Mehr als nur leere Phrasen

Der Stolberger Rap-Newcomer „Tyro“ achtet besonders auf den lyrischen Wert seiner Texte.

Tobias Egl alias „Tyro Rap“ bei Aufnahmen im Tonstudio. Fotos: B. Zilkens
Tobias Egl alias „Tyro Rap“ bei Aufnahmen im Tonstudio. Fotos: B. Zilkens

Die Beats sind kraftvoll, die Clips von professionellen Musikvideos kaum zu unterscheiden und bei den Texten wird offensichtlich, dass hier jemand am Werk ist, der mit der deutschen Sprache umzugehen weiß. Tyro, der mit bürgerlichem Namen Tobias Egl heißt , macht zwar erst seit kurzem Musik, aber was dabei rauskommt, kann sich durchaus hören und sehen lassen. Dabei fing eigentlich alles mit einer Schnapsidee an.

 

„Als im Freundeskreis der erste 18 Jahre alt geworden ist, kam der Vorschlag auf, ein Lied zum Geburtstag zu machen. Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich Rap nicht nur gerne höre, sondern dass es mir Spaß macht, dafür Zeit zu investieren“, sagt Tyro. Das Ergebnis war vielversprechend. „Die Partygäste kamen hinterher tatsächlich auf mich zu und meinten, dass es Hand und Fuß habe und ich das Rappen weiterverfolgen sollte.“ Interesse habe er allemal gehabt, denn es sei die Musikrichtung mit dem größten Fokus auf den Text: „Ich mag die deutsche Sprache und die Möglichkeiten zum Wortwitz, die sie einem bietet.“

 

Allerdings schläft die Sache mit der Musik dann doch erstmal wieder ein. Ende 2016 entdeckt Tyro dann die Facebook-Seite von Elias Jacobs, der unter dem Titel „Givemesix Productions“ in Stolberg ein kleines Tonstudio betreibt. „Da habe ich mir einen Ruck gegeben, Kontakt aufgebaut, eine Aufnahme hingeschickt und gefragt, ob Potential vorhanden ist.“ Ist es, kam postwendend als Antwort. Und seitdem hat Tyros musikalische Karriere eine Dynamik entwickelt, mit der er selbst nie gerechnet hätte.

 

Mehr als 7.000 Menschen haben sich das Video zu seinem dritten Song „Vollgas“ innerhalb der ersten beiden Wochen nach der Veröffentlichung im Netz angeschaut. „Schwarze Wolken“ und „Spotlight“, die beiden Erstlinge, liegen mit rund 5.000 Aufrufen nur knapp dahinter zurück. „Ich habe zwar gehofft, dass die Musik registriert wird, aber das hat doch weitere Kreise gezogen, als ich dachte“, gibt der 20-Jährige zu.

 

Tyro ist übrigens ein echter Kupferstädter: in der Atsch geboren, in die Grundschule Donnerberg und auf das Ritzefeld-Gymnasium gegangen, dann eine Grundausbildung bei der Bundeswehr in Wilhelmshaven absolviert. Nun ist er in der Stolberger Donnerbergkaserne stationiert.

 

Ohne die Hilfe seiner Freunde, zu denen er seit der Schule ein enges Verhältnis pflegt, wäre der musikalische Erfolg allerdings nicht möglich gewesen. „Ich kann das Lied schreiben und im Studio aufnehmen, aber mehr kann ich mit meinen Fähigkeiten nicht. Nicht einmal Noten lesen“, gibt er verschmitzt zu. Das Logo und die aufwändigen Videos – alles sei letztlich ein Produkt, an dem sich sehr viele Menschen beteiligen. Alleine beim Dreh zu „Vollgas“ seien acht Stunden Videomaterial entstanden. „Der Schnitt und die Nachbearbeitung, das bleibt alles an meinen Kumpels hängen“, sagt Tyro.

 

Geld verdient er mit seiner Musik nicht. Es ist die Lust am Rappen und das positive Feedback, das ihn antreibt. Obwohl es durchaus noch einige Dinge zu verbessern gibt. „Momentan fehlt mir noch die tiefere Aussage in meinen Songs. Ich warte da noch auf Inspiration und möchte nichts erzwingen. Wenn mir ein Thema wirklich am Herzen liegt, wird der Text dazu auch authentischer.“ Als Sänger würde er sich gerne ebenfalls ausprobieren und einen gut klingenden Refrain aufnehmen. Was ihn auch dem Ziel, das er mit seiner Musik verfolgt, wieder ein Stück näher bringen würde: „Ich hoffe, dass ich viele Menschen positiv überraschen und das schlechte Image, das

HipHop häufig attestiert wird, ein wenig widerlegen kann. Viele Leute bemängeln ja, dass es das Genre mit der geringsten Musikalität ist und dass die Texte stumpf und asozial sind. Davon will ich mich deutlich absetzen.“

 

Die Gelegenheit, seine Fähigkeiten auch vor reellem Publikum zu zeigen, könnte sich für Tyro schon bald ergeben. Für die Mutter von Elias Jacobs, die ein Zentrum für Heilpädagogisches Reiten in Stolberg betreibt, sei eine kleine Charity-Aktion geplant mit allen Nachwuchs-Künstlern, die bei „Givemesix“ ihre Songs aufnehmen. „Außerdem hat mich eine junge Dame angeschrieben, die ein Jugend-Musikfestival auf die Beine stellen will und mich gefragt hat, ob ich da mitmachen würde. Da brenne ich schon innerlich für, weil das nochmal eine ganz andere Ebene ist und man wirklich zeigen kann, wieviel Enthusiasmus und Leidenschaft dahintersteckt.“

 

Information

 

Die Songs von Tyro sind sowohl auf Facebook als auch bei Youtube veröffentlicht:

 

Quelle: Super Mittwoch

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.