Ein Ort der Ruhe und Entspannung

Der Park „Gehlens Kull“ in einem ehemaligen Steinbruch an der Bergstraße hat sich zu einem besonderen Ausflugsziel entwickelt.

Foto: M. Polat
Foto: M. Polat

Inmitten der Stolberger Innenstadt liegt versteckt zwischen der Bergstraße, der Vogelsangstraße und der Straße Turmblick ein idyllischer Park: „Gehlens Kull“ ist der Name der Grünanlage und „Vogelsänger“ nennen sich all diejenigen Parkbesucher, die mit großem Engagement den ehemaligen Steinbruch pflegen und sauber halten.

 

Allen voran Anwohner Walter Meuthen, der sich bereits seit rund 20 Jahren um die Sauberkeit und die Ordnung in dem Park kümmert. „Dieser Park ist eine Herzensangelegenheit für die Stolberger, weil es ihn so nirgendwo anders gibt“, beschreibt der Rentner den ehemaligen Steinbruch. Wer also etwas über die Geschichte von „Gehlens Kull“ erfahren möchte, der geht am besten eine Runde mit Walter Meuthen durch den Park spazieren, denn der weiß viel darüber zu erzählen: So diente der ehemalige Steinbruch der Firma Gehlen im 18. Jahrhundert zum Kalksteinabbau. Nachdem der Betrieb 1954 geschlossen wurde, war der Steinbruch zunächst als Mülldeponie missbraucht worden, bevor 1985 die Rekultivierung erfolgte. Infolge dieser Rekultivierungsmaßnahmen wurde „Gehlens Kull“ zum Naherholungsgebiet umgestaltet, indem unter anderem ein Weiher angelegt wurde. Heute tummeln sich in dem Biotop die verschiedensten Tiere und Pflanzen: Von Schildkröten über Mauereidechsen bis hin zu Eisvögeln lässt sich in „Gehlens Kull“ neben Wiesen voller Butterblumen alles finden. Die seltene Flora und Fauna bietet den Kindergärten und Schulen in der Umgebung somit auch viel Lernstoff. „Das ist der einzige Lernort für die Kinder in der Nähe. Wir kommen schon seit 20 Jahren alle paar Wochen hierher, da man den Park gut zu Fuß erreichen kann“, erzählt Kindergärtnerin Barbara Becker und blickt auf die kleinen Parkbesucher, die mit viel Begeisterung im Weiher nach Kaulquappen suchen.

 

Die Parkanlage bietet außerdem Joggern und Hundehaltern einen ruhigen Ort zum Sport treiben und Spaziergang. Sie alle tragen zusammen mit Walter Meuthen zur Erhaltung von „Gehlens Kull“ bei. „Hier kommt keiner vorbei, den ich nicht anspreche“, sagt Meuthen schmunzelnd und überträgt gerne auch Patenschaften für Pflanzen an die verschiedenen Parkbesucher.

 

Es gibt heute kaum mehr Vandalismus in „Gehlens Kull“. Vor zwei Jahren sei das größte Problem im Park der Vandalismus gewesen, berichtet Walter Meuthen. Das gehöre jedoch zum Glück der Vergangenheit an: „Vandalismus haben wir so gut wie keinen mehr“, erzählt Meuthen. „Wenn ich hier am späten Abend meine Streife laufe, merke ich, dass es besser geworden ist als früher. Man stößt meistens auf verständnisvolle Ohren“, stimmt Bezirksbeamter Reiner Schmitz zu.

 

Und auch die Mitarbeiter des Ordnungsamts kämen von Zeit zu Zeit abends in den Park, um das Gespräch mit den abendlichen Besuchern zu suchen, sagt Sven Poschen vom Ordnungsamt. So bleibt die Oase „Gehlens Kull“ auch weiterhin ein einladender Ort der Ruhe und Entspannung.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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