitet, so dass sich wegen der schwerwiegenden Erkrankungen und Unfällen dringend eine Notwendigkeit zur Selbsthilfe ergab.

 

Lange vor der kommunalen Neugliederung 1972 weisen die Stolberger Stadtteile bereits auch auf diesem Gebiet intensive Verflechtungen auf, da beispielsweise die Grube Diepenlinchen in Gressenich, die Jamesgrube in Münsterbusch, damals Gemeinde Büsbach, die Albertsgrube bei Werth sowie in Breinig die Gruben Breinigerberg und Cornelia zum Bezirk der Knappschaft gehörten.

 

Dazu noch die Bleihütte Münsterbusch, die Zinkhütte Birkengang auf damals Eschweiler Stadtgebiet, die Waldmeisterhütte in Atsch, die Grube Schevenhütte sowie auch Eschweiler-Aue, und Rothe Erde. Der Sitz im Stadtzentrum, in dem selbst offenbar kein größerer Mitgliedsbetrieb ansässig war, erhielt 1908 ein repräsentatives Verwaltungsgebäude in der Rathausstraße, das man in der Veröffentlichung bildlich präsentierte.

 

Die Festschrift bietet Informationen zur Satzung, die Pflichten und Rechte der Mitglieder und Werksbesitzer, Leistungen wie Krankengeld, Invalidenpensionen, Sterbegeld, Witwen- und Waisenpensionen beinhaltet, wie auch summarische Auflistungen von Einnahmen und Ausgaben für die 3500 bis 4500 Mitglieder und ihre Angehörigen.

 

Als Publikation in kleiner Auflage, die in ihrem ursprünglichen Sinn aktuelle Informationen für Mitglieder bereitstellen sollte, ist sie wie alle lokalen Festschriften und periodisch erscheinenden Vereinsschriften für die Dokumentation der Stadtgeschichte von bedeutendem Wert.

 

Daher ist es wichtig, dass das Stadtarchiv als zentrale historische Dokumentationsstätte mit aktuellen Publikationen aus dem Stadtgebiet bedacht wird.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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