Zuhörerinnen schmelzen dahin

Liedermacher Günter Hochgürtel hat sein Publikum schnell auf seiner Seite.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Einen unterhaltsamen Musikabend gab es am Samstagabend mit dem Liedermacher Günter Hochgürtel. Der Eifeltroubadour gastierte im „Piano“ bereits zum siebten Mal und verzauberte seine Gäste mit überwiegend selbst geschriebene(r)n Musik und Texten.

 

Hochgürtel sang in fünf Sprachen, worunter neben Hochdeutsch, Englisch, Französisch und Italienisch auch das Eifeler Platt zählte. Seine Lieder waren durchweg anspruchsvoll, oft auch witzig und kritisch, vor allem, wenn es sich um die Familie handelte.

 

So gab es ein „kleines fieses Lied über den neuen Typ von seiner Exfrau“ oder über seinen Sohn, dem Kerl wie ein Baum, der mit gar nichts was am Hut hat. Da war in „Achtzehn“ von viel ungelebtem Leben, von unverbrauchter Kraft und ungebrochenem Mut die Rede.

 

Im Publikum gab es viele Lacher und bei dem einen oder anderen Zuhörer einen großen Wiedererkennungswert. Einen festen Platz im Leben von Günter Hochgürtel hat das Zigarrenetui von seinem frommen Opa, der als Schweizer (Ordnungshüter in der Kirche) tätig war. Aber auch Altbekanntes wurde bei dem Mitmachkonzert aufgetischt, wie die Songtexte „Heute hier, morgen dort“, „Nach alle den Jahren ist die Liebe noch jung“ oder „Ce n’est rien“. Das letztbekannte Lied brachte französisches Flair in die Stolberger Altstadtkneipe.

 

Wenn es auch ironisch klang, so war es Hochgürtel doch ernst gemeint mit dem Liebeslied der Wibbelstetz „Wat wär ich ohne dich“, was die Damen dahin schmelzen ließ.

 

Hochgürtel war nicht nur Musiker, sondern auch genialer Geschichtenerzähler und verband die einzelnen Stücke mit kabarettreifen Moderationen. Besonders die Geschichten des Nahverkehrsproblems von Hecheln nach Hellenthal und von der gentechnischen Behinderung der Eifelers heizten die Stimmung im „Piano“ an. Während das Moped, das „ruede Ribbelchen“, die große Freiheit für den Eifeler Mann bedeutete, war es für die Eifeler Frauen die weltberühmte „Himbeermarmelade“, die man sogar in Nepal kannte.

 

Nicht nur die Fans hatten Spaß an diesem zauberhaften Abend, auch der Solo-Künstler selbst war mit viel Freude dabei und wusste mit seinen Darbietungen zu überzeugen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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