Schillernde Figuren, schön-schräge Töne

Publikum wird beim Kneipenkonzert von „The Pyrate Queen“ und „T.C. Costello“ bestens unterhalten.

Foto: s.-L. Gombert
Foto: s.-L. Gombert

Hinter „The Pyrate Queen“ und „T.C. Costello“ stecken zwei Menschen mit zwei Instrumente und einer Idee: Eine Weltreise von Südkorea über Europa bis schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika, finanziert durch Kneipenkonzerte. Eines dieser Konzerte hat das amerikanische Duo am Donnerstagabend in der Stolberger Altstadt gegeben. Und ihr Auftritt im „Beer o‘Clock“ hat nicht nur für ein paar Stunden die Gäste aufs Beste unterhalten. Die beiden Musiker haben einen Hauch von weiter Welt in den Steinweg gebracht.

 

Wie viel Wumms hinter einem kleinen Instrument wie der Ukulele stecken kann, wenn man sie an die Steckdose anschließt, wird direkt beim ersten Song von „The Pyrate Queen“ deutlich. Mit ihrer eingängigen Coverversion des Songs „Creep“ von Radiohead spielt die junge Amerikanerin sich warm, um dann das abzuliefern, was sie selbst liebevoll als „Nerd Folkpunk“ bezeichnet.

 

Und ein bisschen „nerdy“ – im besten Sinne des Wortes – kommen ihre selbstgetexteten Lieder tatsächlich daher. Ob sie nun die Sicherheitsvorkehrungen des Raumschiffs Enterprise aus der TV-Serie Star Trek besingt („Die haben gar keine Sicherheitsgurte an Bord!“) oder Hans Gruber, den Bösewicht aus dem Film „Stirb Langsam“, der eine Schwäche für graue Anzüge zu haben scheint: Man hört den Songs an, wie viel Freude die Künstlerin beim Texten hatte. Großartig auch ihr in Liedform gegossenes, rotzfreches Plädoyer für einen unangepassten Lebensstil: „I‘ll wear what I want“ (Ich werde anziehen, was ich will) macht einfach Laune.

 

Insbesondere, wenn diese Lieder mit einer Stimme wie der von der Piratenkönigin vorgesungen werden: Kraftvoll, klar und einfach passend zu dem Garagen-Rock. Und als dann die gefärbte Blondine „What‘s up“ von den 4 Non Blondes schmettert (und sich hinter der Stimme von Linda Perry wirklich nicht verstecken muss), hat sie das Publikum auf ihrer Seite.

 

Ganz anders, aber nicht weniger eindrucksvoll ist der Auftritt, den „T.C. Costello“ in der Stolberger Kneipe hinlegt. Der Mann mit Bart, Hut und tiefer Stimme verzückt sein Publikum mit deutschem Liedgut: „Was sollen wir trinken, sieben Tage lang?“ schmettert er den Zuhörern entgegen, die gleich mit einstimmen. Wer für einen Moment die Augen schließt könnte meinen, er befinde sich nicht im Stolberger Steinweg, sondern in einer verruchten Pinte des Hamburger Hafens.

 

Weiter geht es mit fetziger osteuropäischer Polka und – ebenso außergewöhnlich wie gewöhnungsbedürftig – koreanischem Punk auf dem Akkordeon. Auch die „Kalinka“, wohl eines der bekanntesten russischen Volkslieder, gibt der Akkordeonist zum Besten. Spätestens jetzt versuchen sich einige der Gäste im „Kasatschok“-Tanz. Ein bisschen schräg, aber schön. Costello macht keine glatt geschliffene Musik, sondern welche mit Kanten. Dafür aber unbedingt mit Herz.

 

Nach knappen anderthalb Stunden legen die beiden Musiker erst einmal ein kleines Päuschen ein, kommen sofort mit den Gästen der Kneipe ins Gespräch und erzählen von ihren Plänen für die Zukunft. Man unterhält sich auf Englisch und mit Händen und Füßen, es wird viel gelacht.

 

„Wir haben zwei Jahre in Korea gelebt und dort aber vor wenigen Wochen unsere Zelte abgebrochen“, erzählt das sympathische Paar aus South Carolina am Rande des Konzerts. Nachdem sie einige Tage in Tokio waren, sind sie nun nach Deutschland gekommen, um von hier aus Mittel- und Osteuropa zu bereisen. „Gestern waren wir in Berlin, morgen in Köln“, sagt Rebecca Davis, die hinter der Piratenkönigin steckt. Und zwischendurch das kleine Stolberg – wie kommt das denn? „Wir haben Robert Walz im ‚Beer o‘Clock‘ in Korea kennengelernt“, sagt Rebecca Davis, „und dann war schnell klar, dass wir auch im Stolberger ‚Beer o‘Clock‘ spielen wollen.“

 

Auch wenn die beiden einen straffen Zeitplan haben: Ein kleines bisschen Zeit für Sightseeing in der Kupferstadt bleibt trotzdem. „Wir haben die Burg besucht und sind durch die Altstadt gelaufen. Es ist wirklich sehr hübsch“, sagt Davis, die sich darüber verwundert zeigt, dass ihr nicht mehr Touristen im pittoresken Städtchen begegnet sind.

 

Zu später Stunde tröpfeln immer wieder neue Gäste ins „Beer o‘Clock“, die dann erst realisieren, dass sie ein Konzert verpasst haben. Kein Problem für „The Pyrate Queen“ und „T.C. Costello“: „Spielen wir halt noch ein bisschen!“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.