Die Kinder beraten den Bürgermeister

In sieben Grundschulen haben sich Kinder damit auseinandergesetzt, was ihnen in der Kupferstadt fehlt. Treffen im Ratssaal.

Foto: Naima Wolfsperger
Foto: Naima Wolfsperger

Die Welt durch Kinderaugen sehen – das wünscht sich wahrscheinlich jeder Erwachsene hin und wieder. Schließlich sehen sie nur die bunten Seiten des Lebens. Aber ist das so? Schüler von sieben Stolberger Grundschulen haben Bürgermeister Tim Grüttemeier Vorschläge gemacht, wie man die Kupferstadt noch verbessern könnte – und dabei haben die 80 Schüler und ihre Lehrer knallharte Kritik angebracht: Zu wenig Raum zum Spielen, keine Spielplätze, die auch für größere Kinder interessant sind, und zu wenig Fußballplätze. So sehen ein Großteil der Stolberger Grundschüler die Stadt. Auch fehlen ihnen sichere Fahrradwege und mehr Einkaufsmöglichkeiten – an denen sie Selbstständigkeit lernen könnten. Ganz schön trist, die Sicht aus Kinderaugen.

 

Die Grundschulen Hermannstraße, Grüntal, Donnerberg, Büsbach, Breinig, Gressenich und Zweifall waren mit Schülern im Ratsaal des Rathauses vertreten. Sie waren damit einer Einladung der Stadt gefolgt. Zur Vorbereitung hatten sie Transparente, Karten und Modelle von der Stadt Stolberg dabei, um deutlich zu machen, wo sie ihre angebrachten Probleme verorten.

 

Einige Ideen der Schüler waren so klar formuliert und ihre Konzepte so detailliert ausgearbeitet, dass die Verwaltung gar nicht anders konnte als zustimmen – und so hat sich Bürgermeister Tim Grüttemeier zu einigen Veränderungen bereiterklärt.

 

Grundschule Zweifall

 

Das erste Versprechen des Bürgermeisters ging an die Kinder der Grundschule Zweifall. Neben einem Kino für die Kupferstadt, einer Sanierung der schulischen Sporthalle und einem Radweg zwischen Zweifall und Breinig, wünschten sich die Kleinen, dass Spielmobil und Jugendbus auch Termine in Zweifall anbieten – darauf lies sich Grüttemeier schnell ein: „Das kriegen wir hin“, sagte er. Den Ausbau eines Radwegs hingegen, müsse man erst prüfen.

 

Hermannschule

 

Einen kinderfreundlichen Ausbau der Stadt wünschten sich die Schüler der Hermannschule: Sie träumen von einem Soccercage auf dem Jordansplatz, einem Basketballkorb, Spielgeräten auf der Rathausstraße, Tretbooten auf dem Bastinsweiher und ein Jugendzentrum, für das sie das sie schon ein leerstehendes Haus an der Eschweiler Straße ins Auge gefasst haben. Dass es rund um die Schule an der Hermannstraße nicht wirklich viel Platz für Kinder gibt, musste der Technische Beigeordnete, Tobias Röhm, eingestehen. „Es sind aber schon einige Projekte in Planung“, sagte er. Für den Stadtteil Mühle werde derzeit erörtert, wie man ihn attraktiver gestalten könne. „Auch für Kinder.“ Da biete sich etwa das Gelände hinter der Schule an, „da haben wir schon überlegt, wie man diesen Bereich kindergerecht nutzen könnte.“

 

Grundschule Donnerberg

 

Einen Blumenladen, ein Tierheim und ein Ohrringgeschäft, das waren die Vorschläge der Kinder der Grundschule Donnerberg für die Belebung der Stolberger Innenstadt. Aber auch sie bemängelten den Zustand der Spielplätze, und dass diese vor allem für Kleinkinder ausgestattet sind. Sie vermissen Rutschen und Kletterwände. Ein weiterer Punkt waren die tristen und zerfallenden Mülleimer an ihrer Schule. Jugenddezernent Robert Voigtsberger wendete ein, dass ein neuer Spielplatz in der neuen Siedlung am Donnerberg entstehen soll. „Für die Gestaltung des Platzes werden wir euch dann noch mal befragen, ok?“ Die Schüler nahmen das Angebot an. Für die Mülleimer will die Stadt jetzt aber die Schulen anschreiben: „Jede Schule soll den Mülleimer vor ihrem Hauptgebäude selbst gestalten – bunt und farbenfroh.“

 

Grundschule Gressenich

 

Einen Freizeitplatz hat der Bürgermeister den Kindern der Grundschule Gressenich versprochen. Aber die Abmachung gilt nur, wenn sich die Bürger zur Hälfte beteiligen. So ausgeklügelt war bereits der Vorschlag der Schüler, dass sie für den Platz nicht nur Wiesenflächen in Werth und Schevenhütte herausgesucht hatten, sondern auch erklärten, dass sie keinen Kunstrasen zum Fußballspielen bräuchten – nur Tore. Als „Bauarbeiter“ hatten die Schüler ihre Eltern, Großeltern und Verwandten verpflichtet. Durch die günstigen Kosten sahen sich die Schüler außerdem in der Lage dem Bürgermeister die „halbe-halbe“-Option anzubieten: die Schüler wollen mit Spendendosen durch die Stadt gehen und einen Flohmarkt veranstalten, die Einnahmen sollen in den Fußballplatz fließen.

 

GGS Grüntal

 

In der Stolberger Innenstadt vermissen die Kinder, die die Grüntalschule besuchen, gänzlich einen Ort, an dem sie sich willkommen fühlen. Gerade beim Fußballspielen auf dem Kaiserplatz werden sie meist verscheucht. Außerdem hoffen sie auf einen größeren Spielplatz vor dem Rathaus, einen Skatepark und einen Tierpark. Sie wünschten sich aber auch mehr Geschäfte und mehr Sauberkeit in der Stadt. Und damit sich in Stolberg alle Menschen wohlfühlen können, baten sie den Bürgermeister um ein Multi-Kulti-Fest auf dem Kaiserplatz, dessen Einnahmen der Tafel gespendet werden könnten. Röhm erklärte sich bereit mit der SG-Donnerberg darüber zu sprechen, ob das Tor zum Fußballplatz des Vereins geöffnet bleiben könne, auch wenn kein Training ansteht – dann wäre zumindest Raum zum Fußballspielen. Im oberen Bereich des Kasierplatzes ist zusätzlich ein größerer Spielplatz mit Slackline und Trampolin geplant. Besonders beeindruckt zeigt sich Röhm aber von der Idee des Multi-Kulti-Fests: „Das ist eine schöne und selbstlose Idee, die wir in der Verwaltung gerne aufgreifen.“

 

Grundschule Bischofstraße

 

In der Grundschule Bischofstraße gebe es in einigen Gebäuden sogar Löcher in der Decke, lautet der Vorwurf der Schüler. Sie wünschen sich mehr Platz in ihrer Schule, bunte Wände und mehr Lehrer. Abgesehen davon wünschen sie sich aber vor allem ein angenehmes Zuhause für alle Kupferstädter, Wohnungen und Platz zum Spielen für Familien. Auch Flüchtlinge und sozial Schwächere sollen besser integriert werden. Deshalb schlugen die Kinder vor, ein Gemeindehaus für Jung und Alt zu errichten. Wie das aussehen soll, haben sie in einem Kunstprojekt vorgebaut. „Große Politiker können sich von euren Ideen etwas abschneiden“, lobt Voigtsberger die selbstlosen Wünsche. Für eine besondere Zusage reicht es leider nicht. „Für die Schule ist bereits eine neue Turnhalle geplant. Im Zuge dessen werden auch die Schultoiletten erneuert.“ Außerdem arbeite die Stadt bereits an einem Integrationskonzept, „damit auch Flüchtlinge in Stolberg gut aufgehoben sind.“

 

Grundschule Breinig

 

Auch für ein Gemeindehaus haben die Schüler der Grundschule Breinig ausgesprochen. Flüchtlinge und Obdachlose sollen demnach in der Herberge Breiniger Berg Unterschlupf finden können – und die Schulen könnten bei der Versorgung der Mittellosen durch Projektwochen mit Kleider- und Spielesammlungen helfen.

 

Eine weitere Idee ist ein Einkaufsladen, den sie dem Namen „Vennkauf“ geben würden. Wichtig sei ein solches Geschäft für ihre Selbstständigkeit, aber auch für ältere Menschen. „Ein Geschäft in Vennwegen fände ich auch gut“, sagt Bürgermeister Grüttemeier, schließlich wohne er selbst dort.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.