Zwangspause in Prämienstraße

Nach neuerlichen Bodenproben muss die Entsorgung des Aushubs neu geklärt werden. Analysen zeigen uneinheitliche und höhere Belastung als erstes Gutachten ergeben hat. Ein Zeit- und eine Kostenfrage.

Die Vergangenheit holt die Stadt einmal mehr ein. Genauer gesagt das belastete Erdreich in Münsterbusch. Bereits mit einer Woche Verspätung waren im alten Teilstück der Prämienstraße die Arbeiten zur Sanierung der Kanalisation gestartet. Zuvor ließ die Stadt zusätzliche Bodenproben ziehen, um die Belastung des Bodens und damit die spätere Deponierung des Erdreichs zu klären. Das Ergebnis liegt nach dreiwöchiger Analyse vor: Klar ist, dass die Belastung so unterschiedlich ist, dass keine Trennung des Aushubs möglich ist und somit eine Deponie der höheren als erhofften Klasse gewählt werden muss.

 

Somit legt das beauftragte Tiefbauunternehmen nun erst einmal eine Zwangspause ein. Das geht aus einem Schreiben des Technischen Beigeordneten Tobias Röhm an die betroffenen Anlieger hervor. Gestern waren dank der zügigen Abwicklung durch das beauftragte Tiefbauunternehmen die Kanalarbeiten beendet worden; einen Monat hatte die Bauunternehmung Tholen dafür benötigt.

 

„Der bereits im Anschluss an den Kanalbau geplante Straßenbau kann leider nicht begonnen werden, da die Form der Entsorgung der belasteten Aushubmassen fraglich ist“, klärt Röhm auf: Im Zuge der Vorentwurfsplanung waren vier Bodenproben genommen und chemisch analysiert worden. Zu diesem frühen Planungszeitpunkt dienten die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen der Kostenschätzung als Grundlage der Bürgerbeteiligung.

 

Diese Ergebnisse wurden den Ausschreibungsunterlagen als Kalkulationsgrundlage für die anbietenden Firmen beigefügt. Gleichzeitig seien mit diesen Ergebnissen durch das planende Ingenieurbüro, den Bodengutachter und einer potenziellen Entsorgungsstelle für die Ausschreibung ein Entsorgungsweg aufgezeigt worden.

 

Das erste Problem: In der Regel fordern die Deponien bei der Annahme von belastetem Bodenaushub die Vorlage von Deklarationsanalysen, die höchsten sechs Monate alt sind. Mit der im Rahmen der Ausschreibung aufgezeigten Entsorgungsmöglichkeit war eine Abweichung von diesem Zeitraum einvernehmlich geklärt.

 

Aber nachdem die Firma beauftragt worden war, erlangte die Stadt Kenntnis, dass der aufgezeigte Entsorgungsweg nun nicht mehr möglich war, da die Annahmekapazitäten der Entsorgungsstelle erschöpft sind und die Deponie sich seither in einem neuen Genehmigungsverfahren befindet.

 

Als Folge musste die Entsorgung der belasteten Aushubmassen durch eine zweite Charge von frischen Proben und Analysen verifiziert werden. Die chemischen Analysen benötigten drei Wochen. In diesem Zeitraum liefen bereits die Kanalbauarbeiten an.

 

Die neuen Bodenproben zeigten gegenüber den ersten nochmals erhöhte Belastungen insbesondere bei den Schwermetallen und den PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) auf. Aufgrund dieser Entwicklung konnte die bis bislang geplante und mittels Ausschreibung beauftragte Entsorgung der Aushubmassen nicht realisiert werden. „Die Entsorgung der Aushubmassen muss nunmehr auf speziell zugelassenen Deponien erfolgen“, so Röhm weiter.

 

Die zweiten Bodenproben wurden insgesamt an sieben verschieden Stellen genommen. Es stellte sich heraus, dass der Aushub in einzelnen Teilbereichen aufgrund der festgestellten Belastungen eine Deponierung bis zu höheren Deponieklasse II erfordern. Die ermittelten Belastungen der sieben Proben zeigten keinerlei einheitliche Verteilung auf, so dass eine Trennung des verschieden belasteten Bodens nicht möglich sei.

 

Zunächst versuchten Stadt und Unternehmen, des Aushub auf einer Deponie der niedrigeren Klasse I mit Sondererlaubnis zu verbringen. Dazu muss der Deponiebetreiber allerdings eine Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhalten. „Leider liegt bis zum heutigen Tag kein Angebot einer Deponie für die Entsorgung vor“, erklärt Röhm.

 

Als Konsequenz haben sich die Verwaltung und Bauunternehmung dazu entschieden, die Straßenbauarbeiten bis zur Klärung der Entsorgungsfrage zu verschieben. Das wird nicht nur eine Zeit dauern, sondern durch die höhere Deponieklasse wird auch die Entsorgung und damit die Baumaßnahme teurer.

 

„Wir bitten um Verständnis, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Auskunft über die zu erwartende Kostenentwicklung sowie auf deren Auswirkung auf die zu entrichtenden KAG-Beiträge geben können“, sagt Röhm. Sobald verlässliche Zahlen vorliegen würden und somit Auswirkungen auf die Anliegerbeiträge berechenbar wären, wolle die Stadt die Grundstückseigentümer unaufgefordert informieren, so der Technische Beigeordnete.

 

Derzeit wurde die Prämienstraße provisorisch in einen so verkehrssicheren Zustand versetzt, dass die Anwohner die Straße wieder benutzen können.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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