Leere Ränge schrecken junge Musiker nicht

Nachwuchsorchester aus Brighton und Hove zu Gast im Kulturzentrum. Zuhörer bleiben Konzert fern.

Foto: M.-L. Otten
Foto: M.-L. Otten

Ratlosigkeit, aber keineswegs Enttäuschung herrschte bei den 38 Kindern und Jugendlichen sowie ihren fünf Lehrern aus „Brighton and Hove“, die am Freitagabend im Kulturzentrum Frankental vor leeren Rängen musizierten. Dazu hatten sie sich zu sehr auf diesen Kurzurlaub in das Dreiländereck mit Besuchen in Aachen, Maastricht und Jülich gefreut. Dass sie allerdings mit ihrer Musik in Stolberg unter sich blieben, war auch für die Orchesterleiter eine neue Erfahrung.

 

Da der Saal leer blieb, entschied der Direktor nach dem Eingangsstück der „Youth Concert Band“, das Konzert nach draußen zu verlegen. Doch als vor der Türe nur etwa sechs Passanten kurz stehenblieben und dann ihren Weg fortsetzten, war auch hier allen bald klar, dass die Stolberger an diesem Abend wohl etwas anderes vorhatten.

 

Nichtsdestotrotz spielten die jungen Leute dann für sich, die Begleitpersonen (Busfahrer, Coach), den Hausmeister und die Presse. Und diese wenigen Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Den ersten Teil bestimmte ein Mix aus alten und neuen Klängen der Blechbläserband „Brighton & Hove Youth Concert Band“ unter Leitung der engagierten Sarah Leeves. Es war schon erstaunlich zu hören, was die jungen Leute im Alter zwischen elf und 18 Jahren so draufhatten. Mit großem Eifer gingen die Schülerinnen und Schüler aus den Musikschulen von Brightons Umland an die Sache heran und boten stimmungsvolle Unterhaltungsklassiker, zu denen Märsche, Film- und Rockmusik zählten.

 

Im zweiten Teil musizierte dann die „Youth Philharmonia“ aus dem selbstständigen Stadtkreis an der Südküste Englands. Seit fünf Jahren wird diese Formation von Peter Davison geleitet, der im ersten Programmteil Trompete geblasen hatte. Die jungen Leute glänzten vor allem mit fröhlichen, lebhaften und tänzerischen Melodien aus der „Neuen Welt“ von Antonin Dvorák. Die Sehnsucht nach einer heilen Welt nach vielen Kriegsjahren in Europa hatte auch den tschechischen Komponisten gepackt, der 1892 nach New York ging und seine Vorstellung von amerikanischer Musik (Indianertänzen) mit böhmischen Walzern kombinierte.

 

Im vergnügt musikalischen Miteinander gelang den jungen Musikern aus dem südenglischen Seebad eine bemerkenswerte Interpretation.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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