Eine Talentschmiede für künftige Lebensretter

Bei der Stolberger Jugendfeuerwehr sind Teamwork und handwerkliches Geschick gefragt.

Es geht nur gemeinsam - dieses Motto wird bei der Jugendfeuerwehr schon von klein auf vermittelt. Foto: Benjamin Zilkens
Es geht nur gemeinsam - dieses Motto wird bei der Jugendfeuerwehr schon von klein auf vermittelt. Foto: Benjamin Zilkens

Es brennt. Auf dem Hof der Feuerwehr hat ein Auto Feuer gefangen. Was ist zu tun? Die Gruppe Zwei der Stolberger Jugendfeuerwehr kennt jeden Schritt, der jetzt folgt. Während sich die einen um das Ausrollen der Schläuche und die Verbindung zum Hydranten kümmern, bedient ein anderes Teammitglied den Verteiler. Jeder hat hier seine feste Aufgabe, alles geht streng nach der Dienstvorschrift. Und dann heißt es irgendwann „Wasser marsch!“.

 

Aber natürlich fließt an diesem Donnerstagabend auf dem Hof der Hauptwache kein Wasser. Auch das brennende Auto gibt es nicht. Bei dem Szenario handelt es sich lediglich um eine „Trockenübung“, die die Jugendlichen auf die bald anstehende Leistungsspange der deutschen Jugendfeuerwehr vorbereiten soll.

 

„Die Gruppe hat dabei die Aufgabe, einen Einsatzbefehl zu bearbeiten und ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen“, erklärt Stadtjugendfeuerwehrwart Carsten Nellißen. Außerdem gebe es noch einen sportlichen Teil mit Staffellauf und Kugelstoßen sowie Fragen zum Allgemeinwissen und zur Feuerwehr. Ein durchaus anspruchsvolles Programm also.

 

Rund 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahre sind derzeit in der Stolberger Jugendfeuerwehr aktiv, den Spielmannszug mitgezählt. Aufgeteilt in fünf nach dem Alter gestaffelten Gruppen treffen sie sich jeden Donnerstagabend und lernen, was die Arbeit bei der Feuerwehr ausmacht. „Da ist zum einen das feuerwehrtechnische Handwerk, diese Grundlagen werden schon früh auf spielerische Art und Weise vermittelt. Je älter die Kinder werden, desto ernsthafter wird dieser Teil betrieben“, erklärt Feuerwehrsprecher Michael Konrads. Übrigens mit den Fahrzeugen und dem Material aus dem richtigen Einsatzdienst. Die andere, mindestens genauso wichtige Komponente sei die sozialpädagogische Arbeit: „Kameradschaft, Teamarbeit, sich in eine Gruppe einordnen können, Zusammensein ohne zu streiten – all das sind Werte und Fähigkeiten, auf die es von klein auf ankommt, weil sie für die spätere Ausübung des Berufs zwingend notwendig sind.“ Letzten Endes seien sie sogar lebenswichtig, betont der stellvertretende Leiter der Stolberger Feuerwehr, Christoph Baumanns. „Da hängen Menschenleben dran, wenn ich mich im Einsatz nicht auf den anderen verlassen kann.“ Nachtwanderungen und Zeltlager sind nur zwei von mehreren regelmäßigen Aktivitäten, die das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe stärken sollen und die Treffen auf der Stolberger Hauptwache ergänzen.

 

Welch hohen Stellenwert die Jugendabteilung bei den „alten Hasen“ der Feuerwehr hat, beweist die Tatsache, dass die Kinder und Jugendlichen mit den Lösch- und Mannschaftstransportfahrzeugen zu Hause abgeholt und anschließend wieder dorthin gebracht werden. „Allein die Logistik, die dahinter steckt, zeigt doch, dass die gesamte Feuerwehr voll dahintersteht. Viele Feuerwehrleute opfern dafür ihre Freizeit“, unterstreicht Michael Konrads, der auch darauf hinweist, dass die Jugendfeuerwehr eine wahre Talentschmiede sei. „Im Führungskreis der Feuerwehr Stolberg stammen fast alle aus der Jugendfeuerwehr. Da ist einfach die Erfahrung vorhanden.“ Politik und Verwaltung seien ebenfalls von der Bedeutung der Jugendfeuerwehr überzeugt und sorgten deshalb für die nötigen Mittel, um Ausrüstung und Uniformen auf dem neuesten Stand zu halten. Die Eltern kostet das alles keinen Cent, die Teilnahme ist kostenlos.

 

Um mitzumachen gebe es – abgesehen von der Altersbeschränkung „ab 10 Jahre“ – keine Voraussetzungen, so Konrads. „Vom Grundsatz her kann jedes Kind mitmachen. Fakt ist aber auch: Wer später einmal in der Einsatzabteilung Dienst machen will, ist großen Belastungen ausgesetzt. Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf-System müssen dafür einwandfrei funktionieren.“

 

Integration und Inklusion seien Themen, die auch bei der Feuerwehr groß geschrieben werden. Der Gesetzgeber habe diesbezüglich nämlich einige Möglichkeiten geschaffen. „Menschen mit Einschränkungen können mittlerweile zum Beispiel in den Bereichen Fahrzeugpflege, IT, Versorgung oder im logistischen Bereich mitwirken. Aber das kann nicht alles von heute auf morgen geschehen“, gibt Konrads zu bedenken. Über Nachwuchsprobleme und Personalmangel könne man sich bei der Feuerwehr derzeit nicht beschweren, meint Christoph Baumanns. „Wir freuen uns aber über jeden, der sich für unsere Arbeit interessiert und mitmachen will. Außenbezirke wie Dorff und Venwegen sind aktuell auch noch unterrepräsentiert, da können wir Hilfe brauchen.“ Nicht nur aus der Altersklasse der Jugendfeuerwehr. Auch Quereinsteiger in schon fortgeschrittenem Alter seien gern gesehen, so Michael Konrads. „Wir hatten mal einen 50-Jährigen, der die Grundlehrgänge absolviert hat. Der ist von seinem Sohn, der in der Jugendfeuerwehr war, inspiriert worden. In der Regel sind das in dem Alter sehr verlässliche Leute, auf die man bauen kann und die mit Herz und Seele dabei sind.“

 

Quelle: Super Mittwoch

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