Mit vereinten Kräften wird Vicht herausgeputzt

Helfer stoßen bei der Frühjahrsaktion der „IG Schönes Vicht“ auf jede Menge Müll. Mehrere Gruppen sind im Ort unterwegs.

Foto: L. Otte
Foto: L. Otte

„Papa, ich habe auch noch eine Zigarette gefunden“, ruft der fünfjährige Liam Kaufmann stolz seinem Vater Stefan zu, der für ihn und seinen Bruder Keanu just in diesem Moment den großen orangefarbenen Müllsack aufhält. Am Samstagmorgen beteiligte sich die Familie, neben etwa 20 weiteren Vichtern, an der Frühjahrsputzaktion der „IG Schönes Vicht“ (IGSV), die unter dem Motto „Vicht kehrt sich heraus“ stattfand.

 

Während mancher Vichter vielleicht zu der frühen Stunde noch im Bett schlummerte, trotzten die fleißigen Heinzelmännchen des Dorfes dem regnerischen Wetter und kamen vor der Mehrzweckhalle zusammen. Überlegt wurde zunächst, wo der meiste Müll vorzufinden sein könnte. Dann teilte Achim Wartensleben, Geschäftsführer der IGSV, die Helfer in mehrere Gruppen ein. Ausgestattet mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifzangen, die von der Stadt Stolberg zur Verfügung gestellt worden waren, ging es los – in alle Richtungen: vom Nachtigällchen über das Zentrum bis hin zum Vichter Landhaus.

 

Liam und Keanu preschten vor, um die ersten Müllfunde aufzugreifen. Interessant war, auf was die Jungs dabei so stießen: Einkaufszettel, Bierdeckel, Kaugummis, Luftballons, Glasscherben und etliche Zigarettenstummel. „Es ist unglaublich und völlig unverständlich, was die Leute alles wegwerfen“, schüttelte Stefan Kaufmann den Kopf. „Ich finde man sollte vorbildlicher sein, zumal hier überall Mülltonnen stehen.“ Was den Erwachsenen berechtigterweise ein Dorn im Auge war, empfanden Liam und Keanu im Rahmen der Aufräumaktion noch als Spaß. Obwohl auch sie wussten, dass damit eine gewisse Ernsthaftigkeit verbunden war und dass man den Müll – natürlich – nicht einfach auf den Boden wirft, glich jeder Schritt einem Abenteuer und war jeder Fund ein Erfolgserlebnis. „Mir gefällt das. Dann haben wir später wieder ein sauberes Dorf“, betonte der siebenjährige Keanu.

 

Nahe des Waldrandes staunten derweil andere Helfer nicht schlecht. Ihnen begegneten hier Dinge, die rein gar nichts in der Natur zu suchen haben und die offenbar auch noch gezielt dort entsorgt worden waren: Bauholz, Bierflaschen, ja sogar der Grasauffangkorb eines Rasenmähers.

 

„Es ist traurig, dass es Mitmenschen gibt, die ihren Müll so verteilen. Schließlich bringt dies nicht nur Arbeit mit sich, sondern birgt auch noch Gefahren für Kinder und Tiere“, äußerte Achim Wartensleben sein Unverständnis. Allerdings hatte er das Gefühl, dass sich die Situation, zumindest in Vicht, im Vergleich zu den Vorjahren etwas verbessert hat. „Vielleicht ist das ja ein positiver Trend, dass die Leute mehr Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen“, hofft der Geschäftsführer der IG auf ein längerfristiges Phänomen.

 

Am Ende der Aktion wurde Bilanz gezogen: Zwölf volle Säcke lagern jetzt hinter der Mehrzweckhalle und warten darauf, von der Stadt Stolberg abgeholt zu werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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