Über Kirchenaustritte, Italien und den Papst

Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens stellt sich am Ritzefeld-Gymnasium den Fragen der Schüler.

Weihbischof Johannes Bündgens hat die 8c des Stolberger Ritzefeld-Gymnasiums besucht. Foto: Benjamin Zilkens
Weihbischof Johannes Bündgens hat die 8c des Stolberger Ritzefeld-Gymnasiums besucht. Foto: Benjamin Zilkens

Ein katholischer Würdenträger muss sich häufig mit tiefgehenden Glaubensfragen auseinandersetzen: Wer ist Gott? Und wo? Und warum lässt er so viel Leid auf der Erde zu, obwohl er doch allgemein als „guter Gott“ gilt? Allerdings sind die Fragen, die der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens im Klassenraum der 8c beantworten muss, zunächst von ganz anderem Schlag.

 

Ob er den Papst schon einmal live gesehen habe, möchte ein Schüler wissen. „Ja, schon ein paar Mal“ erzählt der Würdenträger. „Zuletzt bei der Verleihung des Karlspreises im vergangenen Jahr, als wir mit einer Delegation nach Rom geflogen sind.“ Die weitaus schwerwiegendere Frage, wie er denn zu den Reformbemühungen von Franziskus stehe, beantwortet der 60-Jährige eher diplomatisch: „Er hält uns schon in Atem“, meint der Weihbischof mit einem Lächeln. Aber die Kirche sei eher mit einem großen Tanker als mit einem kleinen Motorboot vergleichbar. „Da muss man vorsichtig manövrieren und kann das Ruder nicht ruckartig herumreißen.“

 

Viele weitere, persönlichere Dinge erfährt die Klasse an diesem Morgen über den Weihbischof. Dass er eine Vorliebe für Italien habe, die Kultur und die Küche sehr schätze. Musik und Sport seien weitere Steckenpferde, auch wenn letzteres aufgrund einer Verletzung am Bein aktuell eher schwierig sei. Bereitwillig gibt Bündgens Auskunft über seinen beruflichen Werdegang. Dass er maßgeblich vom katholischen Elternhaus und seinem Religionslehrer geprägt worden sei und deshalb Theologie studiert habe. Seit mittlerweile zehn Jahren ist Bündgens nun als Weihbischof im Bistum Aachen aktiv. Ein Amt, für das er aber keine Bewerbung geschrieben habe. „Da wird man vorgeschlagen und – wenn man zustimmt – ernannt.“

 

Bündgens ist im Rahmen einer so genannten „Visitation“ in Stolberg. Alle fünf Jahre nehmen sich der Bischof und die Weihbischöfe Zeit und besuchen die Gemeinden des Bistums sowie deren Institutionen. Daher sucht der Bischof auch das Gespräch mit den Religionslehrern und mit Schulleiter Ulrich Boddenberg, um Inhalte und Schwerpunkte des Unterrichts zu besprechen. „Zuletzt ist einiges in Bewegung geraten, da muss man sich von Zeit zu Zeit abstimmen“, meint der Weihbischof. Allerdings bringen Veränderungen nicht immer Gutes mit sich. So bemängelt der Reli-Lehrer Manfred Griemens, dass die jüngst veröffentlichte neue Einheitsübersetzung der Bibel viel weniger Anmerkungen enthalte. „Den Schülern fehlen dann häufig vernünftige Erklärungen, wenn während des Lesens Fragen oder Unklarheiten auftauchen“, so Griemens.

 

Im Anschluss an den Besuch bei der 8c trifft sich der Weihbischof noch mit Oberstufenschülern in der Aula. Diesen brennt vor allem die Frage nach der Zukunft der Kirche unter den Nägeln. Es träten doch immer mehr Menschen aus der Kirche aus, die Gottesdienste seien sehr schlecht besucht. Wie er zu diesem Problem stehe. „Das stimmt und ich bedauere diese Entwicklung“, gibt Bündgens zu. Von der Vorstellung des guten alten Gemeindelebens, wie es vor ein paar Jahrzehnten noch üblich gewesen sei, müsse man sich gezwungenermaßen ein Stück weit verabschieden. Es gebe aber auch positive Aspekte. Anders als früher, wo der Glaube mit in die Wiege gelegt wurde, könnten sich Jugendliche heute viel freier zum Glauben und zur Kirche positionieren. „Auch wenn es in der Konsequenz vielleicht weniger Menschen sind: Diejenigen, die sich heutzutage durch die Firmung für die Kirche entscheiden, tun dies viel bewusster.“

 

Quelle: Super Mittwoch

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