Gesangverein setzt Glanzpunkte

Büsbacher Männerchor erntet für sein Frühlingskonzert im Saal von Angie‘s viel Applaus. Volkslieder aus aller Welt vorgetragen. Die künstlerische Qualität einmal mehr unter Beweis gestellt.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Seit 1975 ist Josef Otten mit einer kurzen Unterbrechung der Chorleiter des Büsbacher Männergesangvereins. Durch dynamischen und zielstrebigen Einsatz formte er, der selbst immer wieder das schnelle musikalische Auffassungsvermögen seiner Sänger lobte, einen erstklassigen Chor. Dass der Männerchor nach dem erfolgreichen Opernkonzert vom letzten Jahr auch in den Volksliedern aus aller Welt bewandert ist, zeigten die Sänger mit dem Frühlingskonzert im Saal von „Angie’s“.

 

Der musikalische Bogen war breit gespannt von deutschen Liebesliedern bis zu französischen Trinkliedern und Traditional Negro Spirituals. Die ausgesuchten Stücke, teils von Otten für den Chor gesetzt, fanden im ausverkauften Büsbacher Saal viel Gefallen.

 

Als Gäste begrüßte Werner Paland das Euregio-Quintett Aachen, deren fünf Ensemblemitglieder aus der deutsch-holländischen Region um die Stadt Aachen stammen. Gerda Schwartz (Flöte), Bernd Schulz (Oboe), Günter Mänz (Klarinette), Nico Housen (Horn) und Christoph Siewers (Fagott) gründeten ihr Ensemble in der jetzigen Besetzung 2013. Abwechselnd mit dem Büsbacher Männergesangverein boten sie ein kurzweiliges Programm.

 

Der Gastgeber begann mit a-cappella vorgetragenen Volksliedweisen in Sätzen von Kurt Lissmann, Adolf Clemens und Willy Sendt, die die Sänger großartig und mit viel Leidenschaft interpretierten. Stark im Ausdruck sowohl im piano als auch im forte und immer verständlich in der Aussprache präsentierten sie das Potpourri melancholisch-verträumter russischer Volksweisen.

 

Im breiten Spektrum alter Legenden fühlten die Herren sich ganz offensichtlich wohl. Manch einer im Saal schloss die Augen während die Sänger vom „roten Sarafan“, dem „Baikalsee“ oder den sehr ergreifenden „Wolgaschleppern“ sangen.

 

Anteil an diesem Auftritt hatte auch Theo Palm, der die russischen Stücke und auch die Spirituals im zweiten Teil am Klavier souverän begleitete. Von Russland ging es nach einer Pause nach Irland, wo ein junger Barde mit Vaters Schwert und seiner Harfe auf dem Rücken in den Krieg zieht und nicht mehr zurückkommt. Mit „The Minstrel Boy“ und der inoffiziellen Nationalhymne „Londonderry Air“ der Nordiren setzte der Männerchor starke Akzente.

 

Das „Amazing Grace“ zählt zu den bekanntesten Liedern der Welt und wurde von Countrysängern, Rockstars und Kirchenchören interpretiert. In Schottland wurde es insbesondere in Dudelsackfassungen popuär, so dass Josef Otten den Text vom Kapitän eines Sklavenschiffs auch für seinen Männerchor arrangierte. Dabei übernahmen Karl-Heinz Philippi und Norbert Effenberg die Soloparts, die sie tonschön und überzeugend sangen. Zwei bekannte französisches Trinklieder hatten die Titel „Tourdion“ und „Chevaliers de la table ronde“. Sie waren den Männern wie auf den Leib geschrieben, denn vom „guten Wein“ kennen sie was. Hier war es Günter Görtz, der im Wechsel mit dem Chor solistisch agierte. Er sang nicht nur mit schöner Stimme, sondern wusste die heiter-melancholische Geschichte auch eindrucksvoll darzustellen.

 

Und auch Hans Dohlen und der Chef selbst ließen sich in den Negro Spirituals, den Liedern, welche die schwarzen Sklaven in ihrem Alltag sangen, solistisch vernehmen, sehr zur Freude der Besucher, die ihren Auftritt mit Zwischenapplaus zu würdigen wussten.

 

Das Euregio-Quintett schloss seinen ersten Vortrag an die besinnlichen Volkslieder an und setzte mit der Pastorale op. 154 von Josef Rheinberger gleich einen Glanzpunkt. Dann zog es sie nach Ungarn, von wo die Vortragenden fünf antike ungarische Tänze von Ferenc Farkas virtuos fröhlich spielten. Aus Italien hatten sie das bekannte Intermezzo aus der Oper „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni im Gepäck, aus Spanien die schmeichelnde Habanera und den feurigen Tanz Aragonaise aus „Carmen“ von Georges Bizet. In Frankreich angekommen, inszenierten sie drei kurze Stücke des Kinopianisten Jacques Ibert und als Zugabe „Le Piccadilly“ von Eric Satie.

 

Die Zugabe des Büsbacher Männerchores gestaltete dieser zusammen mit der Bläsergruppe und dem beliebten Dudelsackstück „Highland Cathedral“ von Ulrich Roever/Michael Korb. Hier zogen die Beteiligten alle Register ihres Könnens und stellten ihre künstlerische Qualität einmal mehr unter Beweis.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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