Weiter Warten auf Hochwasserschutz an der Vicht

Rückhaltebecken: Wasserverband Eifel-Rur überprüft Planung auf Basis aktueller Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

„Dringenden Handlungsbedarf“ hat der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) für den Hochwasserschutz entlang des Vichtbaches beschrieben. Das war vor neun Jahren im städtischen Umweltausschuss. Bereits bei einem Hochwasser, das statistisch gesehen alle 50 Jahre eintritt (HQ 50), kann die Vicht die Altstadt überfluten. Schäden in Höhe von 13,4 Millionen Euro werden prognostiziert. Bei einem HQ 100 würde von der Finkensiefstraße bis zum Rathaus die Innenstadt, Teile der Mühle und der Industrie an der Nikolausstraße geflutet.

 

Vor drei Jahren, beim Hochwasser im Juli 2014, fehlte am Offermann-Platz nur eine gute Handbreit bis zur Oberkante der Ufermauer, dann hätte der heftig angeschwollene Bach die Altstadt geflutet. Knapp wurde die Schwelle unterschritten, die ein 20-jährliches Hochwasser beschreibt: Ab dieser Marke ist mit ersten deutlichen Schäden in der Altstadt zu rechnen...

 

Einem solchen Ereignis versucht der WVER vorzubeugen, was an der Vicht gar nicht so einfach ist. Denn der Bach bezieht sein Wasser aus unzähligen Siefen, Rinnsalen, Quellflüsschen und Bächen aus den Höhen der Voreifel aus einem 108 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet. Zum Vergleich: Das Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre des Dreilägerbachs mit 3,67 Millionen Kubikmeter Speicherraum umfasst lediglich zwölf Quadratkilometer.

 

Anhand der vorliegenden hydrologischen Daten untersuchte der WVER in den vergangenen Jahren den Bau von Rückhaltebecken. Eine Reihe von Varianten wurde modellhaft geprüft – etwa unter dem Aspekt, wann aus welchem Nebenfluss wie viel Zulauf auf den Scheitelpunkt des Vichtbachs treffen könnte. Ergebnis der Untersuchungen war ein Rückhaltevolumen von 1,2 Millionen Kubikmeter. Das entspricht etwa der Größe des Stausees in Heimbach.

 

14 unterschiedliche Becken mit ungesteuerten Drosseln wurden untersucht. Als hydrologisch wirksam gelten zwei Becken: eins mit einem Fassungsvolumen von 825 000 Kubikmetern unterhalb von Rott und ein 405 000 Kubikmeter fassendes Becken unterhalb von Mulartshütte.

 

Eigentlich hatte der Wasserverband beabsichtigt, nach Abschluss der hydrologischen Berechnungen zum Ende des vergangenen Jahres die detaillierte Objektplanung für die konkreten Maßnahmen in Gang zu setzen. Diese sollten im laufenden Jahr abgeschlossen und bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden.

 

„Jedoch müssen die hydrologischen Daten nun noch einmal überrechnet werden“, erklärt WVER-Sprecher Marcus Seiler auf Anfrage unserer Zeitung. Den Wasseringenieuren hat der Deutsche Wetterdienst quasi „dazwischengefunkt“. Dieser hat Ende vergangenen Jahres neue so genannte Basis-Daten herausgegeben: die sogenannten Koordinierten Starkniederschlags-Regionalisierungs-Auswertungen (Kostra), die der Wetterdienst in unregelmäßigen Ab­ständen herausgibt. Die ausgewerteten Daten geben „Auskunft über die Eintrittswahrscheinlichkeit von Starkregenereignissen und sind die Grundlage für die Bemessung von wasserwirtschaftlichen Anlagen“, erklärt Seiler. Der WVER habe sich entschieden, seine bisherigen Berechnungen mit den neuen Daten noch einmal zu überrechnen. „Wir möchten uns nicht dem Vorwurf aussetzen, nicht mit dem ganz aktuell verfügbaren Zahlenmaterial gearbeitet zu haben“, betont Seiler. Zudem könnte dies bei einer kritischen Wertung des Vorhabens zum Bau der beiden Hochwasserrückhaltebecken an der Vicht ins Feld geführt werden. Denn in Mulartshütte und Rott gibt es Gegner des geplanten Baus der Becken.

 

Konsequenz der Verwendung der aktuellen Daten ist eine Verzögerung: Der WVER wird eine Genehmigungsplanung frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 einreichen können. Dann soll die Bezirksregierung das Verfahren übernehmen und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange einleiten. Wann eine genehmigte Planung vorliegen wird und ein Bau der Becken erfolgen kann, ist derzeit offen – wann das nächste Hochwasser kommt, auch.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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