Hilfe für die, die dringend Hilfe brauchen

Fachberatungsstelle der Wabe in Stolberg zieht an die Rathausstraße um. 80 Ratsuchende im vergangenen Jahr.

Foto: S.L. Gombert
Foto: S.L. Gombert

Freundlich und hell ist das Büro von Claudia Schmidt. Und wer die Sozialarbeiterin bei der Wabe in Stolberg in den Räumlichkeiten an der Rathausstraße aufsucht, kann etwas Aufmunterung in freundlicher Atmosphäre wohl auch gebrauchen. Denn Claudia Schmidt arbeitet in der Fachberatungsstelle der Wabe, die vor ein paar Wochen in die neue Geschäftsstelle des Sozialkaufhauses an der Rathausstraße gezogen ist. Rund 80 Personen haben allein im vergangenen Jahr in Stolberg Rat und Hilfe gefunden.

 

„Wir beraten Menschen, die entweder wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht, aber auch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit hohen Schulden“, erklärt Claudia Schmidt, „kurzum Menschen, deren Schwierigkeiten einem Leben in unserer Gesellschaft entgegenstehen“, so die Sozialarbeiterin. Bei dieser Beratung handelt es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe. In der Stadt Aachen und in der übrigen Städteregion übernimmt das ein Team, das von der Diakonie und der Caritas gemeinsam gestellt wird.

 

Die Ratsuchenden, die bei Claudia Schmidt landen, kommen oft nicht von ganz allein her, sondern haben von Bekannten oder anderen Einrichtungen und Institutionen einen „Schubser“ in ihre Richtung bekommen: „Viele Menschen werden im Bekanntenkreis oder aber beim Jobcenter oder im Sozialamt darauf aufmerksam gemacht, dass es dieses Angebot gibt“, sagt Schmidt. Vielfach sei den Menschen, die sie berät, zunächst gar nicht klar, dass sie überhaupt Hilfe brauchen.

 

„Die Leute, die wir beraten, sind ganz unterschiedliche Charaktere“, weiß Heidi Schneider, Pädagogin und Leiterin der Fachberatungsstelle. Es kämen hoch qualifizierte Menschen mit abgeschlossenem Studium genauso wie solche, die ihre Ausbildung abgebrochen haben oder gar nicht erst damit begonnen.

 

Auch der Anteil von Frauen und Männern, die Hilfe brauchen, halte sich die Waage. Äußerst unterschiedlich seien die Zeiträume, in denen die Menschen das Beratungsangebot nutzen. „Einige kommen nur für ein paar Wochen zu uns, um wieder Fuß zu fassen, andere brauchen schon seit zehn Jahren regelmäßig Hilfe“, sagt Claudia Schmidt. Es gebe Klienten, die vor administrativen Aufgaben solche Scheu hätten, dass sie sogar beim Öffnen ihrer Post Hilfe benötigen.

 

Doch Claudia Schmidt ist für ihre Klienten sehr viel mehr als nur ein sympathischer Brieföffner: Eines der Probleme, das auch in Stolberg immer mehr Menschen umtreibe, sei die Wohnungsnot. „Es gibt einfach nicht genug Wohnraum in unserer Region“, sagt Claudia Schmidt. Und die Politik habe nicht schnell genug den aus Sicht der Wabe dringend benötigten sozialen Wohnungsbau vorangetrieben. Mittlerweile will die soziale Einrichtung in Stolberg selbst aktiv werden: An der Ellermühlenstraße sollen in den kommenden Jahren bis zu zehn Wohneinheiten für Menschen mit geringem Einkommen entstehen.

 

Wie kann die Wabe in solchen Fällen helfen? „Wir treten an der Seite unserer Klienten als zuverlässige Partner auf“, erklärt Claudia Schmidt, das überzeuge viele Vermieter – bei Neuvermietungen, und auch wenn es darum geht, Wohnungen zu halten. „Viele der Ratsuchenden haben Mietrückstände. Wenn wir ihnen helfen können, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen, dann kann das vor der Kündigung der Wohnung schützen.“

 

Generell sei das Thema finanzielle Schieflage neben der Wohnraumknappheit ein zweites großes Problem für viele Stolberger: „Unser Wirtschaftssystem ist darauf ausgelegt, dass man Schulden macht. Es gibt überall Kredite, oft mit dem Versprechen, keine Zinsen zahlen zu müssen“, sagt Heidi Schneider, „und viele Menschen verlieren dann schnell den Überblick.“

 

Bis zu einem gewissen Grad kann die Wabe dann auch in solchen Fällen Hilfe leisten, zum Beispiel, indem sie die Geldverwaltung übernimmt. „Wenn die Schulden jedoch zu hoch sind, dann verweisen wir unsere Klienten an ausgebildete Insolvenzberater“, sagt Claudia Schmidt.

 

Die Arbeit in den Fachberatungsstellen sei zwar in den vergangenen Jahrzehnten nicht so viel mehr geworden, doch aus Sicht der Berater gestaltet sie sich anstrengender, umständlicher als früher: „Allein beim Jobcenter ist es für uns komplizierter geworden, einen Ansprechpartner zu finden, wenn es Probleme gibt“, sagt Heidi Schneider.

 

Während man früher direkt den Sachbearbeiter in der eigenen Stadt anrufen konnte, müsste man sich heute über eine Hotline melden, die das Anliegen dann an den zuständigen Sachbearbeiter weitergibt. „Das kann bis zu zwei Tagen dauern – viel zu lange, wenn es um wichtige Anliegen geht“, findet Schneider.

 

Immerhin: Eine kleine bürokratische Erleichterung konnten Schmidt und Schneider für ihre Klienten schaffen: „Wer keine Wohnung hat, kann unsere Anschrift als Adresse für postalische Zwecke angeben“, erklärt Claudia Schmidt. Das helfe vor allem bei Schriftverkehr mit den Behörden.

 

Oft geht es um Beratung bei Schulden

 

  • Die Fachberatungsstelle der Wabe in Stolberg ist seit wenigen Wochen in der Rathausstraße 90 – 92 angesiedelt. Die Sprechzeiten bei Claudia Schmidt sind montags von 13 bis 16 Uhr, donnerstags von 10 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung. Telefonisch ist die Beratung unter ☏ 860468 erreichbar.
  • Im vergangenen Jahr erhielten in Stolberg 63 Menschen persönliche oder psychosoziale Hilfe. In 31 Fällen gab die Wabe eine Schuldnerberatung, in 29 Fällen eine Finanzsicherung. Knapp 30 Frauen und Männer suchten die Wabe auf, um Hilfe bei Behördenkontakt zu bekommen.
  • Bei weiteren Klienten ging es unter anderem um die Themen Haftvermeidung, Geldverwaltung oder Vermittlung in eine versicherungspflichtige Arbeit.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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