Nicht alle „Kunden“ sind arbeitslos

Jobcenter betreut in neuen Räumen in Stolberg nicht nur Menschen, die ohne Qualifikation und Job sind. Aufstocker unter Klienten.

Eine gute Nachricht bringt Stefan Graaf dann doch im Gepäck mit aus Aachen: „Wir haben eine wirtschaftliche Entwicklung, die durchaus positiv ist“, resümiert der Geschäftsführer des Jobcenters Städteregion Aachen, dessen neue Stolberger Geschäftsstelle von Marcus Alt geleitet wird. Das große „Aber“ liegt jedoch auch hier nicht fern – denn nach Graafs und Alts gemeinsamer Einschätzung der Lage ziehen lange nicht alle Klienten aus der günstigen konjunkturellen Lage ihren Nutzen: „Der Beschäftigungsaufbau geht an den Langzeitarbeitslosen vorbei.“

 

Diese und andere Einschätzungen der Lage in der Kupferstadt präsentierten die Jobcenter-Chefs zusammen mit Pressesprecher Christian Neuß am Wochenende bei der Präsentation der Zahlen für 2016 und der Erwartungen für das laufende Jahr in den frisch bezogenen Räumen am Kaiserplatz.

 

Insgesamt 6903 Menschen betreuen Marcus Alt und seine Mitarbeiter derzeit in Stolberg. Wo genau der Knackpunkt liegt, macht Stefan Graaf mit einer Erläuterung deutlich: „Von diesen Menschen haben nur 2020 einen Schulabschluss und nur 560 einen Berufsabschluss.“

 

Will sagen: Wer zum Beispiel keine Mittlere Reife und keinen Gesellenbrief in der Tasche hat, bleibt länger in der Warteschleife zum neuen, womöglich sogar auskömmlichen Job.

 

Letzteres beleuchtet ein weiteres Problem, das die Leute vom Jobcenter beschäftigt: Lange nicht alle der „Kunden“, wie die hier betreuten Menschen im offiziellen Sprachgebrauch heißen, sind arbeitslos („Im strengen Sinn sind das 2069“) oder -suchend – manche verdienen trotz fester Anstellung nicht genügend Geld, um davon leben zu können und müssen als sogenannte Aufstocker zusätzliche Leistungen des Jobcenters in Anspruch nehmen.

 

Deshalb geht es in der Arbeit von Graaf, Alt und Mitstreitern vor allem darum, Langzeitarbeitslosen (3357 Menschen werden diesem Bereich zugerechnet) auf diese Weise über eine Reihe von Qualifikationsmaßnahmen einen Weg zu öffnen, der über den Schulabschluss und den Erwerb anderer Fertigkeiten und Praktika wenn möglich zurück in die Festanstellung führt: „Wir versuchen, auf Bildung, Bildung, Bildung zu setzen“, betont Alt.

 

Darum geht das Team des Jobcenters ganz gezielt auf Talentsuche: „2017 gucken wir: Wer ist motiviert?“, verspricht der Chef und kündigt außerdem an: „Wir gehen in den Bereich der beruflichen Förderung.“ Aber nicht nur im Bereich der Langzeitarbeitslosen verorten die Arbeitsmarkt-Experten Trends der negativen Art.

 

Für Kopfzerbrechen sorgt im Jobcenter nicht nur „der stete Zuwachs an Alleinerziehenden“ unter den Klienten, sondern auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt der Kupferstadt: „Wir erwarten, dass in diesem Jahr noch eine ganze Reihe kommen werden.“

 

Freilich meldet Marcus Alt, das lokale Gesicht des Jobcenters, nicht nur schlechte Trends. Eindeutig positiv hört sich zum Beispiel diese aktuelle Nachricht des Centers an: „2016 haben wir in Stolberg 1004 Menschen in eine neue Beschäftigung vermittelt“, so Graaf.

 

Dabei setzen Alt und Graaf verstärkt auf den Bereich der Produktionshelfer – wobei der sich sehr differenziert gestaltet: „Dazu gehört ebenso der Mann, der Brennholz hackt, wie die Frau, die mit ruhiger Hand Herzkatheter zusammensetzt.“

 

Zudem verstehen Graaf und Alt ihre Arbeit als Beitrag zum Gemeinwohl, denn der Geschäftsführer philosophiert mit Blick auf die Zahl der betreuten Klienten: „Das sind 12,4 Prozent der Bevölkerung. Deren Existenzsicherung ist ein Beitrag zum sozialen Frieden.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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