Eröffnung noch vor den Sommerferien

Nach zweieinhalb Jahren kehrt eine Nahversorgung zurück nach Gressenich . Viele Probleme für Netto-Markt überwunden.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Die alte Dame, die zu Fuß mit ihrem Einkaufstrolley von Gressenich zu den Einkaufsmärkten nach Mausbach pilgert, hat Egon Schreck während der vergangenen Wochen häufiger beobachtet. „Es dauert nicht mehr lange“, sagt der Projektentwickler; „und die Dame braucht nicht mehr so weit zu pilgern.“ Die Eröffnung des neuen Verbrauchermarktes in Gressenich ist absehbar.

 

Am Ortseingang geht die neue Netto-Filiale nebst Café schnellen Schrittes ihrer Vollendung entgegen. Erst im März ist mit dem Bau begonnen worden. In der letzten Juni-Woche soll das Gebäude an die Netto-Gruppe übergeben werden. „Dann brauchen wir eineinhalb Wochen, bis wir eröffnen können“, erklärt Rüdiger Klauke von der Expansionsabteilung der Discountkette. Läuft alles nach Plan, kehrt die Nahversorgung noch vor den Sommerferien zurück nach Gressenich.

 

Knapp zweieinhalb Jahre, nachdem der Rewe-Markt am Hamicher Weg geschlossen wurde, können die Nachfahren der römischen Siedlung, in der bis ins 4. Jahrhundert hinein eine vorindustrielle Serienproduktion von Messinggefäßen betrieben wurde, sich wieder im Heimatort mit Gütern des täglichen Bedarfs eindecken. Dass das so sein wird, ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wie beim Baustellenfest von den handelnden Personen nicht verhehlt wird.

 

Das sind zum einen Projektentwickler Egon Schreck sowie Investor und Discounter-Spezialist Wilhelm Ludwig Kerschbaum aus dem fränkischen Bad Windsheim selbst, die ihre Margen nach unten schraubten, um das Projekt mit heute eher bescheidenen 800 Quadratmeter Verkaufsfläche realisieren zu können, wie Bürgermeister Tim Grüttemeier anerkennt. Da sind zum anderen die beiden Landtagsabgeordneten Axel Wirtz und Stefan Kämmerling, die Hand in Hand ihre jeweiligen Kontakte nutzten, um bei übergeordneten Behörden und Institutionen den Weg frei zu bekommen für die Rückkehr der Nahversorgung nach Gressenich, wie Egon Schreck untermauert. Er ist ebenso voll des Lobes für die Stolberger Stadtverwaltung, die das Vorhaben nach Kräften unterstützt habe. „Getreu dem Motto ,fang nur schon einmal an, wir machen das dann schon‘“, freut sich Schreck über das in ihn gesetzte Vertrauen. Denn lang ist die Liste der Hürden, die seit den Anfängen genommen werden muss.

 

Da das frühere Ladenlokal am Hamicher Weg heutigen Anforderungen der Branche nicht mehr genügt, machen sich Schreck, Wirtz und Netto-Vertreter auf die Suche nach einer Alternative. „Das war am 9. September 2014 um 11 Uhr“, zwinkert Schreck. Fünf, sechs Liegenschaften im Ort wurden „abgeklappert“, die sich aber als nicht geeignet oder als nicht zur Verfügung stehend herausstellen. Unter dem Strich hat nur die Weide neben dem Sportplatz hinter dem Ortsausgang eine Chance – „zur Arrondierung des Ortsrandes“, wie die Landespolitiker jetzt beim Fest ebenso wie zuvor gegenüber der Bezirksregierung unterstreichen: Das insgesamt 5000 Quadratmeter große Gelände an der Palanderweide liegt im Außenbereich; seine Nutzung bedarf einer Ausnahmeregelung. Außergewöhnliche Regelungen werden auch mit dem Landesbetrieb Straßenbau erreicht, um eine Zufahrt von der Landesstraße 12 her zu ermöglichen. Der Bau der Abbiegerspuren soll übrigens am 8. Mai beginnen; dann wird der Verkehr einspurig mit Baustellenampeln geführt.

 

Auch die alten Römer lassen grüßen, als es an die Erschließung des Geländes geht. Reste der Siedlungen und Produktionsstätten der früheren „Hemmoorer Eimer“, nach individuellem Design geformte Messinggefäße, die von Gressenich aus in die weite römische Welt exportiert wurden, müssen zuerst als Bodendenkmal gesichert und sorgsam abgedeckt werden, bevor die Bagger damit beginnen können, das abschüssige Gelände baureif zu machen. „Bis zu vier Meter Höhenunterschied müssen hier aus­geglichen werden“, erklärt Schreck.

 

Und dann sind da noch die vielen kleineren Dinge, die im Rahmen der Bauleitplanung und -genehmigung zu regeln sind: etwa die komplizierte Abwasserentsorgung oder die Verlegung der Anlieferung an die Mausbach zugewandte Seite des Standortes.

 

„Zweieinhalb Wochen nach der Schließung von Rewe erfolgt am 5. März der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan“, führt Egon Schreck den Gästen die Zeitachse vor Augen. Am 8. November 2016 fasst der Stadtrat mit der breiten Mehrheit von CDU und SPD den Satzungsbeschluss – gegen die Stimmen von FDP, Linken, Grünen und den beiden fraktionslosen Ratsmitgliedern. Bereits im Dezember hält Egon Schreck die Baugenehmigung in den Händen, die heiße Phase der Vorbereitung läuft an. „Es macht richtig Freude, in Stolberg zu investieren und zu arbeiten“, sagt Schreck augenzwinkernd, der bereits auf 15 000 Quadratmetern das Einkaufzentrum in Mausbach realisiert hat: „Ich habe noch weitere 45 000 Quadratmeter vor Augen, die ich in Stolberg entwickeln möchte“. Davon sollen 30 000 Quadratmeter gewerblich und 5000 Quadratmeter für Wohnbebauung genutzt werden.

 

„Das Netto-Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was mit einem parteiübergreifenden Schulterschluss in Stolberg bewegt werden kann“, würdigt der Bürgermeister das Engagement.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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