Verschollenes Wappen ist als Fotografie erhalten

Archivale des Monats April : Ein besonderes Dokument der Stolberger Kunst- und Baugeschichte bildet eine erst kürzlich identifizierte historische Aufnahme des Burgherrenwappens der Familie von Efferen. Originale verschwunden.

Mehr als ein einfaches Foto ist die historische Aufnahme, die ohne Beschreibung kürzlich als besonderes Relikt Stolberger Kunst- und Baugeschichte identifiziert werden konnte. Zu sehen ist das Wappen der Burgherrenfamilie von Efferen, die zwischen 1496 und 1649 auf der Burg residierte und diese baulich maßgeblich prägte. Das Wappen ist eines von acht abgelichteten, die alle den Vorfahren des dritten des Geschlechts in Stolberg, Johann von Efferen, zugeordnet werden können.

 

Die Vollwappen mit Schild, Helm und Helmzier waren in Eichenholz geschnitzt und von besonderer kunsthandwerklicher Qualität. Aufbau und Details der Renaissance-Gestaltungen sind wohlproportioniert und fein gearbeitet. Der Schild zeigt zwei Balken und einen Turnierkragen im Schildhaupt und den Elefanten als Bekrönung des Bügelhelms.

 

Johannes von Efferen bemühte sich sehr um die Entwicklung Stolbergs und bediente sich dabei auch fragwürdiger Mittel. Seinen Anspruch deklarierte er architektonisch am Ausbau der Burg. Den Westturm als Wehrturm ließ er irgendwann in seiner Amtszeit zwischen 1552 und 1606 zu einem repräsentativen Schlossturm umgestalten. Große Glasfenster und die bis heute markante Renaissancehaube symbolisierten den herrschaftlichen Hintergrund.

 

Nicht zuletzt waren im Inneren wichtige Funktionen untergebracht: Amtsstuben des Schultheißen und des Gerichtsschreibers. Entsprechend nobel muss man sich die Räumlichkeiten vorstellen. Gediegene Vertäfelungen mit Renaissanceschnitzereien und kunstvoller Einrichtung. Den erhaltenen Blausteinkamin der Epoche zierten bis zu Kraus‘ Zeiten die hölzernen Wappen des Burgherrn Johannes. Moritz Kraus war es, der schließlich 1906 – unter ungeklärten Umständen – die Wappen und andere Gegenstände dem Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf stiftete, wo sie ebenso ungeklärt längst verschollen sind.

 

Der Renaissancekamin ist das einzige historische Relikt der Burgausstattung, das nun durch die Fotos der kostbaren Familienwappen ergänzt wird und einen Einblick gibt in die historische Gestaltung des Burginneren. Klein und bescheiden, aber nicht armselig, war die Burg als Sitz von Herren, in deren Unterherrschaft schließlich hochwertige Produkte aus Messing und Eisen hergestellt wurden, die international und an Fürstenhöfen Abnehmer fanden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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