Die Geschichte der Tram wieder auferstehen lassen

Experte Roland Keller berichtet vor Eisenbahnfreunden über die beliebte Eisenbahnlinie zwischen Eilendorf und Eschweiler.

Foto: C. Hahn
Foto: C. Hahn

Eigentlich wollte er sich ja überwiegend mit der Geschichte der einstigen Aseag-Straßenbahn-Linie 22 von Eilendorf Markt über Atsch Dreieck und Pumpe zum Eschweiler Bushof beschäftigen – eigentlich. Doch im Grunde hat Roland Keller beim „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ am Sonntagvormittag im Foyer des Stolberger Hauptbahnhofes seinen wiederum zahlreichen Zuhörern viel mehr gegeben.

 

Wie es schon sein Obertitel „Per Meterspur durch Stolberg“ erahnen ließ, durchmaß der Experte für alles das, was in der Kupferstadt je über Gleise gerollt ist, die Geschichte der Tram im heutigen Gebiet Stolbergs nach Länge und Breite. Da wo heute dank einer Umleitung die Busse am Friedhof der Atsch halten, dort erreichten einst die zuletzt in Crème mit grünen Leisten lackierten Triebwagen das bebaute Gebiet – nach einer längeren Fahrt durch die Felder, vorbei am Waldrand und an Sandgruben, die heute längst schon wieder aus der Landschaft verschwunden sind. Referent Keller kommentierte jedoch nicht nur die Geschichte der Strecke und dessen, was sich im Güter- und Personenverkehr einst auf ihr bewegte.

 

Sensibel spürte er zudem allen möglichen Resten der Tram von einst nach, so etwa der alten Bahnsteigkante, die längst am Dreieck schon wieder fast zur Gänze vom Wildwuchs des Unkrauts und Zeichen der Erosion zerfressen worden ist. Auch das frühere Stationsgebäude am Dreieck erstand für einige Momente noch einmal wieder – bis hin zum Aus für immer, dem mit einem Foto dokumentierten Abriss im Juli 1961.

 

Doch Keller bot mehr, viel mehr. Dass die Fahrzeuge der Linie 8 von Zweifall und Vicht erst am heutigen Veranstaltungslokal endgültig Halt machten und somit auf der Schiene den Anschluss zur Bundesbahn sicherstellten, zeigte er ebenso auf wie die letzten 150 Meter Straßenbahngleise der früheren Linie 25 nach Brand im Zuge der Galmeistraße in Büsbach.

 

Der Ausbau ebenjener Straße werde, orakelte der Kenner der Materie, dem Relikt eines im Grunde schon längst abgeschlossenen Kapitels wohl bald schon den Garaus bereiten: „Es kann sein, dass im Sommer dieses Relikt endgültig verloren geht“, blickt Roland Keller auf den bevorstehenden Straßenausbau.

 

Mehr dazu im Internet

www.eisenbahn-stolberg.de

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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